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Maschmeyer, Middelhoff, Sinn und Co.

Diese Wirtschaftsbücher bereichern die Buchmesse

VonThorsten Giersch

Megathemen wie Künstliche Intelligenz dürfen nicht fehlen, aber die Bandbreite der besten Wirtschaftsbücher ist enorm. Klangvolle Autoren und spannende Biografien bieten Lesespaß und Erkenntnisgewinn. Eine Übersicht.

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Unter den Wirtschaftsbüchern der „Herbstkataloge” gibt es keine solchen Ausnahmewerke wie Yuval Noah Hararis „Homo Deus” oder „ Wem gehört die Welt” von Hans-Jürgen Jakobs aus dem ersten Halbjahr. Aber seit langer Zeit gab es keine so große Vielfalt unter den Wirtschaftsbüchern wie im zweiten Halbjahr 2017. Neben spannenden Randthemen gibt es drei große Blöcke: 150 Jahre „Das Kapital” bzw. 100 Jahre Kommunismus, Digitalisierung/KI und die Umgestaltung des Euro. dpa

Marx, Euro-Krise, aber noch viel mehr

Unter den Wirtschaftsbüchern der „Herbstkataloge” gibt es keine solchen Ausnahmewerke wie Yuval Noah Hararis „Homo Deus” oder „Wem gehört die Welt” von Hans-Jürgen Jakobs aus dem ersten Halbjahr. Aber seit langer Zeit gab es keine so große Vielfalt unter den Wirtschaftsbüchern wie im zweiten Halbjahr 2017. Neben spannenden Randthemen gibt es drei große Blöcke: 150 Jahre „Das Kapital” bzw. 100 Jahre Kommunismus, Digitalisierung/KI und die Umgestaltung des Euro.

Bild: dpa

Ein mutiges Buch mit starken, aber auch steilen Thesen: Rainer Hank ist mit “Lob der Macht” (Klett-Cotta-Verlag) mehr als nur eine Bestandsaufnahme gelungen, wie es um das Menschheitsprinzip bestellt ist. Die überzeugende Kernthese des Wirtschaftsjournalisten lautet: Macht ist per se weder gut noch schlecht. Ins Verderben führt, wenn kein echter Wettbewerb um die Macht stattfindet. Für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Warum Macht weder gut noch schlecht ist

Ein mutiges Buch mit starken, aber auch steilen Thesen: Rainer Hank ist mit “Lob der Macht” (Klett-Cotta-Verlag) mehr als nur eine Bestandsaufnahme gelungen, wie es um das Menschheitsprinzip bestellt ist. Die überzeugende Kernthese des Wirtschaftsjournalisten lautet: Macht ist per se weder gut noch schlecht. Ins Verderben führt, wenn kein echter Wettbewerb um die Macht stattfindet. Für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Selten hat ein Leser so wunderbar die Wahl: Will er sich die hochspannende Managerkarriere von Thomas Middelhoff vom Betroffenen selbst erzählen lassen oder von einem objektiven Biografen? Hier wird das Ringen um die Deutungshoheit nicht mit Wattebäuschchen ausgetragen. Fest steht: Bei Thomas Middelhoffs Autobiografie “A 115 - Der Sturz” (Langen-Müller Verlag) kann der Leser nicht wissen, was Wahrheit ist und was Lüge. Er sollte (ergänzend) zu folgendem Buch greifen … dpa

Middelhoff und sein Absturz

Selten hat ein Leser so wunderbar die Wahl: Will er sich die hochspannende Managerkarriere von Thomas Middelhoff vom Betroffenen selbst erzählen lassen oder von einem objektiven Biografen? Hier wird das Ringen um die Deutungshoheit nicht mit Wattebäuschchen ausgetragen. Fest steht: Bei Thomas Middelhoffs Autobiografie “A 115 - Der Sturz” (Langen-Müller Verlag) kann der Leser nicht wissen, was Wahrheit ist und was Lüge. Er sollte (ergänzend) zu folgendem Buch greifen …

