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19.05.2014

17:03 Uhr

Mailand

Ambitionierte Messe für Fotokunst

VonEva Clausen

In Italien läuft das Geschäft mit der Fotografie schwerfällig. Umso größer ist die Herausforderung für die bevorstehende junge Mailänder Fotomesse MIA. Das Konzept ist eigenwillig. Jeder Stand bereitet eine Einzelausstellung vor.

Einiges zu entdecken gibt es auf den Fotoarbeiten der Koreanerin Won Seoung Won (hier: "wondering tomorrow") bei Podbielski Contemporary auf der Fotomesse MIA - Milan Image Art 2014. (Ausschnitt) WON Seoung Won,Podbielski Contemporary

Einiges zu entdecken gibt es auf den Fotoarbeiten der Koreanerin Won Seoung Won (hier: "wondering tomorrow") bei Podbielski Contemporary auf der Fotomesse MIA - Milan Image Art 2014. (Ausschnitt)

MailandVom 23. bis 25. Mai geht die Mailänder Fotomesse MIA – Milan Image Art zum vierten Mal an den Start. Weniger ist mehr, lautet die Leitlinie der MIA. Mit einem Künstler pro Stand kalkuliert sie; was zählt, ist Exklusivität. Ob sie sich auch bezahlt macht, ist eine andere Frage. Jedenfalls gestalten auch in diesem Jahr die Galerien, 82 an der Zahl, ihre Kojen wieder als Einzelausstellungen. Schauplatz ist die schicke Messeplattform Superstudio Più, eine Hochburg der Kreativität.

2011 wurde die Messe von dem Stahlindustrieunternehmer Fabio Castelli ins Leben gerufen, der seit Jahrzehnten leidenschaftlich zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt Fotografie sammelt. Castelli, der unter anderen auch den Fotobereich des Auktionshauses Farsettiarte aus Prato betreut, war daran gelegen, eine Lücke zu schließen, denn eine Fotomesse von internationaler Bedeutung gab es in Italien vor der MIA nicht. Es gab wohl kleinere Messen, in Lucca wie auch in Padua, doch keine, die auch nur entfernt in Reichweite der Grande Dame der Fotokunst, der Paris Photo, gelangen konnte.

Drehscheibe Mailand

Die Fotokunst tut sich in Italien schwer, die Skepsis der Sammler ist groß. Das Geschäft steht und fällt mit der Seriosität. Eben diese bietet die MIA unter der Leitung von Fabio Castelli. Da sie zudem ein reiches Beiprogramm auffährt und Drehscheibe für eine stattliche Reihe von Fotokunstverlagen ist, kletterte die Besucherzahl im vergangenen Jahr auf 20.000. Viele der Aussteller stammen aus Mailand, denn die Stadt, Metropole von Mode und Design, ist noch der fruchtbarste Boden in Italien für die Fotografie.

Blick auf die Kojen mit Einzelausstellungen auf der Mailänder Fotomesse MIA - Milan Image Art 2013. MIA - Milan Image Art

Blick auf die Kojen mit Einzelausstellungen auf der Mailänder Fotomesse MIA - Milan Image Art 2013.

13 Galerien reisen diesmal aus dem Ausland an, vor allem aus dem Nachbarland, der Schweiz, aber auch aus Moskau, Warschau und Berlin. So bespielt den Stand von Podbielski Contemporary die koreanische Fotokünstlerin Won Seoung Won. Sie zeigt Werke aus ihrer jüngsten Ausstellung „Sceptical Orgy“, die gerade bei Podbielski in Berlin zu sehen waren. Die farbenprächtigen Kompositionen von Won, Meiserschülerin von Professor Klaus Rinke an der Kunstakademie Düsseldorf 2002, wirken zunächst fast paradiesisch, doch auf den zweiten Blick beunruhigend. Denn in dem wohl komponierten Miteinander der Elemente – Pflanzen, Meere, Tiere, Räume und Müllkippen – fehlt eines, der Mensch.

Menschenleer ist auch die Fotoarbeit "Location (7)" von Hans Op de Beeck, dem die Galeria Continua (Sangimigano) ihren Stand widmet. Der belgische Künstler wird auf der Messe auch ein Seminar abhalten. Zudem streckt die MIA ihre Fühler aus. Im Januar 2014 begann sie ihre Kooperation mit der Arte Fiera, der traditionellen Kunstmesse von Bologna; im Herbst wird sie in Singapur debütieren: Während des vierten Singapore International Photography Festivals gastiert die MIA vom 24. bis 26. Oktober 2014 im Marina Bay Sands Messe- und Kongresszentrum.

„MIA – Milan Image Art“ läuft von 23. bis 25. Mai 2014 in Mailand, Superstudio Più, Via Tortona 27

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