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16.01.2017

13:21 Uhr

Maradona in der Oper

Diego-Fieber in Neapel

VonRegina Krieger

Diego Maradona tritt heute in der Oper auf und die Stadt am Vesuv dreht durch. Anhänger klassischer Musik protestieren, haben aber keine Chance. Zu groß sind die Verehrung und die Erinnerungen an glorreiche Zeiten.

Der ehemalige Weltfußballer Diego Armando Maradona tritt in der berühmten Oper in Neapel auf. Mancher wundert sich, was Fußball in der Oper zu suchen hat. Andere schweben noch immer im Andenken an den Helden. dpa - picture-alliance

Teatro di San Carlo

Der ehemalige Weltfußballer Diego Armando Maradona tritt in der berühmten Oper in Neapel auf. Mancher wundert sich, was Fußball in der Oper zu suchen hat. Andere schweben noch immer im Andenken an den Helden.

NeapelNein, singen wird er nicht, das steht schon fest. Das machen eher seine Fans auf den Rängen und in den Logen. Er wird reden über sein buntes Leben und dann kommen zu ihm auf die Bühne Überraschungsgäste. Maradona in der Oper: An diesem Montagabend findet in Neapel der wichtigste Termin des Jahres statt.

Diego Armando Maradona, Argentinier wie der Papst, früher Weltfußballer, noch immer vergöttert am Vesuv, tritt im Teatro di San Carlo auf, dem weltberühmten Opernhaus der Stadt, in dem einst Enrico Caruso sang. „Maradona live – Tre volte 10“ heißt das Spektakel, das der Regisseur und Schauspieler Alessandro Siani dem mittlerweile 56-Jährigen auf den nicht mehr ganz so schlanken Leib geschrieben hat.

Tre volte 10, drei Mal 10, der Titel hat Symbolkraft: 30 Jahre ist es her, seit der SSC Neapel mit Maradona als Sturmspitze und der „10“ auf dem Trikot den italienischen Meistertitel holte – zum ersten Mal nach 61 Jahren hatte ein Verein aus dem Süden die Mailänder und Turiner besiegt. 1990 gelang die zweite Meisterschaft in der Serie A, danach war in Neapel Schluss mit Erfolgen. Damals, 1987, wurde der SSC Neapel auch noch Pokalsieger.

Seit Monaten ist die Show ausverkauft, auch wenn eine Karte im Orchestersessel 330 Euro kostet und selbst die billigste noch 66 Euro. Alle wollten jetzt von ihm noch eine Ehrenkarte, seufzt Regisseur Siani, der mit seiner Produktionsfirma Best Live das die Show organisiert und das Opernhaus angemietet hat. Was er zahlt und mit welchem Erlös er rechnet, sagt er nicht. Nur das: „Im Frühjahr wird das Spektakel auf dem Kanal ‚Nove‘ von Discovery im Fernsehen gezeigt.“

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Maradona werde auf der Bühne des Opernhauses „Zeugnis ablegen von seiner Liebe zur Stadt und sein unglaubliches Leben erzählen”, so Siani, selbst aus Neapel und entsprechend emotional und mit dem Hang zur Dramatik, wie schon Goethe in seiner „italienischen Reise“ die Bewohner am Golf geschildert hat. Maradona sei der unwiderlegbare Beweis dafür, dass ein Mann allein das Gesicht einer Stadt verändern kann.

Das sehen allerdings nicht alle so. Entsetzt über die Show ist der 83-jährige Komponist und Opernregisseur Roberto De Simone, der in den 80er Jahren künstlerischer Leiter des Teatro di San Carlo war: „Nein und nochmals nein“, sagte er zitternd vor Wut im Fernsehen. „Wie tief sind wir gesunken? Das San Carlo ist das San Carlo – ein Tempel der Musik, was hat das mit Fußball zu tun? Hier waren Rossini und Donizetti und die größten Sänger sind hier aufgetreten und die besten Dirigenten.“

Kommentare (1)

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17.01.2017, 09:16 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

"Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel, Dirnberger,Trautmann....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

SPIEGEL

Danke

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