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Ein Leben auf 288 Seiten. Keine Frage: Massimo Bognanni hätte noch viel mehr über Thomas Middelhoff schreiben können. Allein schon über das Ringen mit seinen Anwälten, das im Hintergrund stattfand. Selbst nach Erscheinen des Buches gab es noch Ärger um Wordings im Werbetext. Das sagt einiges. Jahrelang hat sich der Handelsblatt-Redakteur mit dem gescheiterten Manager beschäftigt und mit “Middelhoff - Abstieg eines Star-Managers” (Campus Verlag) ist ihm eine Biografie gelungen, die jede Mühe wert war. dpa

Middelhoff - die Biografie

Ein Leben auf 288 Seiten. Keine Frage: Massimo Bognanni hätte noch viel mehr über Thomas Middelhoff schreiben können. Allein schon über das Ringen mit seinen Anwälten, das im Hintergrund stattfand. Selbst nach Erscheinen des Buches gab es noch Ärger um Wordings im Werbetext. Das sagt einiges. Jahrelang hat sich der Handelsblatt-Redakteur mit dem gescheiterten Manager beschäftigt und mit “Middelhoff - Abstieg eines Star-Managers” (Campus Verlag) ist ihm eine Biografie gelungen, die jede Mühe wert war.

Bild: dpa

Zweifellos hat kein Buch in diesem Spätsommer mehr Schlagzeilen produziert: In seinem Buch “Bei Auftrag: Rufmord” (Herbig Verlag) erklärt Autor Stefan Schabirosky, wie er Carsten Maschmeyer und dessen einstigen Finanzvertrieb AWD quasi im Alleingang zerstört haben will – im Auftrag des Konkurrenten DVAG. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Ob sich die Lektüre lohnt ist Geschmackssache - einen Vorgeschmack gibt es hier. picture-alliance/dpa

Die vermeintliche Läuterung des Stefan Schabirosky

Zweifellos hat kein Buch in diesem Spätsommer mehr Schlagzeilen produziert: In seinem Buch “Bei Auftrag: Rufmord” (Herbig Verlag) erklärt Autor Stefan Schabirosky, wie er Carsten Maschmeyer und dessen einstigen Finanzvertrieb AWD quasi im Alleingang zerstört haben will – im Auftrag des Konkurrenten DVAG. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Ob sich die Lektüre lohnt ist Geschmackssache - einen Vorgeschmack gibt es hier.

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Um Finanzen geht es auch in Jessica Schwarzers neuem Buch „Hin und her macht Taschen leer?“, das im Börsenbuchverlag erschienen ist. Genauer: Um das Thema Börsenweisheiten bekannter Investoren - und was diese heute noch taugen. Denn die Börse hat sich seit André Kostolanys Zeiten gewandelt, heftige Turbulenzen sind heute an der Tagesordnung. Gerade Einsteigern bietet das anschaulich geschriebene Buch gute Erklärungen und Schwarzer verrät hier etliche nützliche Tipps, die auch noch erfahrene Anleger vor schmerzhaften Fehlinvestitionen bewahren können. Das Buch ist die Fortsetzung ihres Erfolgstitels „Sell in May and go away?“, das gerade komplett neu überarbeitet wurde - und natürlich ebenfalls sehr lesenswert ist.

Kostolany, Buffett und Co.

Um Finanzen geht es auch in Jessica Schwarzers neuem Buch „Hin und her macht Taschen leer?“, das im Börsenbuchverlag erschienen ist. Genauer: Um das Thema Börsenweisheiten bekannter Investoren - und was diese heute noch taugen. Denn die Börse hat sich seit André Kostolanys Zeiten gewandelt, heftige Turbulenzen sind heute an der Tagesordnung. Gerade Einsteigern bietet das anschaulich geschriebene Buch gute Erklärungen und Schwarzer verrät hier etliche nützliche Tipps, die auch noch erfahrene Anleger vor schmerzhaften Fehlinvestitionen bewahren können. Das Buch ist die Fortsetzung ihres Erfolgstitels „Sell in May and go away?“, das gerade komplett neu überarbeitet wurde - und natürlich ebenfalls sehr lesenswert ist.

