Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2013

13:29 Uhr

Skitourismus

Hilfe, die Russen kommen?!?

Vor sechs Jahren wollte der österreichische Skiort Kitzbühel die Anzahl der russischen Touristen begrenzen – und sorgte damit für Empörung. Doch wie gehen bekannte Skigebiete heute mit solchen Anfragen um? Handelsblatt Online hat nachgefragt.

Der Mond geht über dem Mont-Blanc-Massiv auf. Quelle: ap

Der Mond geht über dem Mont-Blanc-Massiv auf.

DüsseldorfDie Empörung war riesig: Anfang 2007 berichtete die scheidende Tourismusdirektorin des österreichischen Skiorts Kitzbühel, Renate Dandler, davon, dass der Skiort die Zahl der Russen auf maximal zehn Prozent begrenzen wollte. Eine Russenquote – für Österreichs damaligen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein ein Unding: „Das ist höchst unerfreulich und eine äußerst unglückliche Aussage.“ Eine Sprecherin des russischen Tourismusverbandes bezeichnete die Äußerungen als „absurd“ und „haltlos“, der Tourismusverband selbst wollte eine systematische Begrenzung bestimmter Besuchergruppen nicht bestätigen, es müsse sich um ein Missverständnis handeln.

Fast sechs Jahre ist die Posse um die Russenquote inzwischen her, der Strom an Winter-Urlaubern aus dem Osten in die Skigebiete in Österreich und der Schweiz aber nicht abgerissen. Im Gegenteil: Bei vielen Russen der Ober- und gehobenen Mittelschicht sitzt das Geld inzwischen locker genug, um mindestens einmal im Jahr in den Schnee zu fahren. Von insgesamt 1,3 Millionen Übernachtungen im österreichischen Mayrhofen entfielen 2011 130.000 auf Gäste aus Russland, Restaurants und Cafés bieten Speisekarten in kyrillischer Schrift an. Gerade in der ersten Januarwoche rund um das orthodoxe Weihnachtsfest ist die Anwesenheit deutlich bemerkbar: Bis zu 40 Prozent der Besucher kommen mit dem Flieger aus St. Petersburg, Moskau oder Samara.

Für viele Gäste aus anderen Ländern sind die russischen Touristen ein Ärgernis. Zu laut, zu betrunken, zu aggressiv, zu prahlerisch, lauten die gängigsten Vorwürfe. Für einige Urlauber Grund genug, ihren Reiseort nach diesem Kriterium zu wählen. Doch wie reagieren die Tourismusverbände der Skigebiete auf eine entsprechende Anfrage? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und vorgegeben, Urlaub für eine größere Gruppe buchen zu wollen. Einzige Bedingung: Es dürfen nicht zu viele Russen am Lift oder beim Après-Ski stören. Nachgefragt wurde im Schweizer Nobel-Kurort St. Moritz sowie in den österreichischen Gebieten Kitzbühel und Arlberg.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

BellaFigura

23.02.2013, 17:38 Uhr

wer den russischen Pöbel schon mal selbst im (Ski-)Urlaub erleben durfte, hat bestimmt Verständnis für eine Quotenregel.
Russen und auch Holländer können den Urlaub mal richtig versauen.

Gast

23.02.2013, 17:50 Uhr

Ebenso die Briten, wie auch die Deutschen. Andere hab ich bisher noch nicht erlebt, also kein Urteil.

RumpelstilzchenA

23.02.2013, 18:01 Uhr

Hilf, die Migranten kommen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×