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07.01.2009

10:36 Uhr

„Witterungsbedingte Störungen“

Arktische Kälte bremst Bahn aus

Die Bahnfahrgäste bekommen die Tücken der eisigen Kälte immer mehr zu spüren. Auf 265 Minuten summierten sich die Verspätungen, die die Abfahrtstafel des Berliner Hauptbahnhofs am Mittwochmorgen um 09.30 Uhr anzeigte.

Die Verspätungen bei der Bahn häufen sich. Foto: ap ap

Die Verspätungen bei der Bahn häufen sich. Foto: ap

HB FRANKFURT. Strenger Frost und die bisher kälteste Nacht des Winters sorgen für zunehmende Probleme im Bahnverkehr. Am Mittwoch verursachten Weichenstörungen in weiten Teilen des Bundesgebiets Verspätungen und auch Ausfälle von Zügen. Die niedrigste Temperatur in Deutschland wurde in der Nacht vom Deutschen Wetterdienst mit minus 29 Grad am Funtensee in den bayerischen Alpen oberhalb Berchtesgadens gemessen.

Auch in Hessen machte der starke Frost dem Bahnverkehr zu schaffen. Nach Angaben der Regionaldirektion in Frankfurt am Main war vor allem der Bereich Hanau betroffen, wo zwei Weichen witterungsbedingt nicht in Gang kamen. Dort fielen vier Regionalzüge im morgendlichen Berufsverkehr ganz aus.

Der Fernverkehr war dagegen von der Störung nicht betroffen. Verspätungen im Regionalverkehr gab es aber auch in anderen Teilen Hessens und in verringertem Umfang auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wie der Sprecher sagte.

Auf 265 Minuten summierten sich die Verspätungen, die die Abfahrtstafel des Berliner Hauptbahnhofs am Mittwochmorgen um 09.30 Uhr anzeigte. Am stärksten betroffen waren mit jeweils 60 Minuten ein Intercity-Express nach Frankfurt/Main und ein Regionalexpress der besonders im Berufsverkehr stark genutzten Linie Magdeburg-Frankfurt (Oder).

Auch am Frankfurter Hauptbahnhof mussten viele Reisende länger als geplant auf ihren Zug warten. Gegen 10.00 Uhr waren auf der Anzeigetafel zahlreiche Verspätungen zu lesen - sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr. Insgesamt summierten sich die zu erwartenden Verspätungen zu diesem Zeitpunkt auf mehr als 220 Minuten. Die größte Wartezeit mussten demnach Fahrgäste mit Ziel Hamburg-Altona hinnehmen. Ihr ICE hatte rund 60 Minuten Verspätung. Doch auch wer nach Berlin wollte, musste sich bei 45 Minuten Wartezeit gedulden. Für Züge nach 10.00 Uhr wurden aber kaum noch Verzögerungen angezeigt.

Dem Kältetod entging in Rheinland-Pfalz ein schwer verletzter Einbrecher. Der 44-Jährige wollte in der Nacht zu Mittwoch über eine Mauer zur Gaststätte der Burg Landshut klettern, fiel rund vier Meter und brach sich den Unterschenkel. Bei minus 16 Grad blieb er bewegungsunfähig liegen. Über Handy rief er seine minderjährige Tochter an, die daraufhin die Polizei verständigte.

Das hartnäckige Hoch „Angelika“ bescherte Deutschland derweil nicht nur die kälteste Nacht des Jahres, sondern auch dieses Winters. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren die minus 29 Grad in zwei Meter Höhe am Funtensee vor den minus 27,7 Grad im sächsischen Dippoldiswalde-Reinberg und minus 27,5 Grad im thüringischen Altenburg die Tiefstwerte. Noch kälter war es am Erdboden. So wurden an mehreren Orten in fünf Zentimeter Höhe sogar nur minus 31 Grad gemessen, nämlich in Sohland/Spree (Sachsen), in Arnsberg-Neheim (Nordrhein-Westfalen), in Holzdorf (Sachsen-Anhalt), Dippoldiswalde-Reinberg (Sachsen) sowie in Gera (Thüringen).

Den strengsten Frost in Deutschland gab es nach Angaben der Meteorologen in einem einem Streifen vom Saarland über die Mittelgebirge bis zur tschechischen Grenze. Damit war es dort deutlich kälter als zum Beispiel an den Alpen. An der Küste wurden teilweise sogar Plusgrade gemessen. In der kommenden Nacht wird es voraussichtlich nicht mehr ganz so kalt, weil von Norden her ein Niederschlagsgebiet nach Deutschland zieht. Es bleibt aber weitgehend frostig.

Mehr Informationen zu Versprätungen finden Sie hier.

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