Drei junge Autoren - alle um 1980 geboten. Sie kennen den Euro ihr halbes Leben und wissen nur aus Geschichtsbüchern, dass Zinsen auch steigen können. Nicolaus Heinen, Jan Mallien und Florian Toncar haben mit “Alles auf Anfang” (Campus Verlag) eine sehr gelungenen Leitfaden zum Zustand des Euro geschrieben. Ein Weiter-so sei keine Option, der Neustart der Währung nur durch einen umfassenden Maßnahmenkatalog möglich. Die Ideen sind nicht alle brandneu, aber aufgrund der Prägnanz und Lesbarkeit für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Wie der Neustart des Euro gelingen könnte

Drei junge Autoren - alle um 1980 geboten. Sie kennen den Euro ihr halbes Leben und wissen nur aus Geschichtsbüchern, dass Zinsen auch steigen können. Nicolaus Heinen, Jan Mallien und Florian Toncar haben mit “Alles auf Anfang” (Campus Verlag) eine sehr gelungenen Leitfaden zum Zustand des Euro geschrieben. Ein Weiter-so sei keine Option, der Neustart der Währung nur durch einen umfassenden Maßnahmenkatalog möglich. Die Ideen sind nicht alle brandneu, aber aufgrund der Prägnanz und Lesbarkeit für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Brexit-Votum, Flüchtlingsdeal mit der Türkei, Anleihenkauf der EZB: Im Juni 2016 ist viel passiert. Für Hans-Werner Sinn bedeuten die Ereignisse eine Zeitenwende, so dass er die Idee für das Buch namens “Der schwarze Juni” (Herder Verlag) umgehend in die Tat umsetzte. Nach 310 Seiten Bestandsaufnahme macht der berühmt-berüchtigte Ökonom 15 Reformvorschläge, die weit über wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Keine Bettlektüre, aber äußerst anregend und auch für den Wirtschaftsbuchpreis nominiert. dpa

Hans Werner Sinns nächster Streich

Brexit-Votum, Flüchtlingsdeal mit der Türkei, Anleihenkauf der EZB: Im Juni 2016 ist viel passiert. Für Hans-Werner Sinn bedeuten die Ereignisse eine Zeitenwende, so dass er die Idee für das Buch namens “Der schwarze Juni” (Herder Verlag) umgehend in die Tat umsetzte. Nach 310 Seiten Bestandsaufnahme macht der berühmt-berüchtigte Ökonom 15 Reformvorschläge, die weit über wirtschaftliche Aspekte hinausgehen. Keine Bettlektüre, aber äußerst anregend und auch für den Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Bild: dpa

Vier Autoren, ein großes Thema - und dennoch reichen ihnen 88 Seiten. Stéphane Hennette, Thomas Piketty, Guillaume Sacriste und Antoine Vauchez haben einen kleinen, aber feinen Leitfaden geschrieben, mit dem sich die Menschen “Europa zurückholen” sollen. Das Büchlein heißt “Für ein anderes Europa” (C.H. Beck Verlag) und enthält einen Vertragsentwurf, mit dem die Eurozone ein Parlament erhalten würde, wo Bürger wirklich Mitspracherecht hätten. dpa

Piketty kann es auch unter 1000 Seiten

Vier Autoren, ein großes Thema - und dennoch reichen ihnen 88 Seiten. Stéphane Hennette, Thomas Piketty, Guillaume Sacriste und Antoine Vauchez haben einen kleinen, aber feinen Leitfaden geschrieben, mit dem sich die Menschen “Europa zurückholen” sollen. Das Büchlein heißt “Für ein anderes Europa” (C.H. Beck Verlag) und enthält einen Vertragsentwurf, mit dem die Eurozone ein Parlament erhalten würde, wo Bürger wirklich Mitspracherecht hätten.

