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18.01.2016

07:50 Uhr

Markt für Fotografie

Personeller Aderlass schockiert die Branche

VonBarbara Kutscher

Der schwächelnde Fotomarkt und die immer schwieriger werdende Akquise guter Ware fordern ihren Tribut. Sotheby’s lässt erfahrene Fotoexperten ziehen. Bei Christie’s drehte sich das Personalkarussell.

Kommt im Februar unter den Hammer: Rudolf Koppitz (1884-1936): "Bewegungsstudie (Study of Movement)", 1925, Gelatinesilberprint, 27.8 x 20.7 cm (Binnenmaße), 30 x 23.9 cm (Blatt), Schätzpreis 60.000 bis 80.000 Dollar. Quelle: Christie's Images Ltd. 2016

Ikone der Avantgarde in den 1920er-Jahren

Kommt im Februar unter den Hammer: Rudolf Koppitz (1884-1936): "Bewegungsstudie (Study of Movement)", 1925, Gelatinesilberprint, 27.8 x 20.7 cm (Binnenmaße), 30 x 23.9 cm (Blatt), Schätzpreis 60.000 bis 80.000 Dollar. Quelle: Christie's Images Ltd. 2016

New YorkFünf Prozent der Angestellten, das sind um die 80 von weltweit etwa 1.600 Mitarbeitern, nahmen im Dezember 2015 Sotheby’s Angebot eines Aufhebungsvertrags an. Aber wie der New Yorker Art Advisor Josh Baer in seinem Newsletter “The Baer Faxt” so richtig bemerkte, muss man sich fragen: „Wieviel Muskel versus Fett wurde weggeschnitten?”. Baer identifizierte unter anderem schon Scott Nussbaum und Aileen Agopian (Contemporary Art, New York) und auch Chris Mahoney und Beth Iskander (Photography, New York) als Abgänge.

Zu früher Generationswechsel

Vor allem für die Fotoabteilung bedeutet das nichts Gutes. Sie war schon im Dezember 2014 durch den Ausstieg der Chefin Denise Bethel, die über 24 Jahre massgeblich das Top-Ende des Marktes aufbaute, durchgerüttelt worden. Bethel beendete ihre Auktionskarriere mit einem Triumph: für “175 Masterworks” des New Yorker Finanziers Howard Stein hämmerte sie 21,3 Millionen Dollar zusammen, ein Rekord für eine Fotoauktion. Nun geht auch ihr Nachfolger Mahoney, der 20 Jahre lang bei Sotheby’s arbeitete (Iskander war auch schon 10 Jahre dabei), und überlässt das Ruder relativ Unerfahrenen.

Die Branche ist schockiert. Dieser Generationenwechsel käme zu früh. Wie konnte Sotheby’s das nur zulassen? Auch in Europa verlor das Haus wichtige Angestellte, so veränderte sich schon im Sommer die in Paris ansässige Europa-Direktorin Simone Klein. Sotheby’s reagierte nicht auf die Bitte einer Stellungnahme zur Zukunft der Fotoabteilung.

Umbau bei Christie's

Auch bei den Konkurrenten dreht sich das Personalkarussell mit selten gesehener Geschwindigkeit. Neuer „International Head“ bei Christie’s ist seit Herbst 2014 Darius Himes, der vorher beim renommierten Westküstenhändler Jeffrey Fraenkel arbeitete. San Francisco ist Wohnort einiger wichtiger Sammler von vor allem klassischer Ware. Himes sorgte gleich für Tabula Rasa, installierte ein neues Team und überholte den Kalender.

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