Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2010

12:14 Uhr

Londoner Moderne-Auktionen

Sotheby’s trumpft mit Toplosen auf

VonMatthias Thibaut

Bessere Kunst, höhere Schätzungen, mehr Zuversicht. Bei den Londoner Moderne-Auktionen im Februar könnte der Aufschwung wieder einsetzen. Sotheby’s und Christie’s haben ihre Angebote im Februar deutlich gestärkt. Sogar der Hochpreismarkt soll weiter angeschoben werden: Sotheby’s bietet hiefür drei Toplose mit Preisen von über 10 Mio. Pfund an.

Eines der drei Toplose bei den Londoner Moderne-Auktionen ist ein Stillleben von Paul Cézanne. Geschätzter Wert: 10 bis 15 Mio. Pfund. Sotheby's

Eines der drei Toplose bei den Londoner Moderne-Auktionen ist ein Stillleben von Paul Cézanne. Geschätzter Wert: 10 bis 15 Mio. Pfund.

LONDON. Einige der Toplose wären wohl auch ohne den neuen Optimismus eingeliefert worden, wie die durch Restitution zum Verkauf kommende Gardasee-Landschaft von Gustav Klimt (12-18 Mio. Pfund). Besitzer sind nun eine europäische Familie und der 81-jährige Urenkel des Wiener Sammlerpaars Viktor und Paula Zuckerkandl, Gorges Jorisch.

Den großen „L’Homme qui marche I“ von Alberto Giacometti aus der Kunstsammlung der Dresdner Bank verkauft nun die Commerzbank. Drittes Spitzenlos ist ein museales Stillleben von Cézanne, zu dessen illustrer Provenienz die Sammlungen Albert Barnes, Chester Beatty, Eugene Thaw und Ortiz-Patino gehören. Das Bild blieb im Mai 2001 bei Sotheby’s in New York aber unverkauft und wird deshalb auch mit einer sehr vorsichtigen Taxe von 10 bis 15 Mio. Pfund angeboten.

Die Zuversicht war seit einem Jahr nicht mehr so groß: „Die Sammler haben unsere Ergebnisse vom November gesehen“, erklärt die Impressionistenexpertin von Sotheby’s, Helena Newman. Die Zahl der Transaktionen und die Bewegung im Markt seien spürbar gewachsen. Vor allem habe man im Krisenjahr 2009 „die konsistente Nachfrage nach großen Gemälden“ demonstrieren und Einlieferer durch starke Ergebnisse überzeugen können.

So schaut man nun nach vorn und setzt auf die ungebremste Lust an teurer Kunst. Sotheby’s gibt an, 20 Prozent der Käufer in den New Yorker Moderne-Auktionen im November hätten zum ersten Mal bei Sotheby’s gekauft. Massiv ausgeschüttete Boni und Finanzmarktgewinne des letzten Jahres könnten die Auktionen stützen. „Das Interesse an diesen Werken wird aus der ganzen Welt kommen“, so Newman.

Allerdings bleiben die Auktionshäuser selektiv, auch die Schätzungen sind vorsichtig. Sotheby’s versteigert nur 39 Lose in der Abendauktion mit einer Mindestschätzung von 70 Mio. Pfund, bei Christie’s 44 Lose mit einer unteren Schätzung von knapp 57 Mio. Pfund. Hier sind die Toplose eine „Zigeunerin“ von Kees van Dongen (5,5/7,5 Mio. Pfund) und eine Landschaft von Natalia Gontscharowa für 4 bis 6 Mio. Pfund. Beide Häuser haben das traditionelle Februar-Angebot deutscher Kunst in die Abendauktion einfließen lassen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×