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27.10.2011

14:21 Uhr

Wie im Kino-Film

Armer Inder gewinnt Million in TV-Show

Es erinnert an den Film „Slumdog Millionär“, ist aber tatsächlich passiert: In Indien hat ein Mann, der bisher von umgerechnet 85 Euro im Monat lebt, die Million gewonnen. Damit will er eine Bibliothek für Kinder bauen.

Der 26 Jahre alte Computertechniker Sushil Kumar (links) bekam von Moderator und Bollywood-Schauspieler Amitabh Bachchan den Check überreicht. dapd

Der 26 Jahre alte Computertechniker Sushil Kumar (links) bekam von Moderator und Bollywood-Schauspieler Amitabh Bachchan den Check überreicht.

Neu DelhiDer Traum vom großen Geld ist für einen armen indischen Staatsbediensteten wahr geworden. Wie im Kinofilm „Slumdog Millionär“ gewann der 26 Jahre alte Sushil Kumar in einem Fernsehquiz umgerechnet (713.000 Euro).

Der Mann, der in der ostindischen Kleinstadt Motihari von gerade einmal 6500 Rupien (85 Euro) im Monat lebt, besitzt nicht einmal einen eigenen Fernseher. Als er die Quizshow bei Nachbarn sah und eine Antwort nach der anderen wusste, drängten ihn seine Freunde, sich zu bewerben.

Showmaster und Filmstar Amitabh Bachchan sagte bei der Übergabe des Gewinnerschecks, bei der Gewinner und seine Ehefrau Freudentränen in den Augen hatten: „Sie haben Geschichte geschrieben. Durch Ihren Mut und Ihre Entschlossenheit sind Sie so weit gekommen.“

Bachchan präsentiert das weltweit bekannte Quiz seit elf Jahren im indischen Fernsehen, es ist eine der beliebtesten Sendungen. Sie inspirierte auch das Buch „Rupien! Rupien!“ von Vikas Swarup, das Grundlage für den preisgekrönten Film „Slumdog Millionaire“ war. Die Begeisterung bei der Aufzeichnung der Sendung am Dienstag sei „unvorstellbar“ gewesen, berichtete der Moderator.

Der Gewinner gab anschließend zu Protokoll, dass er gern lese. „Bevor ich hier gewonnen habe, konnte ich mir nicht viele Bücher leisten. Aber jetzt will ich mir eine große Bibliothek einrichten.“ Dort sollen Kinder aus seinem Heimatdorf den Zugang zu Büchern und Wissen bekommen können, an dem es ihm selbst so gemangelt habe. Einen weiteren Teil des Geldes wolle er zudem ausgeben, um sich auf den Aufnahmetest für die sehr begehrten Beamtenjobs im Land vorzubereiten, die Schulen seiner Eltern bezahlen, ein Haus zu kaufen und seinen Brüdern bei der Gründung von eigenen kleinen Unternehmen unter die Arme zu greifen.

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