Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.02.2014

14:11 Uhr

Schuhmode

Anzug hui, Schuhe pfui

VonMarie Mertens

In Anzüge investieren Manager oft mehrere Hunderte Euro, doch am Schuhwerk wird meist gespart. Dabei sind hochwertige Schuhe im Geschäftsalltag enorm wichtig. Im Trend liegen klassische Modelle mit farbigen Details.

Viele Männer investieren zwar in ihren Anzug, bei den Schuhen wird meist gespart. Dabei können Schuhe eine gewaltige Anziehungskraft ausüben. Foto: Floris van Bommel. PR

Viele Männer investieren zwar in ihren Anzug, bei den Schuhen wird meist gespart. Dabei können Schuhe eine gewaltige Anziehungskraft ausüben.

Foto: Floris van Bommel.

Schuhe können laut Dr. Claudia Schulz, Pressesprecherin des Deutsches Schuhinstituts, eine gewaltige Anziehungskraft entfalten. „Das wusste schon der französische Schriftsteller Honoré de Balzac, der sagte: 'Ein guter Beobachter sieht am Zustand der Schuhe, mit wem er es zu tun hat.'“. In der Realität gelte jedoch weiterhin die Devise: oben hui, unten pfui. Beim Anzug werde investiert, bei den Schuhen gespart. Die Schuhexpertin empfiehlt deshalb, im Beruf stärker auf das Schuhwerk zu achten.

Während in den vergangenen Jahren im Businessbereich fast ausschließlich klassische Schnürer getragen wurden, zeigt sich die Schuhmode momentan so facettenreich wie seit Jahren nicht mehr. Feine Lederqualitäten, ein leichter Glanz und schlankere Leisten stellen eine perfekte Ergänzung zu den hochwertigen Zwirnen der Anzüge dar.

Monks mit Doppelschnallen und Brogues mit Lochverzierungen am Schaft werden als Businessschuhe von den Marken aktuell am stärksten forciert. Parallel dazu bleiben verschiedene Bootie-Variationen wie edle Chealsea-Modelle, lässige Desert-Boots oder sportliche Sneaker angesagt. Diese Modelle sind laut Schulz oft mit markanten Rahmen, farbigen Sohlen oder originellen Details wie farbigen Elastikeinsätzen versehen. Sie bringen nicht nur mehr Pepp in den klassischen und eleganten Look, sondern unterstreichen auch den modischen Anspruch des Mannes. Wer keine strengen Dresscodes im Büro einhalten muss, kann sportive Modelle mit Gummisohlen oder auffälligen Abpolsterungen zum Anzug kombinieren.

„Grundsätzlich ist der steigende Anspruch an Qualität und Passform auch bei klassischen Schuhen zu bemerken“, weiß Reiner Pfeiffer von der deutschen Schuhmarke Sioux. So sorgen beispielsweise spezielle Sohlenmaterialien für Funktion und Leichtigkeit, ohne dass man auf den klassischen Chic verzichten muss. Insgesamt zeige der Businessschuh viel mehr Spielarten als in der Vergangenheit und mache ihn mit originellen Details wieder für eine jüngere Zielgruppe attraktiv.

In der aktuellen Saison beweisen Männer mehr Mut, in der Schuhmode Neues auszuprobieren. Laut Schulz geht die Tendenz dieses Frühjahr zu zwei großen Trends. Zum einen bieten Marken viele Sneaker im Retrodesign an, die Inspirationen und Details aus dem Running Sport aufgreifen. Materialmixe wie Hightech-Stoffe mit Leder sorgen für spannende Effekte und auch bei den Farben darf es wieder wilder zugehen. Zu Weiß und Silber gesellen sich klare Farben und mutige Kombinationen wie Türkis mit Orange oder Farbverläufe.

Nach starken Used- und Destroyed-Looks in den vergangenen Saisons konzentriert sich die Schuhmode wieder auf ruhigere Optiken. Während in den vergangenen Jahren kein Schuh ohne auffällige Veredelungen und Details auskam, dürfen die aktuellen Modelle wieder wie neu aussehen.

Ein weiterer Trend geht in Richtung italienischer Gigolo. „Ich denke da vor allem an die lässigen Loafer, die barfuß zu verkürzten, schmalen Hosen getragen werden“, so die Schuhexpertin. Wie bei hochwertigen Businessschuhen sollte man auch beim Kauf dieser Modelle auf die handwerkliche Verarbeitung, eine optimale Passform und hochwertige Materialien achten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

TobiasB

24.02.2014, 18:53 Uhr

Ich denke nicht, das Herren hier irgendwelchen Trends hinterher jagen müssen. Nicht umsonst sind die Klassiker Oxford und Derby seit über 100 Jahren beinahe unverändert. Zeitlos eben. Und ich hoffe doch sehr, dass sie das auch bleiben werden.

Allein das Farbspiel darf variieren, zumindest habe ich diesen Eindruck. Gerade zweifarbige Schuhe sind aktuell sehr populär. Aber auch das ist natürlich keine Neuerfindung, schließlich haben die sogenannten Spectators ihren Ursprung in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Festzuhalten bleibt: Je glatter und unverzierter, desto förmlicher der Anlass. Je mehr Verzierungen und Farben auf dem Schaft zusammenkommen, desto legerer sollte es zu gehen. Und ganz ganz wichtig: Egal welchen Schuhtyp Mann nun favorisieren mag, gepflegt sollte er sein. Mit teuren Schuhen zum Vorstellungsgespräch erscheinen und auch der Anzug sitzt perfekt. Wenn dann die Schuhe jedoch verdreckt sind, sagen wir damit in diesem Moment mehr über unsere Persönlichkeit als wir eigentlich vorhatten.

Was dazu ganz gut passt und wirklich im Trend liegt: Ein Schuhpflegeseminar. Auf unserem Blog gibt es dazu einen Erlebnisbericht aus Berlin (solch Event findet sich jedoch so gut wie in jeder deutschen Großstadt): http://www.shoepassion.de/blog/schuhpflegeseminar

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×