Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.06.2014

12:57 Uhr

Onlinehandel

Kunst kaufen per Klick

VonInge Hufschlag

In Krisenzeiten kaufen Kunden Kunst, auch online. Die Summe, die Kunstliebhaber für die Objekte ihrer Begierde per Klick ausgeben, liegt bei für mehr als einer Milliarde Euro. Zum Problem wird der Schutz vor Fälschungen.

Kunst wird heutzutage immer mehr im Internet gekauft. Dabei kann es sich aber auch um gefälschte Gemälde handeln. dapd

Kunst wird heutzutage immer mehr im Internet gekauft. Dabei kann es sich aber auch um gefälschte Gemälde handeln.

DüsseldorfDa fehlt noch was überm schicken roten Sofa, das wir gerade günstig bei ebay ersteigert haben? Also marsch zurück ins Netz: Kunst kaufen! Passend zu rot und dem Rest vom Wohnzimmer. Wir können uns ja mal drei bis vier Bilder schicken lassen.

In unterschiedlichen Farbkompositionen, verschiedenen Formaten. Und wenn wir dann nicht gleich schreien vor Glück, schicken wir die Schinken einfach wieder zurück. Sieht so der Kunstmarkt der Zukunft aus? Oder schon der Gegenwart?

Nun schon zum zweiten Mal hat der Hiscox Online Art Trade Report den Onlinekunstmarkt analysiert. Das Umfrageergebnis des Spezialversicherers privater Vermögenswerte überrascht nicht: Kunst per Klick verdrängt zwar nicht die Galerien und Auktionshäuser.

Was Sie zum Kunstkauf im Netz wissen sollten

Erstkäufer

Ca. 25 Prozent der 20- bis 30-Jährigen kauften Kunst online, ohne je vorher in einer Galerie gekauft zu haben.

Käufer

90 Prozent der Onlinekäufer erwarben bereits früher in einer Galerie oder einem Auktionshaus Kunst.

Kauf ohne Bedenken

40 Prozent haben bereits Kunst online gekauft, ohne sie vorher persönlich zu begutachten.

Mangelnde Vertrauenswürdigkeit

62 Prozent hält die mangelnde Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers vom Onlinekauf ab.

Beliebter Onlinekauf

39 Prozent finden den Onlinekauf von Kunst weniger einschüchternd als den Besuch von Auktionshäusern oder Galerien.

Teure Kunst

21,4 Prozent haben bisher mehr als 60.000 Euro investiert.

Gemälde oder Kunstdruck

61 Prozent der Onlinekäufer von Kunst haben Gemälde erworben, 55 Prozent einen Kunstdruck.

Echtheitszertifikat

83 Prozent würden ein obligatorisches Echtheitszertifikat (COA) von Kunst- und Sammelobjekten beim Onlinekauf begrüßen.

Globaler Onlinekunstmarkt 2013

Der Onlinekunstmarkt erreichte 2013 einen Marktvolumen von knapp 1,14 Milliarden Euro.

Onlinekunstmarkt bis 2018

Bis 2018 wird ein anhaltendes Wachstum von 20 Prozent im Onlinebereich auf dann ca. 2,72 Milliarden Euro prognostiziert.

Quelle: Hiscox Online Art Trade Report 2014

Mehr als die Hälfte der befragten 506 internationalen Kunstkäufer bevorzugt nach wie vor den konventionellen Kauf wie gesehen. Aber: der Kunstmarkt im Netz wächst. Noch macht er zwar nur knapp 2,5 Prozent des 47 Milliarden Euro starken globalen Kunstmarktes aus, aber bis 2018 sollen’s schon 20 Prozent sein. Das wären dann 2,72 Milliarden Euro.

Der bequeme Einstieg erfolgt meist in den unteren Preisklassen. Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox: „Junge Sammler suchen nach Werken, die leicht und in einer weiten Preisspanne zu haben sind.“ 42 Prozent der Erstkäufer investierten weniger als 1200 Euro, sowohl für Unikate als auch für limitierte Drucke.

Regelmäßige Onlinekäufer auch schon mal 6000 Euro und mehr. Gefragt ist vor allem Fotokunst, in höheren Preisklassen auch Skulpturen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×