Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.11.2011

20:28 Uhr

„Madsen" als Sprachbotschafter

Deutsche Indie-Band ist Exportschlager in den USA

Die Rockband Madsen ist als Botschafter für die deutsche Sprache quer durch Amerika gereist. Rund 10.000 Schüler und Studenten haben die deutschen Musiker mit ihrer Tour „Mad About German - Mad About Madsen“ erreicht.

Sänger Sebastian Madsen (r) mit Gitarist Niko Maurer von "Madsen". dpa

Sänger Sebastian Madsen (r) mit Gitarist Niko Maurer von "Madsen".

San FranciscoMadsen-Fieber in den USA: „Madsen wir lieben euch“, „Verrückt nach Madsen“, „Sebastian, heirate mich“ steht auf selbstgemalten Schildern, kreischende Teenager drängen sich vor der Bühne. Die Brüder Sebastian, Sascha und Johannes Madsen sowie Bassist Niko Maurer aus dem niedersächsischen Wendland haben von der amerikanischen Ost- bis zur Westküste im Nu eine Fangemeinde erobert. Dabei sind sie das allererste Mal in den USA und sie singen ausschließlich auf Deutsch. „Mad About German - Mad About Madsen“ heißt das Motto der Tournee, 13 Konzerte in 11 Städten, von Boston über New York, Dallas, San Francisco bis zum Finale in Denver im US-Staat Colorado am Freitag (18. November). Die vier Musiker sind als „Botschafter für Deutsch“ unterwegs. Ausgedacht und organisiert wurde die Tour vom Goethe-Institut in San Francisco mit einer Finanzspritze vom Auswärtigen Amt und dem Europäischen Wiederaufbauprogramm.

„I love Madsen“, schwärmt die 17-jährige Kalifornierin Christianna Stafford. Und auf Deutsch fügt sie fast fehlerfrei hinzu: „Ihre Musik ist sehr cool und Spaß und hat viel Energie.“ An einem College in San Francisco hat sie die Band live erlebt, im Rahmen des Deutschunterrichts an ihrer High School. Ein Fan von mehr als 10.000 begeisterten Schülern und Studenten während der mehrwöchigen Tour. „Da hat vorher keiner mit gerechnet, dass das so abgeht und so großen Anklang findet“, begeistert sich Sascha, der Schlagzeuger der Band. „Ich hatte kleinere Konzerte mit ein paar Hundert Schülern erwartet und dann ist alles explodiert, teilweise waren mehr als 1500 Leute da und die Stimmung war umwerfend“. Mit Madsen hätten sie einen Glückstreffer gelandet, sagt Ursula Dinter, Leiterin der Spracharbeit beim Goethe-Institut in San Francisco.

„Wir wollten eine Gruppe, die Kontakt zu Jugendlichen aufnimmt, keine Starallüren hat und ein positives, authentisches Deutschlandbild rüberbringt.“ Das sei „Deutsch zum Anfassen“, meint Dinter. „Wir müssen die deutsche Sprache in den USA wieder mehr ins Visier rücken, aufgrund der starken Konkurrenz von Spanisch und Mandarin-Chinesisch und einer Bildungspolitik, die vollkommen fremdsprachenunfreundlich ist“, sagt die Sprachexpertin. Vor 20 Jahren bot fast jede öffentliche High School in Nordkalifornien Deutschkurse an, nach starken Budgetkürzungen gibt es vielleicht noch 25 überlebensfähige Programme, schätzt das Goethe-Institut. Landesweit ist die Lage ähnlich.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

kaffekranz

22.11.2011, 07:05 Uhr

exportschlager
13 rockkonzerte
10 000 zuhörer

die können nach ja noch jedem fan die hand geben.


was man mit steuergeldern und gefälligkeitsjournalismus eben so anfangen kann

marcello_de_grande

22.11.2011, 10:20 Uhr

Da kann ich "kaffekranz" nur Recht geben: ca 770 Zuschauer pro Konzert....sorry, da ist auf jedem Bauernfest in meinem Dorf mehr los.
Wenn jemand den Amis die deutsche Sprache durch Musik näher gebracht hat, dann war und ist das Rammstein. Ob man sie mag oder nicht, sie sind die erfolgreichste deutsche Band in den USA.
Politisch korrekte Pop-Rocker wie Madsen oder pseudo-unkorrekte Punkbands wie die Toten Hosen passen aber besser ins Bild.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×