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16.01.2007

16:31 Uhr

Touristikstudie der Dresdner Bank

Deutsche 2006 erneut Reiseweltmeister

Die Deutschen sind 2006 erneut ihrem Ruf als Reiseweltmeister gerecht geworden. Sie gaben mehr für ihren Urlaub aus, als die Amerikaner. Doch was nach einer guten Nachricht für Reiseveranstalter klingt, ist gar keine. Denn gleichzeitig nehmen die Deutschen ihre Reisen verstärkt selbst in die Hand.

HB FRANKFURT. Der jährlichen Touristikstudie der Dresdner Bank zufolge stiegen die Ausgaben für Auslandsreisen in Deutschland im vorigen Jahr um 3,5 Prozent auf den Rekordwert von 60,5 Mrd. Euro. Im Inland sorgte die Fußball-Weltmeisterschaft für Rekordeinnahmen bei Hotels und Gaststätten von 26 Mrd. Euro, mehr als zehn Prozent mehr als 2005, berichtete Dresdner-Bank-Volkswirt Hans-Peter Muntzke am Dienstag in Stuttgart auf der Reisemesse CMT. Während die Ausgaben für Auslandsreisen auch 2007 weiter steigen dürften, werde im Inland das Niveau des Vorjahres wegen des fehlenden WM-Effektes nur knapp gehalten.

Rund elf Prozent der weltweiten Reiseausgaben stammten 2006 von Deutschen, sagte Munzke. Damit dürften die Deutschen erneut vor den Amerikanern am meisten Geld für Auslandsreisen ausgegeben haben. Für 2007 rechnet die Dresdner Bank mit einem etwas schwächeren Anstieg um 2,5 Prozent auf 62 Mrd. Euro. Die Mehrwertsteuererhöhung werde die Kaufkraft der Bürger schmälern, erklärte Muntzke. Die Reiseausgaben seien davon voraussichtlich aber weniger stark betroffen als andere Konsumbranchen.

Die großen deutschen Reiseveranstalter hingegen können sich der Studie zufolge allerdings nicht sicher sein, in vollem Umfang am Wachstum teilzuhaben. „Das organisierte Reisegewerbe verliert Marktanteile“, urteilte Muntzke. Immer mehr Bürger buchten sich direkt über Internet Hotels und Billigflüge ins Ausland selbst. Der Deutsche Reiseverband hatte für das Touristikjahr 2005/2006, das am 31. Oktober endete, ein Umsatzwachstum von einem Prozent auf knapp 20 Mrd. Euro ermittelt.

Zudem verbreitet das führende deutsche Magazin für die Zivilluftfahrt, „Aero International“ eine gute Nachricht für Reisende: Der Luftverkehr im deutschsprachigen Raum war im vergangenen Jahr so sicher wie noch nie. Im Jahr 2006 gab es im Bereich der zivilen Luftfahrt keine Toten und keinen Totalverlust eines Flugzeugs. Der letzte tödliche Unfall liegt vier Jahre zurück. In der Statistik sind Unfälle von Klein- und Privatflugzeugen nicht berücksichtigt. Auch der internationale Luftverkehr hat den Angaben zufolge an Sicherheit gewonnen: 2006 gab es weltweit 43 Totalverluste mit 867 Toten. Im Jahr 2005 waren weltweit 1054 Menschen bei Flugzeugunglücken umgekommen.

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