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12.04.2014

16:55 Uhr

Thomas Müller als Testimonial

Die Grill-Jünger

VonTimo Steppat

Die Deutschen lieben das Grillen – und sind bereit, für das Equipment viel Geld auszugeben. Das Luxus-Segment wächst. Doch ein Anbieter dominiert den Markt. Der Weber-Grill ist zum Tempo-Taschentuch der Branche geworden.

Die heiße Kost vom Rost: Bei den Deutschen steht Grillen noch im Kurs. Getty Images

Die heiße Kost vom Rost: Bei den Deutschen steht Grillen noch im Kurs.

MünchenChristoph Nauheimer steht vor dem geöffneten Kugelgrill. In einem Metallzylinder ist die Kohle abgebrannt, jetzt soll sie in der Schale gleichmäßig verteilt werden. So machen Profis das. Umständlich zieht sich Nauheimer Handschuhe an, die ihm fast bis zu den Ellenbogen reichen.

Sie sind mit einem schwarzen Fleece-Stoff überzogen und an den Hand- und Fingerflächen mit einer schmalen Gummierung versehen. Nauheimer hält inne. „Ich bin ja wirklich kein Verkäufer von Weber“, setzt er an. Er sagt den Satz an diesem Abend ziemlich oft.

„Aber mit den Handschuhen von Weber habe ich mich in all den Jahren kein einziges Mal verbrannt.“ Während er das sagt, schüttet er die Kohle aus und greift sich wie zur Bestätigung ein glühendes Brikett. Die 20 Teilnehmer der Grill-Akademie schauen interessiert zu und nicken schweigend.

Es stimmt: Der Koch und Grillmeister Christoph Nauheimer will wirklich nichts verkaufen, an diesem Abend wird auch nichts verkauft. Die Teilnehmer haben 100 Euro Eintritt bezahlt und müssen nicht mehr überzeugt werden. Zuhause steht ja schon ein Weber-Grill oder sogar ein zweiter. Die Weber'schen Wunder-Handschuhe haben die meisten längst im heimischen Garten.

An diesem späten Samstagnachmittag in München findet eine von jährlich fast 2000 Grill-Akademien von Weber Stephen in Deutschland statt. Grillbegeisterte lernen dabei, wie sie mit den heimischen Geräten auch kochen können, wie sie eine Schweine-Lende richtig für den Rost vorbereiten oder wie man mit einem Smoker die Schulter vom Rind räuchert. Jedes Detail, jedes Rezept und jeder Handgriff sind genau vom Unternehmen festgelegt. Alles basiert auf der Grillbibel, ebenfalls von Weber Stephen herausgegeben.

Die wichtigsten Fakten zum Grillen

Grillen

Im Sommer grillen 30 Prozent aller Deutschen mindestens einmal in der Woche. 50 Prozent grillen mindestens einmal im Monat.

Männer am Grill

27,9 Prozent der Frauen finden einen Mann am Grill sexy. Bei den Männern sind es 17,4 Prozent.

Grillen mit dem Holzkohlegrill

80 Prozent aller Deutschen verwenden Holzkohlegrills. Lediglich 44 Prozent der Befragten nutzen einen Elektrogrill, während 17 Prozent mit Gas grillen.

Fleisch und Würstchen

Fleisch und Würstchen gehören für knapp 71 Prozent aller Deutschen auf den Grill. Nur 11,8 Prozent bevorzugen die vegetarische Variante.

Fisch

17,9 Prozent der Deutschen mögen lieber Fisch vom Grill. Die gesündere Alternative bevorzugen am meisten Frauen mit knapp 20 Prozent.

Fleisch mit Bier-Aroma

Bier gehört bei rund 40 Prozent der Deutschen auf das Fleisch. Ein Schuss macht das Grillgut besonders knusprig.

Angekohltes Fleisch

33,3 Prozent der Befragten essen auch angekohltes Fleisch. Im Durchschnitt sind das mehr Männer als Frauen.

Grillen weltweit

Der erste und der letzte Grillabend im Jahr ist für die Grillfreunde ein besonderes Ereignis, dass oft mit einer Party gefeiert wird. Weltweit werden Meisterschaften ausgetragen und jeder Fernsehkoch, der etwas auf sich hält, zeigt mindestens eine Sendung übers Grillen im Jahr.

Knapp eine Millionen Mal hat sich das Buch  verkauft. Erst seit 1999 hat das Unternehmen eine Niederlassung in Deutschland, doch es hat sich in dieser Zeit zu einem der Platzhirsche der Branche entwickelt und ist heute wohl die Nummer zwei am Markt. Genaue Verkaufs- und Umsatzzahlen werden nicht veröffentlicht, doch nach eigenen Angaben kommt Weber auf einen „wertmäßigen Marktführer mit deutlichen Abstand“. Doch ganz abgesehen von den reinen Verkaufszahlen ist es dem US-Hersteller gelungen, das Thema Grillen fast vollständig für sich zu besetzen.

Der Erfolg von Weber ist direkt verbunden mit dem Grill-Hype in Deutschland. Rudolph Jaeger, Ratgeber-Autor und Manager des deutschen Grillsportvereins, erinnert sich: „Wer vor fünf Jahren seiner Frau gesagt hat, dass er 500 Euro für einen Grill ausgeben will, wäre für verrückt erklärt worden.“

Früher war ein Grill einfach ein Grill: Würstchen und Koteletts brutzelten darauf und brannten nicht selten an. Heute liegen T-Bone-Steaks auf dem Rost, die Ansprüche haben sich verändert. Mit indirekter Hitze wird das Fleisch wie in einem Umluftherd gegart. Grillen ist nicht mehr bloß das unkomplizierte Zubereiten von Essen, es hat sich zu einer Kunst entwickelt, die in unzähligen Büchern und Grill-Kursen gelehrt wird. Doch ganz am Anfang, als der Hype ausbrach, als der Grill auf einmal einen Deckel haben sollte, da gab es vor allem einen Anbieter: Weber Stephen.

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