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10.01.2010

11:12 Uhr

Schneestürme

Katastrophenalarm in Nordostdeutschland ausgerufen

Norddeutschland versinkt im Schnee. Einen Tag nach schlimmen Schneestürmen ist die Lage in weiten Teilen des Landes dramatisch. Im Landkreis Ostvorpommern wurde Katastrophealarm ausgelöst. Vielerorts sind an der Ostsee Flüsse über die Ufer getreten. In Schwerin wurde ein Krisestab des Innenministeriums eingerichtet. Tief "Daisy" hat zugeschlagen.

Eine Schneefräse räumt auf der Insel Rügen eine Straße frei. dpa

Eine Schneefräse räumt auf der Insel Rügen eine Straße frei.

HB SCHWERIN/LÜBECK. Heftige Schneestürme haben am Sonntag in Norddeutschland dramatische Entwicklungen ausgelöst und den Verkehr fast vollständig zum Erliegen gebracht. Am schlimmsten traf es Mecklenburg-Vorpommern, wo ein Krisenstab eingerichtet und teilweise Katastrophenalarm ausgerufen wurde, und Schleswig-Holstein.

Auf der Küstenautobahn 20 waren rund 170 Menschen über Nacht in ihren zugeschneiten Fahrzeugen eingeschlossen und konnten erst am Morgen befreit werden. Bei Anklam kämpften Rettungsmannschaften einen Regionalzug frei, der mit 14 Fahrgästen im Schnee steckengeblieben war.

Mit einem Tag Verspätung sorgte Tief „Daisy“ damit doch noch für die befürchtete Katastrophe. Einige Orte wurden vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten - Autobahnen und viele andere Straßen mussten gesperrt werden. Die Polizei rief Autofahrer dringend auf, ihre Fahrzeuge stehenzulassen. In Nordvorpommern kamen ein 27- und ein 29-Jähriger bei einem Autounfall im Schnee ums Leben.

An mehreren Orten traten die Ostsee und ihre Zuflüsse über die Ufer. Im schleswig-holsteinischen Dahmeshöved drohte ein Deichbruch, wegen der dort entstandenen Schäden wurden umgehend Ausbesserungsarbeiten veranlasst. Auch in Flensburg und der Altstadt von Lübeck waren ganze Straßenzüge von Hochwasser überflutet. In Travemünde peitschten die Ostseewellen gegen die Strandpromenade und rissen Ziegelsteine aus der Mauer, die dann unkontrolliert herumflogen, wie die Polizei mitteilte.

Im Landkreis Ostvorpommern wurde am Sonntagmorgen Katastrophenalarm ausgelöst, örtlich wurden auch Stromausfälle gemeldet. Eine Reihe von Zugstrecken wurde gesperrt, auch Autobahnabschnitte und Landstraßen waren stellenweise nicht mehr befahrbar. Auf den Inseln Rügen und Usedom und den Halbinseln Fischland, Darß, Zingst sowie dem küstennahen Festland brach der Verkehr fast völlig zusammen. Schon am Samstagnachmittag hatte der Nahverkehr im Küstenbereich den Betrieb eingestellt.

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