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09.01.2010

11:54 Uhr

Tief „Daisy“

150 Flüge in Frankfurt gestrichen

Das angedrohte Tief "Daisy" mit heftigen Schneefällen und Sturm zieht am Samstagvormittag langsam von Westen heran: Später als erwartet begann es in Nordrhein-Westfalen und Hessen stark zu schneien. In Frankfurt sind 150 Flüge gestrichen worden, während der Flugbetrieb in Düsseldorf und Köln/Bonn normal verlief. In Nürnberg gab es den dritten Zwischenfall mit einer Air-Berlin-Maschine innerhalb nur einer Woche.

Arbeiter enteisen am Samstag am Frankfurter Flughafen eine Maschine. ap

Arbeiter enteisen am Samstag am Frankfurter Flughafen eine Maschine.

HB HAMBURG/NÜRNBERG/BERLIN. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob am Samstag die Unwetterwarnungen für die südlichen und mittleren Teile Deutschlands schrittweise auf. "Daisy" verlagere sich im Tagesverlauf vor allem in den Norden des Landes, hieß es.

Der Betrieb auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn lief nach Angaben eines Flughafensprechers am Vormittag zunächst ohne Behinderungen. Seit Freitagabend sind auf dem Flughafen in Frankfurt am Main allerdings 150 Flüge gestrichen worden. Grund seien starker Schnee, Wind und schlechte Sicht gewesen.

Für 300 bis 400 Lastwagenfahrer an der deutsch-französischen Grenze im baden-württembergischen Neuenburg entspannte sich die Lage: Die französischen Behörden ließen die auf der Autobahn fünf gestauten Fahrzeuge am Vormittag wieder auf die zuvor gesperrte Autobahn 35. Seit Freitagabend hatten die Lastwagenfahrer bei Minus-Temperaturen auf der Autobahn fünf ausgeharrt. Sie waren von deutschen Helfern mit Decken und Tee versorgt worden.

Da Tief "Daisy" langsamer als erwartet nach Deutschland zog, war in der Nacht das große Schneechaos auf den Straßen ausgeblieben. In einer ersten Zwischenbilanz zählte die Polizei in Nordrhein- Westfalen in der Nacht zum Samstag 108 witterungsbedingte Unfälle mit mehreren Verletzten. Ein Mensch, der in einem Auto mit Sommerreifen unterwegs war, kam ums Leben.

Die Landespolizeidirektion Stuttgart registrierte von Freitagmittag bis Mitternacht 170 Unfälle. Nach Angaben eines Sprechers wurden sieben Menschen leicht und einer schwer verletzt. Durch Schneefälle kam es auch in Bayern zu zahlreichen Verkehrsunfällen. In der Thüringen knickten Bäume um und behinderten zeitweise den Verkehr auf Landes- und Bundesstraßen.

Im Norden und Osten verlief die Nacht ohne größere Probleme. Trotz der bislang ruhigen Lage rechnen die Behörden weiterhin mit Unwetter bis Sonntag. "Im ganzen Land sind weiterhin Rettungskräfte, Polizei- und Feuerwehrbeamte sowie die Bundeswehr in Alarmbereitschaft und auf alles eingestellt", sagte der Sprecher des Lagezentrums in Kiel.

Bahnverkehr nur vereinzelt gestört

Beim bundesweiten Bahnverkehr kam es nur vereinzelt zu Behinderungen und Verspätungen. Die Lage sei trotz des Schneefalls stabil, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Samstag. Im Nah- und Fernverkehr müssten die Fahrgäste weiter mit leichten Verspätungen rechnen. Das Unternehmen sei aber zuversichtlich, dass die Lage sich entspannen werde.

Am Samstagmorgen hatte es vor allem im Südosten der Republik Störungen an Weichen und Oberleitungen gegeben. In Leipzig und Magdeburg kam es zum Teil zu erheblichen Verspätungen aufgrund von starkem Schneefall und Verwehungen. Dort habe die Bahn die Lage aber mittlerweile im Griff, sagte der Bahnsprecher. "Für die Bahn ist alles nicht so dramatisch, wie es prognostiziert wurde."

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