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27.01.2016

14:30 Uhr

Markt für Moderne

Und ewig lockt das Weib

Welche Kunstwerke, welche Motive werden die höchsten Zuschläge erhalten? Das fragen sich Kunstfreunde und Kenner vor den Londoner Auktionen mit impressionistischer und moderner Kunst. Christie's und Sotheby's locken ihre Kunden vor allem mit den Themen Frau und Maschine.

Auguste Rodins Bronze "Iris, Messagère des Dieux" kommt mit einer Schätzung von 6 bis 8 Millionen Pfund am 3. Februar 2016 unter den Hammer. Guss zwischen 1902 und 1905. Quelle: Sotheby's

Ein Lebzeitenguss aus der Werkstatt Rudigier

Auguste Rodins Bronze "Iris, Messagère des Dieux" kommt mit einer Schätzung von 6 bis 8 Millionen Pfund am 3. Februar 2016 unter den Hammer. Guss zwischen 1902 und 1905. Quelle: Sotheby's

LondonTechnik und Frauen - mit diesen Themen geben sich Christie’s und Sotheby’s in den Februar-Auktionen mit Impressionisten und der Kunst der Klassischen Moderne ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Gesamtwert aller fünf Auktionen wird von Christie’s auf 106 bis 160 Millionen Pfund geschätzt. Bei Sotheby’s liegt die Gesamtschätzung für nur vier Auktionen etwas höher, zwischen 129 und 183 Millionen Pfund.

Beide Auktionshäuser warten mit jeweils einer Arbeit des Franzosen Fernand Léger auf. Das bei Christie’s versteigerte Gemälde „Le Moteur“ (Taxe 4 bis 6 Millionen Pfund) stammt von 1918; „Eléments mécaniques“, das etwas größer ist und ein Jahr später gemalt wurde, wird bei Sotheby’s auf 3 bis 5 Millionen Pfund taxiert. Das mag daran liegen, dass Christie’s Los die erste jener mechanischen Arbeiten aus der bedeutendsten Schaffensphase des Künstlers ist. Darüber hinaus besticht die kleinere Arbeit durch interessantere Oberflächenbehandlung und größere Details. In beiden Arbeiten verewigt Léger das moderne Maschinenzeitalter, das er trotz und gerade wegen seiner Erfahrungen als Soldat im ersten Weltkrieg, bejubelte.

Surrealisten im Trend

Frauen sind natürlich das Thema der Surrealisten. So führt Max Ernsts Bild „The Stolen Mirror“ (1941) als teuerstes Los des Abends die separate Surrealisten-Auktion bei Christie’s an. Als Einziges reicht es in der Schätzung an 10 Millionen Pfund heran (7 bis 10 Millionen). Damit liegt die Erwartung leicht unter dem Bruttopreis, den die Arbeit erst 2011 bei Christie’s New York mit 16,3 Millionen Dollar eingespielt hatte. Der Spiegel in Ernsts Landschaft ist abwesend und verstärkt den geheimnisvollen Charakter des Bildes.

Um ein Spiegelbild geht es auch in Paul Delvaux’ Gemälde „Der Spiegel“ von 1936 (5,5 bis 7,5 Millionen Pfund), das bei Sotheby’s zum Aufruf kommt. Er reflektiert das Spiegelbild eines Frauenakts. Die Surrealisten liegen seit mehreren Jahren im Trend, vor allem bei asiatischen Käufern. Durchaus möglich, dass dieses Sammelgebiet wieder Rekordzuschläge melden kann.

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