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23.11.2012

15:37 Uhr

Tipps eines Sommeliers

Knorriges vom Altmeister

Einer günstiger, ein knorriger, ein authentischer: Wein-Experte Michael Liebert empfiehlt drei gute Tropfen aus der italienischen Region Permont - und sagt, wann man sie am besten trinken sollte.

Wein ist nicht gleich Wein: Drei Empfehlungen vom Kenner. dpa

Wein ist nicht gleich Wein: Drei Empfehlungen vom Kenner.

Handelsblatt-Online-Autor Jürgen Röder ist durch Italiens Weinregionen getourt und hat seine eigenen Erfahrungen niedergeschrieben. Zusätzlich hat er den Sommelier Michael Liebert, ein Experte für italienische Weine, gebeten, drei Empfehlungen zu schicken.

Als Klassiker hat sich Liebert einen zugänglichen Barolo ausgesucht, der erstaunlich günstig ist, jedenfalls für die gute Qualität.

Barolo 2008 Sorano vom Weingut Ascheri

„Matteo Ascheri liebt die großen Weine aus Barolo. Es sind für ihn die perfekten Weine zu einem guten Sonntagsbraten, aber eben auch der Wein zum Meditieren und Sinnieren. Und so freut er sich, dass der Weinführer Gambero Rosso seine Barolo in den Kreis der großen Weine aufgenommen und mit fantastischen Bewertungen versehen haben.

Das Bouquet präsentiert sich erstaunlich offen. Aromen von Vanille, Himbeeren und dunklen Kirschen. Nur die floralen Aromen zur Abrundung müssen sich noch entwickeln. Am Gaumen wirkt er offen und verschlossen zugleich. Er zeigt schon sehr viel Frucht und doch hat man das Gefühl, da ist noch mehr, da wird sich in den nächsten Jahren noch einiges entwickeln.“

Optimaler Genuss: 2014 bis 2018, Preis: 21 – 24 Euro.

Als Weißwein hat der Experte einen aus der alten Rebsorte Arneis gewählt. Hergestellt von Bruno Giacosa, einem der Altmeister im Piemont.

Arneis 2011 von Bruno Giacosa

„In den 70er fast ausgestorben, in den 80ern und 90ern mühsam aufgepäppelt, hat sich die Rebsorte Arneis inzwischen eine große Fangemeinde erarbeitet. Wer allerdings den Arneis im Original verkosten will, der sollte mal den von Bruno Giacosa verkosten. Er kann als einer der wenigen auf alte Rebstöcke zurückgreifen. Beim 2011er musste ich schmunzeln. So einen bärbeißigen, knorrigen, eigenständigen Wein hatte ich schon lange nicht mehr im Glas.

Im Bouquet jede Menge Kräuter. Aber nicht die angenehm würzigen, mediterranen Kräuter, die wir inzwischen so gern in der Küche verwenden, sondern die bitteren, aromatischen Kräuter, wie ich sie noch von meiner Oma kenne. Heilkräutern aus denen gesunde Tinkturen und Umschläge entstanden. Sie sagen, das klingt nicht schmeichelhaft für einen Wein? Stimmt, aber der Wein ist trotzdem genial. Kein easy-drinking-Wein, sondern ein knorriger, sehr straffer, authentischer Wein. Faszinierend!“
Optimaler Genuss: 2013 bis 2016 - Preis: 16 – 19 Euro

Und als Ergänzung empfiehlt Liebert einen Tipp aus dem neuen Weinführer Slow Wine 2013. Ein authentischer und doch guter Wein vom Weingut Az. Agr. Pecchenino.

Dolcetto di Dogliani 2011 San Luigi

„Die Weine aus der Rebsorte Dolcetto werden fast durchweg vor Ort, von den Piemontesern selbst getrunken. Ungemein dicht in der Farbe, sehr aromatisch und absolut trocken, auch wenn der Name etwas anderes suggeriert. Weine, die man bereits jung trinken kann und die ein hervorragendes Preis-Genuss-Verhältnis bieten. Im neuen Slow Wine 2013 sind die Dolcetto aus Dogliani als Tipp für authentische und dabei sehr preiswerte Weine zu finden.

Ein fröhlicher, von frischen Früchten geprägter Duft. Am Gaumen dann aromatische Herzkirschen. Man meint, im Wein deren festen Biss und das saftige Fruchtfleisch zu spüren. Mit seiner violetten Farbe, seiner dichten, aromatischen Frucht und seiner süffigen Struktur, ist es der perfekte Wein für alle Tage. Er kommt ganz ohne Tannin aus, ist absolut trocken und wird im Piemont leicht gekühlt serviert.“

Optimaler Trinkgenuss: jetzt – 2015 - Preis: 10 – 12 Euro

Weitere Verkostungsnotizen italienischer Weine finden Sie auf der Website von Michael Liebert.

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