Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.08.2011

13:08 Uhr

Verbraucherstudie

Wie viel Lebensmittel die Deutschen wegwerfen

Wissen Sie, wie viel Prozent Ihrer Lebensmittel Sie wegwerfen? Eine aktuelle Studie belegt, dass es deutlich mehr ist, als die Deutschen glauben. Dabei ließe sich die Hälfte der Abfälle leicht vermeiden.

Viele Lebensmittel landen ungeöffnet im Abfall. Quelle: dpa

Viele Lebensmittel landen ungeöffnet im Abfall.

DüsseldorfEs ist ein irrsinnige Verschwendung: In deutschen Haushalten wandern etwa 21 Prozent aller Lebensmittel in den Müll, weil Verbraucher ihre Einkäufe schlecht planen. Das ist das Ergebnis der Studie „Save Food“, die das Unternehmen Cofresco ("Toppits") kürzlich vorgestellt hat. Demnach wirft jeder Deutsche im Jahresdurchschnitt Lebensmittel im Wert von über 300 Euro weg. Fast ein Drittel der entsorgten Produkte landet sogar mit Originalverpackung in der Tonne.

Um den Gründen für diese Verschwendung auf die Spur zu kommen, befragten die Marktforscher nicht nur 1500 Verbraucher nach ihrem Wegwerf-Verhalten, sondern werteten auch so genannte Abfall-Tagebücher aus: Sieben Tage lang protokollierten die Teilnehmer der Studie auf einer Webseite, welche Lebensmittel sie in den Müll warfen. Zusätzlich wurden Online-Befragungen durchgeführt.

Die Ergebnisse Studie im Detail

Mehr als 20 Prozent der erworbenen Lebensmittel landen in Deutschland im Müll. Die Studie "Save Food" geht der Wegwerf-Mentalität der Verbraucher auf die Spur.

Wie viele Lebensmittel werden weggeworfen?

Mehr als 20 Prozent aller von Privathaushalten erworbenen Lebensmittel landen in Deutschland im Müll. Das sind 80 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Insgesamt kommen so 6,6 Millionen Tonnen zusammen.

Wo werden die meisten Lebensmittel weggeworfen?

Bei den drei untersuchten Ländern gab es Unterschiede: In Deutschland und Frankreich landen 21 Prozent der Lebensmittel in der Tonne. In Spanien sind es dagegen nur 18 Prozent..

Wie sieht der weltweite Vergleich aus?

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat das Phänomen der Lebensmittelabfälle auf globaler Ebene untersucht und deutliche Unterschiede festgestellt: Nordamerika und Europa belegen unrühmliche Spitzenplätze (280-300 Kilogramm pro Kopf und Jahr), gefolgt von Asien und Lateinamerika. Die wenigsten Lebensmittel werden in der Sub-Sahara-Region und in Südostasien weggeworfen (120-170 Kilogramm pro Kopf und Jahr). Allerdings hat die FAO die Gesamtmenge der verschwendeten Lebensmittel bei Produzenten, Verarbeitern und Konsumenten summiert - die Werte sind also nicht unmittelbar mit denen der vorgestellten Studie vergleichbar.

Welche Lebensmittel werden weggeworfen?

Obst und Gemüse machen mit 48 Prozent den größten Anteil aus. An zweiter Stelle liegen die Reste von selbstgekochten Mahlzeiten und Fertiggerichten (15 Prozent) und Backwaren (14 Prozent). Fleisch und Fisch sowie Milchprodukte machen jeweils etwa 11 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel aus.

Wieso werden so viele Lebensmittel weggeworfen?

Die Marktforscher vermuten, dass mangelnde Planung und falsche Aufbewahrung die Hauptgründe für die Verschwendung sind. Sie schätzen, dass 59 Prozent der Lebensmittelabfälle in Deutschland vermieden werden könnten.

Wie lässt sich die Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden?

Durch bessere Planung: Die Studie zeigt dass Menschen, die einen Einkaufszettel führen, weniger wegwerfen. Wer die Mahlzeiten der kommenden Woche im Voraus plant und gezielt einkauft, verschwendet weniger Lebensmittel. Außerdem lagern viele Konsumenten ihre Lebensmittel falsch, so dass sie schon vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatum verderben.

