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18.01.2008

09:15 Uhr

Open Skies

Lufthansa: Ab Mailand in die USA?

VonMatthias Eberle

Nach einem ersten Schritt zur Liberalisierung des transatlantischen Luftverkehrs ("Open Skies") suchen etablierte Linienfluggesellschaften nach offensiven Strategien für ausländische Flughäfen. Auch die Deutsche Lufthansa sucht nach Kooperationspartnern. Im Visier der Luftfahrtunternhemen sind besonders Geschäftskunden.

Die Lufthansa prüft derzeit eine Zusammenarbeit mit dem Mailänder Flughafen Malpensa. Foto: AP ap

Die Lufthansa prüft derzeit eine Zusammenarbeit mit dem Mailänder Flughafen Malpensa. Foto: AP

NEW YORK/LONDON/DÜSSELDORF. Nach einem ersten Schritt zur Liberalisierung des transatlantischen Luftverkehrs ("Open Skies") suchen etablierte Linienfluggesellschaften nach offensiven Strategien für ausländische Flughäfen. Die Deutsche Lufthansa führt nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen derzeit intensive Gespräche mit dem Flughafen Mailand-Malpensa über die Aufnahme von Transatlantikflügen von dort aus. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Ein Konzernsprecher wollte dies nicht kommentieren, sagte aber: „Wir prüfen alle Optionen, die sich uns bieten, und in diese Prüfung ist auch Italien als starker Markt einbezogen.“

Das Open-Skies-Abkommen, das im vergangenen Jahr beschlossen wurde, erlaubt europäischen Fluglinien ab April, von allen EU-Flughäfen aus sämtliche Ziele in den USA anzusteuern. Nach bisherigen Regularien darf etwa die Lufthansa nur aus Deutschland und mit ihrer Tochter Swiss aus der Schweiz direkt in die USA fliegen. Lufthansa ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt knapp 20 Mrd. Euro (2006) die zweitgrößte Fluggesellschaft Europas und der Welt. 2007 beförderten sie und die Swiss 63 Millionen Passagiere. Die deutsche Nummer zwei, Air Berlin, plant eigenen Angaben zufolge im laufenden Jahr nicht, aus anderen deutschen oder europäischen Städten als aus Düsseldorf in die USA zu fliegen.

British Airways (BA) hat die Liberalisierungsvereinbarung bereits genutzt und jüngst eine neue Fluggesellschaft names „Open Skies“ gegründet. Die Firma soll ab Juni 2008 Direktflüge vom Kontinent aus in die USA anbieten. Open Skies will zunächst nur von Brüssel und Paris aus nach New York fliegen. BA-Konzernchef Willie Walsh sagte aber, dass die neue Airline später auch US-Flüge von Frankfurt, Amsterdam sowie von Mailand aus aufnehmen wolle. Ziel der neuen Routen soll jeweils einer der drei New Yorker Flughäfen sein. Die EU-Kommission geht davon aus, dass Flüge in die USA durch den verstärkten Wettbewerb der Gesellschaften billiger werden.

Auch Air France -KLM hat sich schon positioniert. Im Oktober kündigte Vorstandschef Jean-Cyril Spinetta an, ein Joint Venture mit der drittgrößten amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines zu gründen. Für ihren Transatlantikverkehr erwarten die beiden bereits über die Luftfahrtallianz Skyteam verbundenen Fluglinien einen Wachstumsschub von 45 Prozent. Gemeinsam wollen sie auch tägliche Flüge ab London-Heathrow, dem Heimathafen von BA anbieten.

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