Bild: dpa

Einer geht noch zum Thema Euro: Satte 650 Seiten braucht Griechenlands ehemaliger Finanzminister, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Erwartbar munter beschreibt Yanis Varoufakis in “Die ganze Geschichte” (Kunstmann Verlag), wie er sich mit Europas Establishment angelegt hat. Zweifellos hat Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble die ein oder andere Begebenheit etwas anders in Erinnerung. Insofern bleibt dem Leser nichts anderes übrig als selbst zu urteilen, ob er dem bekanntesten Minister der griechischen Geschichte traut oder nicht. AP

Die Abrechnung des Yanis Varoufakis

Einer geht noch zum Thema Euro: Satte 650 Seiten braucht Griechenlands ehemaliger Finanzminister, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Erwartbar munter beschreibt Yanis Varoufakis in “Die ganze Geschichte” (Kunstmann Verlag), wie er sich mit Europas Establishment angelegt hat. Zweifellos hat Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble die ein oder andere Begebenheit etwas anders in Erinnerung. Insofern bleibt dem Leser nichts anderes übrig als selbst zu urteilen, ob er dem bekanntesten Minister der griechischen Geschichte traut oder nicht.

Bild: AP

In den USA hat Iris Bohnet mit “What Works” (C.H. Beck Verlag) für Aufsehen gesorgt. Nun ist das Buch (endlich) auf Deutsch erschienen. Die Professorin für Verhaltensökonomie an der Harvard-Universität macht eine einfache Frage kompliziert: Wie schaffen wir es, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen? Stark vereinfacht gesagt: Mehr Gleichstellung funktioniert durch das Überwinden von unbewussten Vorurteilen. Ein famoser Ratgeber für Frauen und Männer, die mehr über ihr Verhalten erfahren möchten.

“Nicht die Frauen müssen sich ändern, sondern die Spielregeln”

In den USA hat Iris Bohnet mit “What Works” (C.H. Beck Verlag) für Aufsehen gesorgt. Nun ist das Buch (endlich) auf Deutsch erschienen. Die Professorin für Verhaltensökonomie an der Harvard-Universität macht eine einfache Frage kompliziert: Wie schaffen wir es, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen? Stark vereinfacht gesagt: Mehr Gleichstellung funktioniert durch das Überwinden von unbewussten Vorurteilen. Ein famoser Ratgeber für Frauen und Männer, die mehr über ihr Verhalten erfahren möchten.

Man muss nicht siegen, um ein Champ zu sein. Das bewies der langjährige Box-Weltmeister bei seiner knappen Niederlage gegen Anthony Joshua im April. Lange schon hat sich Klitschko mit seiner zweiten Karriere als Manager befasst. Nun ist sein erstes Buch draußen.  In “Challange Management” (Campus Verlag) schicken er und Co-Autorin Stefanie Bilen die etablierte Managementlehre nicht auf die Bretter in dem Sinne, dass sie die Welt neu erfinden. Aber das Buch schafft es, den Begriff “Challange Management” gekonnt in die Köpfe der Leser zu bekommen. dpa

Klitschko tauscht Handschuhe gegen Tastatur

Man muss nicht siegen, um ein Champ zu sein. Das bewies der langjährige Box-Weltmeister bei seiner knappen Niederlage gegen Anthony Joshua im April. Lange schon hat sich Klitschko mit seiner zweiten Karriere als Manager befasst. Nun ist sein erstes Buch draußen. In “Challange Management” (Campus Verlag) schicken er und Co-Autorin Stefanie Bilen die etablierte Managementlehre nicht auf die Bretter in dem Sinne, dass sie die Welt neu erfinden. Aber das Buch schafft es, den Begriff “Challange Management” gekonnt in die Köpfe der Leser zu bekommen.

Bild: dpa

150 Jahre “Das Kapital” - und Karl Marx wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Grund genug für eine ganze Reihe von Biografien. Eine sehr überzeugende ist Jürgen Neffe gelungen. In “Marx - der Unvollendete” (S. Bertelsmann Verlag) bleibt wie der Titel schon sagt die These stehen, dass die Marx`schen Ideen noch nicht zu Ende gedacht wurden. Ebenfalls sei die Biografie von Gareth Stedman Jones sehr empfohlen: In “Karl Marx” (S. Fischer Verlag) entwirft der britische Historiker ein intellektuelles Meisterwerk, die von zahlreichen Rezensenten als die beste überhaupt bewertet wird.