Gibt es Unterschiede beim Konsumentenverhalten?

Ja, denn nicht alle Verbraucher verhalten sich gleich verschwenderisch: Besonders ausgeprägt war die Wegwerf-Mentalität bei jüngeren Altersgruppen (bis 39 Jahre) und Menschen mit höherer Bildung: Wer mehr verdient, verschwendet auch mehr Lebensmittel.

Das Ergebnis: Die Verbraucher unterschätzen das Ausmaß ihrer eigenen Lebensmittelverschwendung systematisch. Zwar weiß die Mehrheit der Befragten, dass sich der Anteil weggeworfener Produkte durch den bewussten Umgang mit Lebensmitteln reduzieren lässt. Doch Werbung und Sonderangebote verleiten sie nichtsdestotrotz dazu, Lebensmittel in Mengen zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen.

Zudem werden viele Lebensmittel zu Hause falsch gelagert, weshalb sie unnötig schnell verderben. Die Forscher schätzen, dass sich durch bessere Planung und Aufbewahrung mehr als die Hälfte der Abfälle vermeiden ließe.

So schmeißen Sie weniger weg

Planvoller einkaufen

Machen Sie sich einen Essensplan über die Woche und legen Sie dabei Tage fest, an denen es Fisch, Pasta oder Fleisch geben soll. Schauen Sie vor dem Einkauf in Kühl- und Vorratsschrank nach, was Sie noch haben.

Kaufen Sie nur das ein, was Sie wirklich benötigen. Lassen Sie sich nicht von angeblichen Schnäppchen („Nimm zwei - zahl eins“) verführen.
Achten Sie stattdessen bewusst auf heruntergesetzte Waren mit noch kurzem Gütedatum. Kaufen Sie Obst und Gemüse frisch auf dem Wochenmarkt.

Reste verwerten

Messen Sie vor der Zubereitung die Essensportionen ab. Brauchen Sie Reste einer Mahlzeit auf, indem Sie sie am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen. Wärmen Sie Speisen wieder auf und frieren Sie überschüssiges Brot und Brötchen ein.

Kreieren Sie aus den restlichen Zutaten und Speisereste neue Gerichte. Machen Sie Suppen und Eintöpfe daraus und frieren sie ein.

Tagebuch führen

Versuchen Sie auch einmal über einen Monat hinweg in einem Tagbuch genau zu erfassen, wie viel Sie und Ihre Familie tatsächlich wegwerfen. Machen Sie einen sportlichen Wettkampf daraus, es im nächsten Monat besser zu machen. Wer verliert, muss aus Resten ein Dreigangmenü zaubern.

Und versuchen Sie Ihre Kinder anzuhalten, Ihre Mahlzeiten aufzuessen, indem Sie mit gutem Vorbild vorangehen.

Umweltverträglich konsumieren

Auch ohne jeden Tag im Biomarkt einzukaufen und Vegetarier oder Veganer zu werden, kann man umweltverträglicher konsumieren. Das geht so:

  • auf regionale Produkte Wert legen
  • mehr frische Produkte als Tiefgekühltes
  • weniger , aber dafür besseres Fleisch konsumieren
  • für den Einkauf nachhaltige Verkehrsmittel nutzen
  • möglichst wenige Mahlzeiten im Restaurant einnehmen
  • auf ökologische Herstellung achten
  • effiziente Haushaltsgeräte einsetzen
  • energiebewusstes Kochen
  • auf Ökostrom umsteigen
Regional einkaufen

Regionalität ist ein wesentliches Prinzip nachhaltigen Wirtschaftens. Sie sichert Arbeitsplätze bei heimischen Erzeugern und Verarbeitern von Lebensmitteln und sorgt für den Erhalt der lokalen bäuerlichen Landwirtschaft und der regionalen Kulturwirtschaft.

Durch kurze Wege zwischen Erzeuger, Verkäufer und Verbraucher tragen regionale Kreisläufe zur Umweltentlastung und zur Reduzierung von Lebensmittelmüll bei.

