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08.09.2016

21:33 Uhr

Umbuch-Odyssee bei Eurowings

Mein Traum vom Fliegen – der Tragödie zweiter Teil

Handelsblatt-Redakteur Alexander Möthe will immer noch nur in den Urlaub – und mit ihm Hunderte andere Eurowings-Kunden. Für die gestrichenen Flüge gibt es inzwischen Ersatz. Doch eine Frage bleibt: Wie kommt er zurück?

... wäre die Freiheit wohl grenzenlos. Doch derzeit dominiert beim steinigen Weg in den Urlaub der Boden der Tatsachen. dpa

Über den Wolken...

... wäre die Freiheit wohl grenzenlos. Doch derzeit dominiert beim steinigen Weg in den Urlaub der Boden der Tatsachen.

DüsseldorfDie gute Nachricht vorab (zumindest für mich): Mein Traum vom Fliegen und die Realität, sie nähern sich allmählich an. Sie erinnern sich vielleicht, vergangene Woche hatte ich geschildert, wie eine lange geplante Nordamerikareise aufgrund einer Flugannullierung zur Nervenprobe wurde. Inzwischen habe ich zumindest einen Hinflug nach Boston. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute: Statt von Düsseldorf geht der Flug ab München. Der eher unfreiwillige Unhold in allen Geschichten: die Fluggesellschaft Eurowings.

Unfreiwillig, weil die Low-Cost-Tochter der Lufthansa zwar im, wie sie selbst offen zugibt, schwierigen ersten Jahr mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hat, aber nach Informationen der Kollegen der „Wirtschaftswoche“ im aktuellen Fall von akuten Personalproblemen überrumpelt wurde. Die Langstreckenflüge sollten demnach von neueingestellten Piloten bestritten werden, die außerhalb des Tarifvertrags mit der Pilotenvereinigung Cockpit liegen.

Insider berichten den Informationen der Kollegen zufolge, dass die Gewerkschaft gegen diese Form des Lohndumpings zwar nicht streiken kann, in der Praxis sollen aber viele Neueinstellungen an den Sicherheitstests für Piloten gescheitert sein. Die wurden nach der Germanwings-Katastrophe 2015 massiv verschärft. Die Quintessenz: Kostendruck darf nicht zulasten der Sicherheit gehen.

Kommunikations-Odyssee bei Eurowings: Mein Traum vom Fliegen

Kommunikations-Odyssee bei Eurowings

Mein Traum vom Fliegen

Handelsblatt-Redakteur Alexander Möthe will eigentlich nur in den Urlaub. Doch Eurowings strich die Flüge, Ersatz gibt es seit Wochen nicht. Und damit ist er nicht allein. Es hapert vor allem an einem: Kommunikation.

Und Eurowings hat, wie es guter Service und die EU-Fluggastrichtlinien gebieten, korrekt auf die neue Situation reagiert. Die Strecke Köln - Boston musste gestrichen werden, die betroffenen Passagiere wurden auf „adäquate Ersatzverbindungen“ umgebucht. So weit, so gut. Aber in der Kommunikation dieser Umbuchungen und im Umbuchungsprozess kommt es nach wie vor zu Komplikationen.

Die Fluggäste wurden in der Regel vier Wochen vor Abflug von der Streichung informiert. Doch die meisten erfahren erst knapp eine Woche vor Abflug, wie es denn nun eigentlich weitergeht – wann, von wo und zu welchen Bedingungen. Viele Leser haben sich auf den ersten Artikel gemeldet und ihre Erfahrungen geteilt. In einer Zuschrift wusste ein Passagier vier Tage vor dem Start nicht, zu welcher Zeit und von welchem Flughafen es losgehen sollte. Auf der Facebook-Seite von Eurowings finden sich weitere Beispiele, Ungewissheit herrschte teilweise bis 48 Stunden vor Abflug.

Mein Hinflug geht nun von München nach Boston. Mit der Lufthansa. Inhaltlich sicherlich ein Upgrade. Doch fehlt wenige Tage vor dem Flugdatum immer noch jede verbindliche Spur, wie ich die über 600 Kilometer überbrücken soll. An der Hotline von Eurowings erklärt mir ein sehr freundlicher Mitarbeiter, dass ich doch bitte einen ICE buchen solle – aber 2. Klasse! – und die Kosten im Nachhinein einreichen möge. Das muss ich zunächst widerspruchslos, aber zähneknirschend hinnehmen.

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