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25.10.2014

13:37 Uhr

Winterzeit

Die Deutschen wollen nicht an den Uhren drehen

Am Sonntag endet die Sommerzeit – und die Uhren werden umgestellt. Doch in welche Richtung. Vor? Zurück? Warum viele Deutsche damit immer noch Probleme haben. Und die Zeitumstellung am liebsten abschaffen würden.

Der Winter kommt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr von 3 auf 2 Uhr vorgestellt. dpa

Der Winter kommt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr von 3 auf 2 Uhr vorgestellt.

DüsseldorfAm Wochenende werden etliche Menschen wieder verwirrt sein. Die Uhren werden umgestellt. Der Stundenzeiger wird am Sonntagmorgen um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgedreht. Man kann also ohne schlechtes Gewissen eine Stunde länger schlafen. Und doch sorgt die Zeitumstellung Jahr für Jahr für Unmut. Sollte man sie also einfach abschaffen?

Seit jeher wird über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. So votierte beispielsweise die CDU auf ihrem Parteitag im April für eine Abschaffung der Regel. Andernorts warnen Wissenschaftler vor „Mini-Jetlags“. Als 2013 die Umstellung auf Normalzeit anstand, wies die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin darauf hin, dass die veränderte Uhrzeit zu rund acht Prozent mehr Verkehrsunfällen führe.

Um ganze 25 Prozent schnelle die Zahl der Herzinfarkte nach der Umstellung auf die Sommerzeit nach oben, fanden US-Forscher heraus. Sie sehen Schlafmangel als mögliche Ursache für das erhöhte Gesundheitsrisiko.

Das Problem sei, dass die Menschen sich nicht so rasch an den anderen Hell-Dunkel-Rhythmus anpassen könnten. Weitere Initiativen aus der Politik gegen die Uhrumstellung blieben bislang erfolglos.

Merksprüche zur Zeitumstellung

„Immer zum Sommer hin“

Also im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück.

„Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer“

Im Frühjahr plus und im Winter minus.

„Früher aufstehen im Frühjahr“

Denn die Uhr wird vorgestellt und die Schlafzeit verringert sich um eine Stunde.

„Bei der Zeitumstellung ist es wie mit den Gartenmöbeln.“

Im Frühjahr kommen sie VOR die Tür, im Herbst ZURÜCK in den Schuppen.

„Im Winter gibt es Winterschlaf.“

Eine Stunde mehr Schlaf, denn die Uhren werden zurückgestellt.

„Spring forward, fall back.“

Im Frühling (englisch: spring) den Zeiger eine Stunde vordrehen, im Herbst (englisch: fall) eine Stunde zurück.

Dabei könnte vielen Deutschen die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Einer Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zufolge halten 71 Prozent der Befragten sie für überflüssig und wollen sie am liebsten abschaffen.

Etwa jeder Vierte kämpft demnach mit den Folgen der Uhrumstellung, vor allem Berufstätige klagen über gesundheitliche Probleme. Für die Bundesregierung ist eine Abschaffung laut Regierungssprecher Steffen Seibert aber derzeit kein Thema.

Obwohl die Umstellung Jahr für Jahr für Malheure sorgt - auch bei den Regierenden. So verschlief beispielsweise CSU-Chef Horst Seehofer im April dieses Jahres eine für acht Uhr angesetzte Telefonkonferenz mit der Bundeskanzlerin.

Er hatte offenbar vergessen, seinen Wecker auf Sommerzeit umzustellen. Erst als das Klingeln seines Handys nicht aufhörte, ist ihm nach eigenen Angaben schlagartig klar geworden: die Zeitumstellung! Die für acht Uhr geplante Telefonschalte habe dann erst um 8.07 Uhr begonnen.

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