Wer regionale Produkte bevorzugt, erhält qualitativ hochwertige, frische Ware, fördert soziale Kommunikation und schafft die Basis für ein neues Verhältnis zu Nahrung und Konsum.

Gemüsekisten und -tüten im Abo

Eine Möglichkeit, auch in der Stadt bewusster einzukaufen und zu konsumieren, bieten Gemüseabos, die in vielen Bioläden, Reformhäusern oder auch direkt vom Landwirt als Lieferservice angeboten werden. Die Biobauern füllen die Gemüsekisten- oder tüten jede Woche mit wechselnden, regionalen Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft, meistens mit Produkten, die in der Region angebaut und geerntet werden.

Da die Tüte im Voraus bestellt und bezahlt wird, kann der Landwirt genau planen und erntet nur das, was auch verkauft wird. Der Rest bleibt dort, wo er am frischesten gelagert werden kann: unter der Erde.

Einen eigenen Bauern pachten

Bei der Community Supported Agriculture (CSA) in den USA steht der Aufbau einer langfristigen Partnerschaft zwischen Nutzer und Erzeuger im Vordergrund. CSA ist eine kooperative Form der bäuerlichen Direktvermarktung, die komplett auf den Zwischenhandel verzichtet.

Die Verbrauchergemeinschaft - meistens in Form eines Vereins oder einer Konsumgenossenschaft - trägt mit einem festen Monatsbeitrag die Löhne und die laufenden Kosten eines Hofes ihrer Region für ein ganzes Wirtschaftsjahr und wird dafür vom Hof mit Lebensmitteln versorgt.

Dadurch entsteht ein geschlossener Wirtschaftskreislauf, der für alle Beteiligten Vorteile bringt und zusätzlich gut für die Umwelt ist.

Selbsternteprojekte entstehen

Die ständig steigende Anzahl von Selbsternteprojekten wie „Gartenglück“, „Bauerngarten“ oder „Meine Ernte“ zeigt ein wachsendes Bedürfnis vieler Menschen, die Wege noch mehr zu verkürzen und einen stärkeren Bezug zu den eigenen Lebensmitteln zu gewinnen. Sie mieten eine Saison lang ein Beet oder ein Stück Acker vor der Stadt von einem Biobauern.

Das Land wird gemeinsam bewirtschaftet - später können die Mieter dann selbst über 20 Sorten Biogemüse ernten.

Urbane Landwirtschaft

Vielen ernährungsbewussten Menschen reicht es nicht mehr aus, sich Bioprodukte im Supermarkt zu kaufen: Der ökologische Anbau eigener Nutzpflanzen hat auch innerhalb der Städte angefangen. Immer mehr Gruppen erschließen sich grüne Räume in Hinterhöfen, auf Dächern und in stillgelegten Industriegebieten, um Obst und Gemüse zu züchten.

Auch die ansonsten etwas verschnarcht wirkenden Schreibergarten-Kolonien in den Städten erfahren seit ein paar Jahren regen Zulauf durch junge Paare und Familien. Viele Schulen richten wieder einen eigenen Schulgarten ein, geben Kochkurse und vermitteln globale Ernährungszusammenhänge.

Politische Einflussnahme durch Konsum

Der Gedanke des politischen oder kritischen Konsums basiert auf der Überzeugung, dass jeder Einzelne durch seine Kaufentscheidungen die Macht hat, Dinge zu verändern. Als Konsumenten stehen wir am Ende einer globalen Produktions- und Vermarktungskette, die in vielen Fällen mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verbunden ist.

Durch Veränderung unseres Kauf- und Konsumverhaltens können wir sowohl unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern als auch die sozialen Bedingungen der in der Landwirtschaft Beschäftigten verbessern helfen. Konsum wird also zu einer politischen Aktion.

Fairtrade, Carrotmob und Containern

Der Faire Handel baut partnerschaftliche Strukturen auf, die gewährleisten, dass Produkte zu fairen Bedingungen hergestellt und importiert werden. er sichert die sozialen Rechte der Produzenten in den Ländern des Südens (z.B. durch eine Mindestpreis-Garantie bei Kaffee). Den in Genossenschaften organisierten Produzenten wird eine Prämie gezahlt, die sie für soziale Projekte (z.B. Aufbau von Schulen) verwenden können.

