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18.12.2014

08:39 Uhr

US-Zeichentrickserie

Simpsons erobern Schulen und Unis

Viele belächeln die Simpsons weiter als Zeichentrickserie. Doch viele Uniprofessoren und Studenten sehen mehr darin. Das Serienrepertoire bietet mit dem vielschichtigen Humor und den Anspielungen viel Raum zur Analyse.

Sie bieten nicht nur tumbe Unterhaltung, sondern teils bitterböse Satire: Die Simpsons-Stars Homer (rechts) und Bart Simpson. dpa

Sie bieten nicht nur tumbe Unterhaltung, sondern teils bitterböse Satire: Die Simpsons-Stars Homer (rechts) und Bart Simpson.

HeampsteadBart und Lisa Simpson sind seit 25 Jahren nicht über die Grundschule hinausgekommen. Und trotzdem spielen die beiden Kinder aus der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ inzwischen auch an zahlreiche Universitäten in den USA eine bedeutende Rolle. Dort werden immer häufiger Bezüge zu den „Simpsons“ verwendet, um die Aufmerksamkeit der Studenten zu wecken und Lehrstoffe in Literatur und zahlreichen Themen der Popkultur zu vermitteln.

„Wenn die Bezüge wichtig genug sind, um von den Simpsons verspottet zu werden, muss es sich um wichtige kulturelle Meilensteine handeln“, sagt Richard Pioreck, Englisch-Dozent an der Hofstra University auf Long Island im US-Staat New York. Er hat die Bewohner der Zeichentrick-Stadt Springfield seit mehr als zehn Jahren in seine Lehrveranstaltungen eingebunden.

Derzeit hält er einen Kurs über den Einfluss der „Simpsons“ auf Musicals und Theaterstücke am Broadway. Nächstes Semester steht ein Online-Literaturkurs auf seinem Lehrplan - Titel: „The D'oh of Homer“. Mit dem Ausruf „D'oh“ drückt Vater Homer Simpson in der amerikanischen Originalfassung seinen Frust oder Ärger über eines seiner vielen Missgeschicke aus - in der deutschen Version wird das nur mit einem einfachen „Nein!“ ausgedrückt. In dem Kurs behandelt Pioreck unter anderem Edgar Allan Poes „Der Rabe“ oder „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, auf die in „Simpsons“-Episoden Bezug genommen wird.

Die besten „Simpsons“-Zitate

Lenny

„1000 Dollar weniger, dass macht für den Chef einen Elfenbeinrückenkratzer weniger.“

Bart und Homer

Bart: „Ich hab die Arbeit satt. Arbeit ist was für Idioten.“
Homer: „Mein Sohn, ich bin stolz auf dich. Ich war doppelt so alt, als ich das herausgefunden habe.“

Homer

„Ich bin so klug! Ich bin so klug. K.L.U.K.! K.L.U.K.!“
Homer während er sein High School-Abschlusszeugnis verbrennt.

Homer

„Ich stimme dir theoretisch zu. Theoretisch funktioniert auch der Kommunismus.“

Homer

Tingeltangel-Bob

„Euer schuldiges Gewissen treibt euch dazu, die Demokraten zu wählen. Aber tief in eurem Innern sehnt ihr euch nach einem kaltherzigen Republikaner, der die Steuern senkt, Verbrecher brutalisiert und euch regiert wie ein König.“
Tingeltangel-Bob

Polizeichef Wiggum zu Mr. Burns

„Jetzt pass mal auf, Opi. Kein Gericht der Welt würde ein Baby verurteilen, hm, höchstens in Texas.“
Polizeichef Wiggum zu Mr. Burns

Homer und Marge

Homer kommt mit dem völlig demolierten Wagen nach Hause.
Marge: „Soweit ich mich erinnere, hatte der vorher keine gebrochenen Achsen.“
Homer: „Vorher, vorher, du lebst in der Vergangenheit, Marge. Damit muss endlich Schluss sein.“

Homer

„Auf den Alkohol! Der Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme!“
Homer

Polizeichef Wiggum

„Kann niemand Recht und Ordnung selbst in die Hand nehmen?“
Polizeichef Wiggum

Bart und George Bush Senior

Bart duzt den in die Nachbarschaft gezogene Ex-Präsidenten George Bush Senior ununterbrochen.
Bart: „Wer ist das, George? Wer ist das, George? Wer ist das, George?“ (beim Blick in alte Fotoalben)
Bush (seufzend): „Weißt du, Bart, als ich in deinem Alter war, haben wir Erwachsene nicht einfach geduzt.“
Bart: „Verstehe. (sinniert kurz) Willkommen im 21. Jahrhundert, George.“

Fidel Castro

„Wir haben alle von Anfang an gewusst, dass dieser Blödsinn nicht funktioniert.“
Fidel Castro in Bezug auf den Kommunismus

Schulrat Chalmers

Schulrat Chalmers zu Rektor Skinner:
„Hey vielleicht hat der ausgebrochene Geisteskranke, den sie engagiert haben in seinem Schuppen ne Priese Gift. (draußen geht Hausmeister Willie vorbei, den er meint) Ja, hallo, Willie.“

Hausmeister Willie

„Willie hört euch und Willie ist das egal.“
Hausmeister Willie

„Lehrer müssen die Dinge frisch halten“, sagt Denise Du Verenay, Dozentin an der St. Xavier University in Chicago. Sie ist Co-Autorin eines Buches mit dem Titel „„Die Simpsons“ im Klassenzimmer: Wie man die Lernerfahrung mit der Weisheit von Springfield vergrößern kann“.

Lehrer müssten versuchen, die Studenten zu erreichen, wie sie nur könnten. „Und die Simpsons zu verwenden, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, ist meiner Meinung nach brillant“, sagt sie und fügt an: „Der Kampf gegen die Popkultur nutzt niemandem.“

In den vergangenen Jahren haben auch andere Universitäten Kurse zu der Vorabendserie angeboten, die am Mittwoch ihren 25. Geburtstag feierte - darunter die Oswego State University in New York und die San Jose State University in Kalifornien.

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