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15.01.2007

17:01 Uhr

Streit um Pensionen

Bei British Airways droht Streik

Aus Protest gegen die Pläne von British Airways (BA) zur Altersvorsorge wollen mehr als 8000 Flugbegleiter der Gesellschaft streiken. Wann es soweit ist und wie groß die Auswirkungen für die Fluggäste sein werden, ist jedoch noch unklar.

HB LONDON. Damit verschärft sich der Konflikt zwischen dem BA-Vorstand und den Arbeitnehmern bei der Sanierung der defizitären Rentenkassen. An der Börse gaben BA-Aktien rund ein Prozent nach.

Die Gewerkschaft Transport & General (T&G) teilte am Montag mit, 96 Prozent der Flugbegleiter hätten sich für einen Streik ausgesprochen. Insgesamt repräsentiert T&G etwa 30 000 BA-Angestellte aus verschiedenen Bereichen und ist damit die größte der vier Gewerkschaften bei der Fluglinie. Neben den umstrittenen Pensionsplänen zielt der Protest auch auf angestrebte Änderungen bei Unternehmensvorschriften zu Krankheit, Gehaltseinstufungen und anderen Arbeitsbedingungen.

BA zeigte sich in einer Mitteilung sehr enttäuscht von der Drohung der Gewerkschaft und bezeichnete einen Streik als vollkommen unnötigen Schritt. Man wolle noch im Laufe der Woche zu Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite zusammenkommen, teilte die drittgrößte Fluggesellschaft Europas mit. Eine Gewerkschaftssprecherin erklärte daraufhin, die strittigen Punkte könnten durchaus bei Verhandlungen gelöst und Streiks somit abgewendet werden.

In der ersten Januarwoche noch hatten sich BA-Management und Gewerkschaften nach monatelangen Verhandlungen auf einen Plan zur Halbierung des Pensionsdefizits von 2,1 Mrd. Pfund (gut drei Mrd. Euro) geeinigt. Unter der Bedingung von Änderungen der Arbeitsbedingungen stimmte BA dabei einer Einmalzahlung von 800 Mill. Pfund in den Pensionsfonds zu. Der Einigungsvorschlag muss aber noch von den Gewerkschaftsmitgliedern abgesegnet werden, was nun zu erneuten Problemen führt.

Während die Pilotengewerkschaft Balpa mit 3000 Mitgliedern den Plan am Freitag billigte, lehnte ihn die Gewerkschaft für das Bodenpersonal mit ihren 2600 Mitgliedern ebenfalls ab. Als vierte Gewerkschaft will Amicus seine 4000 Mitglieder am 22. Januar über den Sanierungsplan abstimmen lassen.

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