Beim Carrotmob kommen Menschen gezielt zusammen, um mit ihrem Einkauf etwas zu bewirken. Die Einzelhändler geben, wie bei einer Auktion, ein Gebot darüber ab, welchen Anteil des Tagesumsatzes sie etwa in energiesparende Maßnahmen investieren wollen. Wer am meisten bietet, wird Gastgeber des Carrotmob. Im Internet rufen die Initiatoren der Aktion dazu auf, genau in diesem Geschäft zu einem bestimmten Zeitpunkt möglichst viel einzukaufen.

Containern ist in der linksalternativen Szene Deutschlands und Österreichs weit verbreitet. Mülltaucher können durch das Suchen nach aussortierten Lebensmitteln viel Geld sparen - doch hauptsächlich wird das Suchen nach Essen in den Hinterhöfen der Supermärkte als Protest gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gesehen.

Diese und weitere Tipps finden Sie in dem Buch von Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn "Die Essensvernichter. Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist" (Kiepenheuer & Witsch Verlag).

Lebensmittelverschwendung - was Staat und Co. tun sollten

Politisch eingreifen

Die weltweiten Verluste und die Verschwendung von Lebensmitteln müssen laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in den nächsten 15 Jahren um die Hälfte reduziert werden.

Gerade in Entwicklungsländern können die hohen Nachernteverluste durch eine bessere Infrastruktur, einen fairen Marktzugang von Kleinproduzenten, effektivere Wertschöpfungsketten, kollektive Vermarktungsstrategien und bessere Technologien vermindert werden. Aufklärungskampagnen für Bauern über Gründe für Lebensmittelverluste, Schulungen und Hygienetrainings können hier viel bewirken

Verantwortung der Unternehmen

Zum großen Teil verantwortlich für die immense Überproduktion und die Lebensmittelvernichtung sind einige wenige Agrar- und Chemiekonzerne, Banken und Börsenspekulanten. Nahrungsmittelspekulation, Landraub und der Export von Lebensmittelresten auf die Märkte von Entwicklungsländern gehören international geächtet und verboten.

Agrarsubventionen, die nicht einer nachhaltigen Landwirtschaft dienen, müssen abgeschafft werden.

Großflächiger Monokulturanbau darf nur noch unter strengen Umwelt- und Sozialauflagen erfolgen, ökologische Folgekosten müssen dabei eingerechnet und getragen werden.

Nahrungsmittelhersteller und Handel sollten gesetzlich verpflichtet werden, Ausschuss und Lebensmittelmüll regelmäßig zu melden und eine Steuer für die Verschwendung essbarer Lebensmittel zu zahlen, wenn sie diese nicht an karikative Organisationen verteilen.

Vernünftige Verbraucherangaben

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf verpackten Lebensmitteln sorgt für Verwirrung in Haushalten und sorgt dafür, dass viele Produkte in den Mülleimer wandern, obwohl sie noch einwandfrei genießbar sind. Das es dabei nicht um die Haltbarkeit, sondern um eine Gütegarantie geht, sollte ein treffenderer Begriff gefunden werden.

Frische Produkte wie Obst oder Gemüse benötigen darüber hinaus gar kein MHD. Waren, bei denen das Datum in wenigen Tagen erreicht ist, sollten weiterverarbeitet, zu rabattierten Preisen verkauft oder an soziale Einrichtungen und Organisationen abgegeben werden.

Kühlkette aufrechterhalten

Um leicht verderbliche Lebensmittel auf ihrem oft langen Weg zum Verbraucher frisch zu halten, ist eine geschlossene Kühlkette erforderlich. 35 Prozent aller leicht verderblichen Lebensmittel landen weltweit wegen mangelhafter Kühlung auf dem Müll. Dieser Verlust ließe sich durch bessere Kommunikation der Akteure untereinander und optimiertes Schnittstellenmanagement stark verringern.

Die Einhaltung der Hygienevorschriften lässt sich aber nur schwer kontrollieren, was die Skandale der letzten Jahre um Gammelfleisch, Ekelkäse und Co. deutlichen machten.

