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29.01.2016

10:44 Uhr

Stiftung Warentest

Jedes zweite Olivenöl ist mangelhaft

Olivenöl gilt als gesund und schmackhaft. Dumm nur, dass es bei der Qualität oft hapert. Die Stiftung Warentest hat die Hälfte aller getesteten Öle mit der Note fünf bewertet. Das einzige „Gute“ kostet 40 Euro pro Liter.

Die Qualität von Olivenöl entspricht oft nicht dem Preis. Reuters

Nicht nur vom Feinsten

Die Qualität von Olivenöl entspricht oft nicht dem Preis.

BerlinSchadstoffe, ranziger Geschmack oder falsche Herkunftsbezeichnung: Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“, die eigentlich als sehr gesund gelten, sind meist schlechter als ihr Ruf. Jedes zweite Olivenöl fiel im Test durch und bekam die Note „mangelhaft“, wie die Stiftung Warentest mitteilte.

Nur ein Öl wurde mit „gut“ bewertet - es kostet 40 Euro pro Liter. Stiftung Warentest prüfte 26 Olivenöle „nativ extra“; bei der Herstellung sind nur mechanische Verfahren erlaubt. Das Ergebnis: Selbst Bio-Olivenöle halten nicht das, was sie versprechen.

Vier der sechs getesteten Bio-Olivenöle bekamen von Stiftung Warentest die Note „Mangelhaft“, wie die Zeitschrift „Test“ am Donnerstag berichtete. Neun erhielten die Note „Befriedigend“ und drei die Note „Ausreichend“. Urteil der Prüfer in der Zeitschrift "Test": „Von wegen höchste Güteklasse.“

Olivenöl-Test 2016: Tops und Flops der Stiftung Warentest

Bedeutung

Knapp ein Liter Olivenöl verzehrt jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Wer viel davon zu sich nimmt, kann gesundheitlich profitieren. Denn es ist gut für Herz und Kreislauf.

Quelle: Stiftung Warentest

Schadstoffe

Fünf Olivenöle waren hoch mit Mineralöl belastet, in 20 Ölen wurden Pestizide nachgewiesen, fünf enthielten Weichmacher

Sieger

„O-Med Picual Extra virgin olive oil“ aus Spanien. Preis pro Liter: 40 Euro, Note: 2,4

Zweiter

„Hacienda Iber Arbequina Natives Olivenöl extra“ aus Spanien, Preis pro Liter: 16 Euro, Note: 2,6

Preis-Leistungs-Sieger

„Lidl / Andorinha Portugal Natives Olivenöl Extra“ aus Portugal, Preis pro Liter: 6,40 Euro, Note: 2,8

Viele Flops

13 der 26 getesteten Olivenöle erhielten die Note „mangelhaft“.

Test-Verlierer

„Agrestis Nettar Ibleo Organic & DOP Olio Extravergine di Oliva“, Bio, Preis pro Liter: 40 Euro, Note: 5,4

Empfehlungen der Tester (1)

Der Testzweite „Hacienda Iber Arbequina“ und „Monini Gran Futtato“ (Note 2,9, Preis pro Liter: 14,20 Euro)

Empfehlungen der Tester (2)

Das Bioöl „Rapunzel Kreta P.G.I Chania Kritis“ (Note: 3,1, Preis pro Liter: 18 Euro) sowie „Piccardo & Sayore 100% Italiano“ (Note 3,2, Preis pro Liter: 20 Euro)

In fünf Olivenölen stellten die Tester Mineralöl in hoher Dosis fest. Vier waren mit dem möglicherweise krebserregenden Mineralöl-Kohlenwasserstoff-Typ MOAH belastet, ein weiteres Öl enthielt Mineralöl-Kohlenwasserstoffe vom Typ MOSH, die sich im Körper anreichern können.

MOAH, MOSH und andere Schadstoffe können während des Press-Prozesses in der Mühle ins Öl gelangen. In dieser Phase kommen die Oliven mit Maschinen in Kontakt, die Schadstoffe abgeben können. Beim Auslaufen aus der Mühle nimmt Olivenöl wie alle Speiseöle fettlösliche Schadstoffe leicht auf, heißt es in „Test“.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte Hersteller und Händler umgehend zum Rückruf der mit Mineralöl belasteten Olivenöle auf. Sie stellten ein „ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar“, erklärte Foodwatch am Donnerstag in Berlin. Ihr Verkauf müsse „sofort gestoppt“ werden.

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