Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2015

11:55 Uhr

„Mach's gut, Blödmann!“

Jon Stewart verabschiedet sich von der „Daily Show“

Jon Stewart und die „Daily Show“ sind Geschichte. Der 52-Jährige verabschiedete sich als Gastgeber der Satiresendung und bekam zur letzten Folge noch viele Grüße – unter anderem auch von US-Präsident Barack Obama.

Die Gäste in Jon Stewarts Satiresendung waren oft Hochkaräter – auch Präsident Barack Obama gehörte dazu. ap

Jon Stewart

Die Gäste in Jon Stewarts Satiresendung waren oft Hochkaräter – auch Präsident Barack Obama gehörte dazu.

New YorkJon Stewart (52) hat sich mit einer letzten Show voller Kurzauftritte von Kollegen als Gastgeber der US-Satiresendung „The Daily Show“ verabschiedet. „Ich habe große Neuigkeiten: Das ist es, das ist die letzte Folge“, sagte er am Donnerstagabend (Ortszeit). Allerdings ging er nicht, ohne eine klare Botschaft für die Zuschauer zu haben: „Bockmist ist überall“, warnte er. „Es gibt wenig, was man im Leben antrifft, was nicht von Bullshit durchtränkt ist.“ Die Zuschauer sollten immer wachsam bleiben: „Wenn ihr etwas riecht, sagt etwas.“ Rund zwei Millionen Menschen hatten regelmäßig die Satire-Comedy-Nachrichtensendung eingeschaltet, deren Konzept in Deutschland von der „heute-show“ übernommen wurde. Im Internet hat Stewart Millionen Fans.

Unter den Kollegen, die in der Show auftraten, waren Stephen Colbert, Steve Carell und Aasif Mandvi, deren Karrieren durch Stewarts Show einen gehörigen Schub bekommen hatten. Colbert, der in wenigen Wochen die Nachfolge von David Letterman als „Late Show“-Gastgeber antritt, rührte den 52-Jährigen mit einer Lobrede zu Tränen: „Wir verdanken dir, von dir gelernt zu haben, wie man eine planvolle Show macht, wie man sauber arbeitet, wie man die Menschen mit Respekt behandelt“, sagte Colbert. „Du warst in deinem Job so gut, dass es einen zur Weißglut getrieben hat.“

In kurzen Videobotschaften meldeten sich viele Politiker zu Wort, auch einige, die Stewart immer wieder aufs Korn genommen hatte. Der republikanische Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain sagte „Mach's gut, Blödmann!“, während er mit einer Stewart-Handpuppe spielte. Ex-First-Lady Hillary Clinton stellte zu Stewarts Abschied fest: „Ausgerechnet jetzt, wo ich mich um die Präsidentschaft bewerbe, was für ein Reinfall.“

Bruce Springsteen trat mit seiner E Street Band auf. Sie spielten „Land of Hope and Dreams“ und „Born to Run“. Zuvor hatte sich Stewart von seinen Zuschauern verabschiedet, aber betont: „Diese Show endet nicht. Wir unterbrechen nur die Unterhaltung für eine kurze Pause.“ Diese Metapher gefalle ihm sehr. „Ich sage nicht „Auf Wiedersehen“ oder „Gute Nacht“, ich sage nur „Ich werde mir einen Drink holen - und ich bin mir sicher, dass ich euch wiedersehe, bevor ich gehe“.“

16 Jahre lang hatte der 52-Jährige die Show beim US-Nischensender Comedy Central moderiert. Mit der Zeit wurde er zum unerbitterlichen Kritiker von Medien und Politik, zum linkem Gewissen der USA und zu einem Weltstar.

Die Show übernehmen wird Ende September Trevor Noah, ein südafrikanischer Comedy-Star, der in den USA bislang kaum bekannt ist. Dem bisherigen Moderator schickte US-Präsident Barack im Kurznachrichtendienst Twitter hinterher: „Sie waren ein großartiges Geschenk für das Land.“

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×