Funkendes Gemüse

Mit Hilfe so genannter RFID-Label - auch Funketiketten genannt - soll künftig das Logistik- und Lagermanagement optimiert werden. Eventuelle Unterbrechungen in der Kühlkette werden registriert und das Produkt kann ggf. entsorgt werden. Zudem lassen sich Nahrungsmittel besser identifizieren und verfolgen.

Allerdings haben die RFID-Chips auch einige Nachteile, etwa in Sachen Datenschutz, weil Bewegungs- oder Konsumprofile von Personen erstellt werden können.

Gut verpacken

Verpackungen aus Plastik und Aluminium erhalten die Qualität von Lebensmitteln über einen längeren Zeitraum. Vor allem in Entwicklungsländern sind angepasste Verpackungstechnologien von Bedeutung, um die hohen Nachernteverluste zu reduzieren.

Verpackungen verursachen jedoch auch Ressourcenverbrauch, Abfall und Kosten - eine Herausforderung für die Verpackungsindustrie.

Mogelpackung Biokunststoff

Von wegen umweltfreundliche Plastiktüte: Die Herstellung von Biokunststoff steht in direkter Konkurrenz zur Nutzung der Agrarprodukte für die menschliche Ernährung. Viele dieser Kunststoffe, etwa aus Polymilchsäuren, sind nur in industriellen Anlagen kompostierbar und werden eher als „Störfaktor“ beim Verrottungsprozess bewertet.

Im normalen Kunststoffrecycling sorgen biologisch abbaubare Kunststoffe sogar für eine schlechtere Qualität der recycelten Produkte. Laut Deutscher Umwelthilfe schneidet Bioplastik in der Ökobilanz nicht besser ab als Kunststoff aus Rohöl.

Überfluss sozial verteilen

Die mittlerweile 870 Tafeln in Deutschland sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und verteilen sie an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte - kostenlos oder zu einem symbolischen Beitrag. Kantinen in Schulen, Betrieben und Krankenhäusern könnten dazu auffordern, sich bereits einen Tag vorher für ein Auswahlessen zu entscheiden, um besser planen zu können.

Einige Händler reduzieren hierzulande die Preise für Waren kurz vor dem Anlauf oder mit leichten Beschädigungen. Die meisten aber scheuen dies, weil sie befürchten, sich damit die Preise kaputt zu machen.

Diese und weitere Tipps finden Sie in dem Buch von Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn "Die Essensvernichter. Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist" (Kiepenheuer & Witsch Verlag).

Doch Nahrungsmittel verkommen nicht nur beim Endverbraucher, sondern auch auf den langen Wegen vom Produzenten in die Läden: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt, dass weltweit rund ein Drittel der Nahrung bei Herstellern, Händlern und Verbrauchern verloren geht.

Zum Weiterlesen (Buch erscheint am 18. August 2011)

Stefan Kreutzberger, Valentin Thurn

Die Essensvernichter. Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist

Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 2011

320 Seiten

Von

mic

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Arme-Schafe-bald

09.08.2011, 11:46 Uhr

Nun, diese Dekadenz wird nun sehr bald vorbei sein.....
Dafür sorgen die Bankster und ihre Politiker Erfüllungsgehilfen......

Anonymikus

09.08.2011, 12:09 Uhr

Irgend etwas in der Aufstellung ist unlogisch: In Deutschland werfen wir 80 KG Lebensmittel pro Jahr und Kopf weg. In Nordamerika und Europa sind es 200 - 300 KG pro Kopf und Jahr und in der Sub Sahara Region und in Südosrtasien sind es 120 - 170 KG pro Kopf und Jahr. Demnach werfen wir Deutschen weniger weg, als alle anderen. Irgend etwas kann doch an den Daten nicht stimmem.

Michael_Braecher

09.08.2011, 13:56 Uhr

Das stimmt, die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Berechnungsgrundlagen: Die UN-Organisation für Ernährugn und Landwirtschaft zählt auch Lebensmittel mit, die bei der Produktion oder im Handel entsorgt werden. Eine entsprechende Erklärung wurde im Textkasten hinzugefügt. Danke für den Hinweis!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×