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31.05.2011

08:58 Uhr

Schwedisches Königshaus

Rotlicht-Affäre um Carl Gustaf spitzt sich zu

Schlammschlacht um Schwedens König: Carl Gustaf hat am Montag alle Anschuldigungen, er würde im Rotlichtmilieu verkehren, zurückgewiesen - ein Nachtclubbesitzer geht nun jedoch mit angeblichen Fotobeweisen hausieren.

Auch ein Fernsehinterview brachte keine neuen Erkenntnisse: Schwedens König Carl Gustaf und die Rotlichtaffäre. Quelle: dpa

Auch ein Fernsehinterview brachte keine neuen Erkenntnisse: Schwedens König Carl Gustaf und die Rotlichtaffäre.

StockholmDie Auseinandersetzung um angebliche Rotlicht-Aktivitäten von Schwedens König Carl XVI. Gustaf spitzt sich weiter zu. Unmittelbar nach einem Interview, in dem der König alle Vorwürfe als unwahr zurückgewiesen hatte, kündigte der serbische Ex-Nachtclubbetreiber Mille Markovic die baldige Veröffentlichung von kompromittierenden Fotos mit dem Monarchen an.

Er sagte in der Zeitung „Expressen“: „Eines Tages kommt der Beweis, und der Tag kommt näher. Es handelt sich nicht um Jahre, sondern Wochen oder Monate.“ Der mehrfach vorbestrafte Markovic sagte, er freue sich darauf. Carl Gustaf hatte am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TT erklärt; die Existenz solcher Bilder sei nicht möglich, weil es „keine Situationen“ gegeben habe.

Die Popularität des schwedischen Königs war nach seinem monatelangen Schweigen zu den Rotlicht-Vorwürfen drastisch gesunken. Das Stockholmer Echo auf den Inhalt des Interview fiel geteilt aus: „Zu spät“ und „hohes Risiko“ lauteten die überwiegenden Kommentare in Medien.

Schwedens Monarch Carl XVI. Gustaf hatte erstmals Vorwürfe über seine angeblichen royalen Rotlichteskapaden am Montagabend in einem Interview mit der schwedischen Nachrichtenagentur TT kommentiert

Auch angebliche Nachtclubbesuche weist der 67jährige weit von sich. ”Leider besuchen wohl sehr viele Menschen solche Clubs, die dann nicht immer wissen, wer da war und wer nicht”, entgegnete er dem Reporter, der den König auf Angaben aus dem im vergangenen Herbst erschienenen Buch ”Der widerwillige Monarch” ansprach.

In dem Bestseller behaupten mehrere Zeugen, Carl Gustaf in verschiedenen Sexclubs gesehen zu haben. Ob es denn irgendetwas gebe, das ihn erpressbar mache, wollte der Reporter wissen. ”Nein, das gibt es tatsächlich nicht”. Und ob er irgendwann einmal an einem Ort gewesen sei, den ein Staatsoberhaupt lieber nicht besuchen sollte? ”Man weiß manchmal nicht, in welchen Milieus man landet. Ich meine damit, dass man von einem Gastgeber eingeladen wird, der einen dann an verschiedene Orte mitnimmt”, wich der König etwas aus. Im Übrigen könne er sich ”nicht erinnern”, jemals in einem Sexclub gewesen zu sein.

Man sah dem König deutlich an, dass ihm das Interview mit einem Reporter fürchterlich unangenehm war. Freiwillig hat sich Carl Gustaf den Fragen des TT-Reporters auch nicht gestellt. Vielmehr war der Druck der sonst so duldsamen schwedischen Untertanen so groß geworden, dass der Hof keine andere Wahl zu dem von der schwedischen Presse als historisch bezeichneten Bußgang hatte. Als im vergangenen Herbst das Buch "Der widerwillige Monarch" erschien, brach für eine Mehrheit der schwedischen Royalisten eine Welt zusammen.

Regelmäßige Herrenabende, Sexclub-Besuche und eine Affäre mit dem vollbusigen ehemaligen Popsternchen Camilla Henemark – Carl Gustafs offenbar ausschweifendes Nachtleben ohne Gattin Silvia schockierte die Nation. Zwar gibt es seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen immer wieder Gerüchte über Carl Gustafs Eskapaden, doch Beweise für etwaige Seitensprünge gab es nie.

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