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03.01.2011

16:16 Uhr

Touristensteuer

Rom kassiert bei Hotelübernachtungen ab

Die italienische Hauptstadt Rom ist erfinderisch, wenn es um das Auffüllen der leeren Kassen geht. Der Bürgermeister zapft nun die Übernachtungsgäste der "Ewigen Stadt" an - direkt an der Quelle. Reisende müssen künftig mehrere Euro Aufschlag in Form einer Touristensteuer berappen, Nacht für Nacht.

Manche Römer reagieren verschnupft: Hotelgäste zahlen künftig in die Stadtkasse. Reuters

Manche Römer reagieren verschnupft: Hotelgäste zahlen künftig in die Stadtkasse.

HB ROM. In Rom ist zum neuen Jahr eine Touristensteuer in Kraft getreten. Um die leeren Stadtkassen wieder aufzufüllen, hat der amtierende Bürgermeister Gianni Alemanno beschlossen, bei jedem, der in der Ewigen Stadt übernachtet, bis zu drei Euro pro Nacht zu kassieren. Rom ist mit seinen Kunstschätzen, den antiken Stätten und dem Vatikan eine Touristenattraktion sondergleichen: Rund zehn Millionen Menschen besuchen die Stadt jedes Jahr. Bis zu 80 Millionen Euro Einnahmen erhofft sich nun die Stadtverwaltung von der neuen Kurtaxe.

In einem Luxushotel werden ab sofort drei Euro pro Nacht, Person und Bett fällig, in einem Drei-Sterne-Hotel sind es zwei. Hinzu kommt auch noch eine Erhöhung der Eintrittspreise für Museen und Denkmäler für alle, die nicht in Rom wohnen. Dabei geht es durchschnittlich um einen Euro pro Ticket. Auch bei Stadtrundfahrten mit Bussen und Bootsfahrten auf dem Tiber müssen Touristen nun mehr zahlen.

"Das ist viel zu viel", meinte ein Mitarbeiter des "Hotel Pacific" in der Nähe des Vatikans am Montag. Die Maßnahme könne eher Touristen abschrecken. "Besonders Ausländer, die von der neuen Regelung der Stadt Rom erfahren, könnten es sich anders überlegen, von den italienischen Kunden ganz zu schweigen", befürchtet die Besitzerin eines Drei-Sterne-Hotels im historischen Zentrum.

Doch es ist zu früh, um Bilanz zu ziehen. Medienberichten vom Montag zufolge verlief der erste Tag der neuen Steuer ohne Probleme. So hätten die Museen am Sonntag den üblichen Ansturm von Touristen verzeichnet. Und die Preiserhöhungen seien ohne Proteste akzeptiert worden.

Kommentare (2)

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trottellumme

03.01.2011, 17:38 Uhr

Man kann nur hoffen ,dass das so gefüllte Stadtsäckel auch zum Erhalt der Gebäude eingesetzt wird, welche die Touristen anziehen. Ansonsten dürfen diese wohl einem Verfall auf Raten zusehen, wie die neulich eingestürzte Gladiatorenschule in Pompeji beweist. Ähnliches droht derzeit dem Kolosseum. Leider steht der Schutz historischer Denkmäler nicht sehr hoch auf der politischen Agenda von berlusconi, so dass dies wohl bezweifelt werden darf.

Wolfgang Press

04.01.2011, 05:09 Uhr

Niemand muß nach Rom reisen. Außerdem habe ich erheblich Zweifel, dass das Geld für den Erhalt historischer Gebäude eingesetzt wird. Der Anteil den sich kurrupte Politiker einstecken dürfte nicht unerheblich sein.

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