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11.01.2006

14:27 Uhr

Verkehrsprobleme

Kabeldiebe legen Ostbahnhof in Berlin lahm

Bahnchaos in Berlin: Langfinger haben an Bahnstrecken Erdungskabel geklaut und damit den Schienenverkehr durch die Hauptstadt erheblich gestört. Fernzüge durften den Ostbahnhof nicht anfahren. Im Ruhrgebiet ist Kabelklau im großen Stil seit längerem beliebt.

Am Berliner Ostbahnhof mussten Zugreisende von ICE auf S-Bahn umsteigen.

Am Berliner Ostbahnhof mussten Zugreisende von ICE auf S-Bahn umsteigen.

HB BERLIN. Zahlreiche Züge durften wegen des Kabelklau aus Sicherheitsgründen nicht mehr fahren. Auf einer der Hauptstrecken Berlins mussten Züge anhalten oder umgeleitet werden. Fernzüge von Hamburg Richtung Leipzig und München nutzten den Bahnhof Zoo als Kopfbahnhof und fuhren Richtung Westen auf einem Umweg weiter – mit bis zu 30 Minuten Verspätung.

Die Erdkabel verbinden die Oberleitungsmasten der Bahn mit dem Boden und wirken wie Blitzableiter. Bahn-Mitarbeiter hatten den Diebstahl am Morgen in der Nähe des Bahnhofs Rummelsburg im Osten der Hauptstadt entdeckt. Viele Fahrgäste mussten auf die Berliner S-Bahn umsteigen, die über ein eigenes Stromnetz verfügt und nicht von der Störung betroffen war.

Möglicherweise wollten die Diebe den Schrottwert des Metalls zu Geld machen, vermutete ein Sprecher der Bahnpolizei. Die Bahn hat Strafanzeige gestellt und will von den noch unbekannten Dieben Schadenersatz fordern. Die Reparaturkosten konnte das Unternehmen zunächst nicht beziffern. Insgesamt schnitten die Langfinger nach Angaben von Bahnsprecher Holger Auferkamp bei 18 Oberleitungsmasten mehr als 30 Meter Erdkabel heraus.

In Berlin hatte die Bahn bisher vor allem mit Schäden durch Grafitti-Schmierer zu kämpfen. Einen Kabelklau mit derart großen Folgen für den Zugverkehr habe es bisher noch nicht gegeben, sagte Bahnsprecher Auferkamp. Im Ruhrgebiet dagegen versilbern Metalldiebe scheinbar systematisch Bahnanlagen. 2005 seien neben Drähten und Kabeln sogar Schienen gestohlen worden, hatte die Bundespolizei Ende Dezember in Essen mitgeteilt. Sie bezifferte den Jahresschaden für die Region auf 70 000 Euro.

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