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07.01.2011

17:43 Uhr

Wegen Winterchaos

110 000 Bahnfahrer wollen Geld zurück

Tausende Bahnfahrer fordern nach dem Winterchaos im Schienenverkehr ihr Geld für Zugtickets zurück. Wie teuer das für die Bahn wird, ist noch nicht heraus. Klar ist: es sind deutlich mehr Beschwerden als im Vorjahr. Die Entscheidung über neue Züge für die Berliner S-Bahn steht unterdessen noch aus.

Nach zahlreichen Zugausfällen wollen tausende Bahnfahrer nun das Geld für die Tickets zurück. Quelle: dpa

Nach zahlreichen Zugausfällen wollen tausende Bahnfahrer nun das Geld für die Tickets zurück.

HB WEIMAR. Bei der Deutschen Bahn AG hätten bislang rund 110 000 Fahrgäste wegen Zugausfällen und Verspätungen eine Erstattung beantragt, sagte der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Ulrich Homburg am Freitag in Weimar der Nachrichtenagentur dpa. Das seien mehr als im vergangenen Winter. Mit welchen Summen das Unternehmen zu rechnen habe, sei bislang unklar. Viele Anträge würden noch bearbeitet. „Nicht jeder Antrag ist auch berechtigt“, sagte Homburg.

Bahnchef Rüdiger Grube verteidigte sein Unternehmen unterdessen gegen wachsende Kritik. Rasche Abhilfe gegen die Technikprobleme der Deutschen Bahn im Winter gebe es nicht, sagte er am Freitag in der ARD. Die Bundesregierung nahm den staatseigenen Konzern angesichts der vielen Zugausfälle und Verspätungen im verscheiten Dezember in Schutz. Das Verkehrsministerium drängte die Bahn zugleich zu Investitionen in eine neue S-Bahn-Flotte für Berlin. Mehr Geld vom Bund soll es dafür jedoch nicht geben.

Grube stellte in dem Interview fest: „Schnelle Lösungen gibt es bei der Bahn nicht, weil alles zertifiziert, alles berechnet, alles freigegeben werden muss vom Eisenbahnbundesamt.“ Der Bahnchef wies abermals die Behauptung zurück, die Bahn habe mit einem harten Sparkurs die Probleme selbst verursacht.

„Ich glaube, man darf es sich auch nicht zu einfach machen. Was haben zu dünn konstruierte Räder oder ein falsch ausgewählter Werkstoff an einer Achse mit Sparen zu tun? Überhaupt nichts“, sagte Grube. Hier lägen technische und konstruktive Mängel vor. „Das ist beim ICE 3 der Fall, das ist auch bei anderen Fahrzeugen der Fall, das ist auch bei der Berliner S-Bahn der Fall.“

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