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20.09.2012

11:39 Uhr

Werbe-Kampagne

Benetton sucht den „Arbeitslosen des Jahres“

VonKatharina Kort

Nicht den Mitarbeiter, sondern den Arbeitslosen des Jahres sucht die italienische Kleidungskette Benetton in ihrer neuen Kampagne. Sie will damit nach eigenen Angaben zeigen, dass arbeitslos nicht gleich faul ist.

Den Arbeitslosen des Jahres sucht die italienische Kleidungskette Benetton in ihrer neuen Kampagne.

Den Arbeitslosen des Jahres sucht die italienische Kleidungskette Benetton in ihrer neuen Kampagne.

Ist es Voyeurismus oder eine echte Chance? Das Textilunternehmen Benetton sucht nicht den Superstar, sondern den Arbeitslosen des Jahres. Bewerben können sich für die Kampagne „Unemployee of the Year“ bei der Unhate Foundation von Benetton Menschen unter 30, die ein Projekt haben – auch künstlerischer Art. Einzige Bedingung: die Bewerber dürfen keinen Job haben. Mit etwas Glück gehört er oder sie zu den 100 Gewinnern, deren Projekte mit 5.000 Euro von der Stiftung finanziert werden.

Mit der neuesten Kampagne findet Benetton wieder zu den Ursprüngen zurück, als die Marke mit schockierender Werbung zu sozialen Themen wie Aidskranken und Bootsflüchtlingen auf sich aufmerksam gemacht hat. Was in Deutschland als geschmacklos und Kommerz boykottiert wurde, wurde andernorts als sozial verantwortlich gefeiert. Eins hat das Haus damit auf jeden Fall erreicht: ins Gespräch zu kommen.

Jetzt entdeckt Benetton die Provokation wieder. Mit seiner Unhate-Kampagne, in dessen Fotomontagen Merkel Sarkozy küsste und der südkoreanische Regierungschef den nordkoreanischen Diktator, hat das Modehaus unter der Führung von Alessandro Benetton, der der zweiten Generation angehört, bereits wieder von sich reden gemacht.

Schon vor ein paar Jahren machte Benetton mit schockierender Werbung zu sozialen Themen wie Aidskranken und Bootsflüchtlingen auf sich aufmerksam. Mit dem „Unemployee of the Year“ möchte man zurück ins Gespräch kommen.

Schon vor ein paar Jahren machte Benetton mit schockierender Werbung zu sozialen Themen wie Aidskranken und Bootsflüchtlingen auf sich aufmerksam. Mit dem „Unemployee of the Year“ möchte man zurück ins Gespräch kommen.

Als nächstes nimmt sich Benetton nun dem Thema der Jugendarbeitslosigkeit an. Mit dem „Unemployee of the Year“ hofft die Marke, die in den vergangenen Jahren unter dem Druck von H&M und Zara Umsatz eingebüßt hat, auf den viralen Effekt: Die Kampagne soll sich also fast von selbst über die sozialen Medien im Internet verbreiten. Aber das kann Benetton nicht bestimmen. Es liegt  in der Hand der Webnutzer, ob sie das Thema spannend oder witzig genug finden, um es zu twittern, bei Facebook zu posten oder zu liken.

Alessandro Benetton selbst schreibt in seinem Blog, der bis Mittwochnachmittag nur dreimal getweetet wurde: „Michelangelo war jünger als 30, als er die Pietà gemeißelt hat, Einstein war 26, als er die Welt mit der Relativitätstheorie bewegt hat“.

Vielleicht findet Benetton mit seiner Ausschreibung nicht gerade den nächsten Michelangelo oder Einstein. Aber aktuell ist das Thema auf jeden Fall. Vor allem in Südeuropa. In Italien etwa hat jeder Dritte junge Mensch keinen Job.

 

Kommentare (1)

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carllson

22.09.2012, 18:47 Uhr

Es wird spannend sein, wie die Zielgruppe reagiert! Ich hab mir die Kampagne mal unter Zielgruppenaspekten näher angeschaut (http://wp.me/p1VQJF-6m). Fazit: Brilliant gemacht aber riskant.

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