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23.01.2015

11:10 Uhr

Modewoche Berlin

Tops und Flops auf dem Laufsteg

Himmel oder Hölle: In welche Richtung geht die Berliner Modewoche? Es war schon immer einfach, die Fashion Week schlechtzureden. In diesem Jahr aber besonders. Die Gewinner und Verlierer des Mode-Trubels.

Bei manchen Designern sieht es im Herbst düster aus – womöglich so wie die Zukunft der Fashion Week in Berlin. Reuters

Bei manchen Designern sieht es im Herbst düster aus – womöglich so wie die Zukunft der Fashion Week in Berlin.

BerlinDie Berliner Modewoche war auf Wackelkurs, sie musste zwei Absagen verkraften. Zu gucken gab es aber viel. Zum Beispiel: Boris Beckers 14 Jahre alte Tochter Anna posierte auf dem Laufsteg neben einer riesigen Pudel-Figur.

Die Designer legten sich ins Zeug: von der Show im Berghain-Club bis zum Einsatz von Hunden auf dem Catwalk. Am Donnerstag wurden die letzten regulären Schauen im Zelt am Brandenburger Tor gezeigt. Was war positiv, was negativ? Ein Rückblick.

Tops

Neue Wege für die deutsche Mode: Berlin kann auch elegant, es muss nicht immer Turnschuh oder Vintage sein. Zum Beispiel im Kronprinzenpalais. Deutsche Designer und Label wie Lala Berlin, Michael Sontag, Iris von Arnim und Odeeh zeigten beim „Berliner Mode Salon“ in einer Ausstellung ihre Kollektionen. Der Salon soll jetzt regelmäßig stattfinden.

Modewoche in Berlin:

Die Zahlen

Über die ganze Stadt verteilen sich nach offiziellen Angaben 10 Messen und 70 Schauen sowie rund 3000 Marken und 200.000 erwartete Besucher. Geschätzt wird, dass die Gäste 120 Millionen Euro in die Stadt spülen.

Die Namen (1)

Den Auftakt im Zelt am Brandenburger Tor macht diesmal das US-Label Charlotte Ronson. Außerdem kommen neben Stammgästen wie Guido Maria Kretschmer, Lena Hoschek, Kilian Kerner, Kaviar Gauche, Anja Gockel und Dorothee Schumacher.

Die Namen (2)

Erwartete Promis: Hollywoodstar Katie Holmes, Model Bar Refaeli, Moderatorin Sylvie Meis, Bloggerin Chiara Ferragni und Modefotograf Mario Testino. Traditionell kommen auch viele deutsche Schauspieler zur Modewoche.

Worüber man spricht

Sind für die Modeszene die fetten Jahre vorbei? Indizien: Die in Finanznöte geratene Leit-Messe Bread & Butter abgesagt. Auch die große Show von Michael Michalsky fällt aus. Zur Begründung sagte der Designer, er wolle lieber das Geld für die Ebola-Hilfe spenden. Offiziell sieht sich Berlin als „größten Modemessenstandort Europas“ (O-Ton Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer). Aber reicht das „arm, aber sexy“-Image aus den Wowereit-Jahren aus, um weiter in Deutschland den Ton anzugeben?

Blogger

Auch das Thema Blogger bleibt aktuell, mit einer eigenen Preisverleihung für einflussreiche Netzkritiker („Fashion Influencer Award“). Ökologische Mode dürfte wieder einen starken Auftritt haben. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wird zur Eröffnung der Ethical Fashion Show im Postbahnhof erwartet. „Der Markt für grüne Mode wächst“, heißt es in der Ankündigung. Dazu passt, dass im März ein Magazin für vegane Mode startet („Noveaux“). Leder ist beispielsweise tabu, wenn man ganz auf tierische Produkte verzichten will.

Fashion für Jedermann

Die meisten Veranstaltungen sind für Fachbesucher. Aber es gibt auch Vernissagen, Partys und Workshops für alle. Zum Beispiel die erste „Fashion Tech“. Bei der Konferenz geht es um die Mode der Zukunft, etwa um die „Wearables“, die tragbare Computertechnik. Dass Modewoche ist, erkennen die Berliner am Straßenbild: Dann sind ungewöhnliche viele Menschen unterwegs, die lange über ihre Garderobe nachgedacht haben.

Starke Männer: Die Fashion Week ist immer eine Bühne für Newcomer. Gute Noten bekamen die Berliner Bobby Kolade und Sasa Kovacevic (Label Sadak). Hingucker bei Kolade war ein türkisfarbener Lametta-Strickanzug, bei Sadak gab es viel Orange und wilde Muster.

Klappern gehört zum Handwerk: Eine neue Lobby-Organisation für die deutsche Mode soll das „German Fashion Design Council“ werden. Blau und Gelb: Bei Designer Hien Le leuchteten digitale Drucke in Yves-Klein-Blau. Das Team Zukker aus Halle (Saale) setzte mit Gelb Akzente.

Dunkle Schlapp-Hüte. Schön mondän! Die Messen: Panorama und Premium verbuchten laut Senatsverwaltung Aussteller- und Besucherrekorde. Die Öko-Mode zog in den Postbahnhof: Coole neue Location für den Green Showroom und die Ethical Fashion Show – trotz des zugigen Treppenhauses.

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