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20.01.2010

13:04 Uhr

Nach Notlandung

Flugbetrieb in Stuttgart läuft wieder normal

Nach der Notlandung einer Frachtmaschine sind auf dem Stuttgarter Flughafen am Dienstagabend 78 Flüge ausgefallen. 17 Maschinen wurden umgeleitet auf andere Flughäfen wie Karlsruhe/Baden-Baden, Frankfurt und Nürnberg. Die Untersuchungen zur Ursache des Schadens sind angelaufen.

Rettungskräfte bergen am Dienstagnacht auf dem Flughafen Stuttgart eine notgelandete Frachtaschine. dpa

Rettungskräfte bergen am Dienstagnacht auf dem Flughafen Stuttgart eine notgelandete Frachtaschine.

HB STUTTGART. Die Passagiere der umgeleiteten Flüge wurden größtenteils per Bus nach Stuttgart gebracht. Für Fluggäste, die länger warten mussten, versuchten die Fluggesellschaften ein Hotelzimmer zu organisieren. Seit Mittwochmorgen läuft der Flugverkehr in Stuttgart nach Angaben des Sprechers wieder reibungslos.

Kurz vor 18 Uhr war es am Dienstag zu einem Zwischenfall bei der Landung eines sogenannten Metroliners gekommen. Die zweimotorige Frachtmaschine der deutschen Fluggesellschaft Binair vom Typ "Microliner Finnair" kam aus Brünn in Tschechien und landete wegen Fahrwerksproblemen. Zwar kam es auf der Landebahn auf, rutschte dann aber auf eine angrenzende Wiese und blieb im matschigen Untergrund stecken. Der 54-jährige Pilot und seine 48-jährige Ehefrau blieben unverletzt. Wegen der schwierigen Bergung der Maschine auf dem aufgeweichten Untergrund wurde der Flughafen komplett gesperrt, hunderte Passagiere warteten stundenlang auf ihre Abfertigung. Vor den Schaltern der Fluggesellschaften hatten sich lange Schlangen gebildet. Die Start- und Landebahn konnte erst kurz nach Mitternacht wieder freigegeben werden.

Wegen der Ausnahmesituation wurde die Nachtflugbeschränkung gelockert und vom Regierungspräsidium Stuttgart um zwei Stunden auf 1 Uhr für Starts und auf 1.30 Uhr für Landungen verlängert. Am Mittwochmorgen durften Flugzeuge außerdem eine halbe Stunde früher als normal landen.

Nach Angaben eines Flughafensprechers gab es zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen. Anfliegende Maschinen wichen auf andere Flughäfen aus. Viele Fluggesellschaften hatten ihre Flüge schon wenige Stunden nach dem Unglück gestrichen, andere hatten noch auf eine Freigabe von Stuttgarts einziger Start- und Landebahn gehofft und ihre ankommenden Maschinen umgeleitet, hieß es weiter.

Nach der Bergung wurde die Unglücksmaschine in eine Halle gebracht. Dort wird sie von Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung unter die Lupe genommen, wie ein Flughafensprecher erklärte.

Es sei schwierig gewesen, "das Flugzeug da rauszukriegen", sagte ein Polizeisprecher. Die Wiese war matschig und der Untergrund wegen der Witterung nicht sehr stabil. Erste Erkenntnisse zur Schadenshöhe und zur Ursache der Notlandung sollten am Mittwoch vorliegen.

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