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23.03.2013

16:04 Uhr

Schuh-Hype

Von Lotus-Füßen und schwindelerregend hohen High-Heels

VonInge Hufschlag

In Leipzig hat der Schuh die Schwelle zum Museum überschritten. Lässt man Künstler und Architekten wie Keith Haring oder Zaha Hadid ran, kommt paarweise Großartiges heraus – eine Ausstellung experimentellen Schuhdesigns.

Schuhe wie diesen lassen sich im Grassi Museum „Für angewandte Kunst“ ab dem 28. März bestaunen. PR

Schuhe wie diesen lassen sich im Grassi Museum „Für angewandte Kunst“ ab dem 28. März bestaunen.

DüsseldorfAm Anfang lief der Mensch mit bloßen Füssen durchs Leben. Aber nicht allzu lange. Es galt die Füße vor Verletzungen und Kälte zu schützen, auch zu schmücken. So wurde Schuhwerk, mehr als jedes andere Kleidungsstück zum Kulturgut, vor allem für die höheren Stände. Nur Sklaven und Märtyrer liefen weiter barfuß.

Deshalb geben Schuhe auch im übertragenen Wortsinne Auskunft über den Stand des Trägers. Ist Er Soldat auf dem Sprung oder Sie Pop-Star auf dem Roten Teppich? Fußballer, Sprinter oder Surfer? Und dann erst die Schuhfetischisten und manischen Sammler wie beispielsweise Imelda Marcos.

Schuh-Infos

Starker Auftritt – die Ausstellung

Starker Auftritt: 28. 3. bis 29.9.2013, Grassi-Museum Leipzig, Johannisplatz 5 – 7, Dienstags bis Sonntags und Feiertags von 10 – 18 Uhr. www.grassimuseum.de

Schuh im Netz

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Niederländerin Liza Snook. Sie betreibt ein virtuelles Schuhmuseum: www.virtualsschoemuseum.com

Vom Leder ziehen

Das DLM Deutsches Ledermuseum Offenbach vereinigt drei Museen unter einem Dach: das Deutsche Schuhmuseum mit internationaler Fußbekleidung aus vier Jahrtausenden und einer Kunstgalerie, das Museum für angewandte Kunst mit Kunsthandwerk und Design vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Schwerpunkt Leder und das Ethnologische Museum mit den Abteilungen Afrika, Amerika, Asien, Frankfurter Straße 86, dienstags bis sonntags, 10 – 17 Uhr www.ledermuseum.de

Schuhmacher der Stars

Salvatore Ferragamo. Die Frauen lagen ihm zu Füßen: Greta Garbo, Rity Hayworth, Sophia Loren, Audrey Hepburn – die Liste der Stars ist lang und die Holzmodelle der berühmten Kundinnen sind ebenso zu bestaunen wie die schönsten Entwürfe des Meisters, in seinem Palast in Florenz, im Museo Salvatore Ferragamo, Piazza Santa Trinita 5r, täglich (außer Dienstags) von 10 bis 18 Uhr. Virtuelle Vorschau: www.ferragamo.com

Die ehemalige First Lady der Philippinen hatte im Laufe der Jahre mehr als 1200 Paar Schuhe angehäuft. Es soll auch Männer geben, die mehrere hundert Paar im Schuhschrank haben, wie gerade erst ein Schuh-Designer in Düsseldorf zugab.

Schuhe können kleine Kunstwerke sein, sogar abartig winzige, wenn man an die winzigen Lilienschuhe vornehmer chinesischer Damen denkt. Mehr Folter als Fashion. Dafür wurden Zehen gebrochen und Füße bandagiert, um die Lotusfüßchen klein zu halten.

Die daraus resultierenden Trippelschritte und die notwendige Anspannung der Beckenmuskulatur galten als stimulierend für die Liebeslust – vorzugsweise die des Mannes. Aber auch in anderen Kulturen finden Männer die auf großem Fuße leben, Frauen mit kleinen Füssen erotisch – siehe Aschenputtel.

Von den Bandagen hat sich die moderne Frau inzwischen befreit, doch fürs Folter-Instrument High Heel gibt sie heute freiwillig gern vierstellige Beträge aus. Darüber freut sich nicht nur die Männerwelt, sondern auch der Ärztestand, allen voran die Orthopäden. Film und Fernsehen überhöhen den Kult serienweise. Seitdem müssen Schuhe einen Namen haben, es sind „lovely Louboutins“ oder „meine Manolos“. Höher, schicker, enger

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Die Schuhmode folgt den Designer-Schauen auf dem Fuß.

Überdreht man den Hype und lässt Künstler, Designer und Architekten wie Keith Haring oder Zaha Hadid ran, kommt paarweise Großartiges heraus, eine Ausstellung experimentellen Schuh-Designs. Zu bewundern ab 28. März im Leipziger Grassi-Museum.

Da wird gespielt, gebaut und verziert mit den verschiedensten und ungewöhnlichsten Materialien vom Hightech-Gewebe bis zum Elefantendung. So entstehen abenteuerliche Skulpturen: Haifisch-Pumps, Wurzelbürsten-Sandalen, Absätze aus Pistolen, Holland-Klotschen in Busenform. Tragbar? Iwo! Aber sonderbar bis wunderbar.

Kommentare (1)

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goldeneye

23.03.2013, 16:39 Uhr

Ich mag gerne high heels zu Kostüm, Rock und Kleid. "frau" sieht da viel besser angezogen aus. Das möchten auch gerne Frauen mit "grösseren Füssen", damit meine ich beginnend ab Gr. 41. Leider fällt den Designern ab dieser Schuhgrösse gar nichts, rein gar nichts ein und man ist immer einer Riesen-Suchaktion ausgesetzt, solche Schuhe zu finden.Meistens werden ab 41 nur ALTBACKENE MODELLE angeboten. Also, Schuhdesigner, lasst euch endlich mal was einfallen.

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