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18.01.2007

12:08 Uhr

Orkantief zieht heran

Schwere Schäden durch „Kyrill“ erwartet

In ganz Deutschland laufen die Vorbereitungen für die Ankunft des Orkantiefs „Kyrill“. In Erwartung des vermutlich stärksten Sturms der vergangenen Jahre mit Orkanböen und Starkregen haben Feuerwehr, Küstenschutz, Bahn und andere Einrichtungen ihr Personal in Alarmbereitschaft versetzt. In einigen Regionen gibt es bereits einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Wetterkapriolen, die auch dem Flugverkehr mächtig zusetzen werden.

Heftige Böen von "Kyrill" werden noch so manchen Schirm zerstören. Foto: dpa dpa

Heftige Böen von "Kyrill" werden noch so manchen Schirm zerstören. Foto: dpa

HB HAMBURG. „In Norddeutschland haben wir derzeit die Ruhe vor dem Sturm“, sagte der Meteorologe Alexander Lehmann vom Wetterdienst Meteomedia am Donnerstagmittag. Das „Auge des Sturms“ werde über Dänemark in Richtung Ostsee ziehen. „Dabei wird sich das Sturmfeld komplett nach Deutschland reinschieben.“ Windgeschwindigkeiten von bis zu knapp 200 Stundenkilometern seien dann nicht mehr auszuschließen, sagte er.

Vor allem in Norddeutschland, Brandenburg, Berlin und Ostsachsen seien von Abend bis Mitternacht Orkanböen und schwere Schäden zu erwarten. „Es hat gebietsweise schon enorm geregnet, so dass die Böden aufgeweicht sind“, erklärte Lehmann. „Deshalb werden in einigen Gebieten die Bäume durch den Sturm nach und nach umgedrückt.“ Außerdem müsse mit herabstürzenden Ästen und Dachziegeln gerechnet werden; vielerorts könnten Bächer über die Ufer treten. Zudem drohe in Norddeutschland in der Nacht eine Sturmflut.

Am Vormittag beobachtete Lehmann bereits schwere Sturmböen von 90 bis 120 Stundenkilometern in Baden, dem Schwarzwald, der Eifel und dem Hochsauerland. „Das sind nur die Vorläufer“, sagte Lehmann.

Der Sturm wird sich nach Angaben des Wetterdienstes im Laufe des Tages deutlich steigern. „Erst am späten Nachmittag geht es im Nordwesten Deutschlands richtig los“, sagte der Meteorologe. Dann werde eine Kaltfront, die Teil des Sturmtiefs sei, Deutschland überqueren. Dabei seien in exponierten Lagen Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometern zu erwarten. Meteomedia wie auch der Deutsche Wetterdienst rechnen ab der Mittagszeit mit Orkan-Böen von mehr als 110 Stundenkilometern. Sie sollen sich zunächst über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ausbreiten. Anschließend würden sie vom Nordwesten her südostwärts ziehen und das ganze Land erfassen.

In den südlichen Niederungen bleiben die Sturmböen bei Geschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern. Zwischen 16 und 24 Uhr sind die Böen deutschlandweit am stärksten. „Am sichersten ist es, dann zu Hause zu bleiben“, sagte Meteomedia-Meteorologe Holger Starke. Die Kaltfront werde voraussichtlich in drei Stunden die Bundesrepublik überqueren. Auch in ihrem Gefolge werde es weiter heftig stürmen. Entwarnung für ganz Deutschland werde wohl erst am Freitagmorgen gegeben werden können, wenn das Sturmtief nach Osten abgezogen sei.

Neben den Orkanböen erwartet Külzer auch stellenweise sintflutartige Niederschläge. Dies gilt für Nordrhein-Westfalen und Teile Niedersachsens. „Betroffen sind die westlichen Mittelgebirge“, sagte der Meteorologe. Hier könnten bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, stellenweise sogar 70 Liter.

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