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30.01.2005

10:00 Uhr

Wintersport in Kanada ist eine interessante Alternative zu den Alpen, nicht nur der Preise wegen

Auf Schaumweinpuder ab ins Tal

VonStefan Quante (Handelsblatt)

Wenn ihr einen Bären trefft: nicht in die Augen schauen, langsam rückwärts gehen und auf keinen Fall rennen." Mit diesen etwas ungewöhnlichen Worten bereitet Hoteldirektor Rudy Mack Neuankömmlinge auf ihren ersten Skitag in Whistler/Kanada vor.

HB WHISTLER. Der gebürtige Allgäuer leitet das neue Four Seasons Resort in dem größten Skigebiet Nordamerikas bei Vancouver im Staat British Columbia an der Westküste. Über 200 Abfahrten locken jährlich mehr als zwei Millionen Skifahrer an; Bären hin oder her.

Bis zu den Olympischen Winterspielen im Jahr 2010, wenn Vancouver und Whistler Austragungsorte sind, sollen es noch viel mehr werden. Die deutsche Schönheit Heidi Klum war schon mal da. Frisch verlobt mit Whistler-Bewohner Seal kehrte sie von einer Gletschertour per Hubschrauber zurück und war von Landschaft und Liebhaber gleichermaßen fasziniert, wie sie das Publikum wissen ließ.

Weniger prominente Besucher kommen meist über die Strasse 99 (den "Sea to Sky Highway") von Vancouver hierher. Die lässt den Skiurlaub gleich wunderschön beginnen. Vom Pazifik aus geht es 120 Kilometer an klaren Bergflüssen entlang, an vereisten Gebirgsseen und einem stattlichen Wasserfall. Über dem lebhaften Dörfchen Whistler erheben sich dann die beiden Hausberge Blackcomb und Whistler Mountain.

Die 1514 Meter Höhenunterschied zwischen Berg und Tal (so viel wie in keinem anderen Skigebiet Nordamerikas) und zahlreiche Gletscher machen Whistler zu einem schneesicheren Gebiet.

Weil die reichen Fischgründe des Nordpazifiks fast in Sichtweite sind, kommen auch Feinschmecker hier oben auf ihre Kosten. Im Araxi, dem unbestritten besten Restaurant des Ortes, sind lebend-frische Hummer aus der anderen Ecke Kanadas in Nova Scotia erhältlich, Ahi-Tunfisch mit japanischen Auberginen und pazifischem Wildlachs.

Küchenchef Jason McLeod vom Fifty Two 80 im Four Seasons Resort hat das Köcheln und Brutzeln bei den britischen Top-Küchenchefs Raymond Blanc und Marco Pierre White gelernt. Heute gehören zu McLeods Spezialitäten St. Petersfisch auf einem Rosinen-Kapern-Bett oder Tartar vom marinierten Ahi-Tunfisch und Wachtelei - und zwar zu verblüffend günstigen Preisen (drei stattliche Gänge für umgerechnet 21 Euro).

Was außer der exzellenten Küche, dem Hubschrauber-Skifahren, den Hundeschlitten und den derzeit erfreulichen Wechselkursen die elf Stunden Flugzeit hierher lohnt, das macht McLeods Chef Rudy Mack mit drei Worten klar: "Service, Service, Service!" So erwarten den Gast am Ende eines Tages die hoteleigenen Concierges am Fuß des Blackcomb Mountain, tragen die Ski ins Depot, tauschen Skistiefel gegen vorgewärmte Laufschuhe, offerieren heißen Cider (Apfelwein) und bringen die Skisachen in den Trockenraum.

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