Über Karl Marx zum Jubiläum

150 Jahre “Das Kapital” - und Karl Marx wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Grund genug für eine ganze Reihe von Biografien. Eine sehr überzeugende ist Jürgen Neffe gelungen. In “Marx - der Unvollendete” (S. Bertelsmann Verlag) bleibt wie der Titel schon sagt die These stehen, dass die Marx`schen Ideen noch nicht zu Ende gedacht wurden. Ebenfalls sei die Biografie von Gareth Stedman Jones sehr empfohlen: In “Karl Marx” (S. Fischer Verlag) entwirft der britische Historiker ein intellektuelles Meisterwerk, die von zahlreichen Rezensenten als die beste überhaupt bewertet wird.

Apropos Jahrestag: 1917 endete in Russland die Ära der Zaren und der Kommunismus startete seine “Erfolgsgeschichte”. Grund genug für Gerd Koenen, dessen Geschichte in “Die Farbe Rot” (C.H. Beck Verlag) geradezu episch auf den Grund zu gehen. Weit mehr als 1000 Seiten braucht der Historiker dafür, und nicht jede Seite liest sich mit Leichtigkeit. Aber unterm Strich ist das Buch gelungen, weil es erklärt, woher der Kommunismus kommt und warum er nicht funktioniert hat.

Die Geschichte des Kommunismus

Apropos Jahrestag: 1917 endete in Russland die Ära der Zaren und der Kommunismus startete seine “Erfolgsgeschichte”. Grund genug für Gerd Koenen, dessen Geschichte in “Die Farbe Rot” (C.H. Beck Verlag) geradezu episch auf den Grund zu gehen. Weit mehr als 1000 Seiten braucht der Historiker dafür, und nicht jede Seite liest sich mit Leichtigkeit. Aber unterm Strich ist das Buch gelungen, weil es erklärt, woher der Kommunismus kommt und warum er nicht funktioniert hat.

Fraglos wäre die Geschichte Kommunismus ohne Lenin anders verlaufen. Doch wer war eigentlich der Mann hinter der Revolution? Ein fröhlicher Familienmensch oder doch eher der bedingungslose Machtarchitekt? Diesen Fragen geht Victor Sebestyen in der Biografie “Lenin - ein Leben” (Rowohlt Verlag) nach. Der Historiker und renommierte Journalist bringt mit seinem angenehmen Schreibstil frischen Wind in die Lenin-Forschung - auch wenn bahnbrechende neue Erkenntnisse nicht zu erwarten sind. dpa

Wer war Lenin?

Fraglos wäre die Geschichte Kommunismus ohne Lenin anders verlaufen. Doch wer war eigentlich der Mann hinter der Revolution? Ein fröhlicher Familienmensch oder doch eher der bedingungslose Machtarchitekt? Diesen Fragen geht Victor Sebestyen in der Biografie “Lenin - ein Leben” (Rowohlt Verlag) nach. Der Historiker und renommierte Journalist bringt mit seinem angenehmen Schreibstil frischen Wind in die Lenin-Forschung - auch wenn bahnbrechende neue Erkenntnisse nicht zu erwarten sind.

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Jede Seite von Philipp Blom ist ein Lesegenuss - selbst wenn er oft einen pessimistischen Tonfall anschlägt wie in “Was auf dem Spiel steht” (Hanser Verlag). Aber wie soll der Bestsellerautor auch ein Gute-Laune-Buch schreiben, wenn es um Klima, Menschenrechte und unseren Wohlstand geht. Dieser hellwache Historiker seziert den Zustand unserer Gesellschaft und entwirft am Ende einen Traum, wie die Kiste noch zu retten ist. Absolut lesenswert.

Großgeist Nr. 1: Über berechtigte Ängste

Jede Seite von Philipp Blom ist ein Lesegenuss - selbst wenn er oft einen pessimistischen Tonfall anschlägt wie in “Was auf dem Spiel steht” (Hanser Verlag). Aber wie soll der Bestsellerautor auch ein Gute-Laune-Buch schreiben, wenn es um Klima, Menschenrechte und unseren Wohlstand geht. Dieser hellwache Historiker seziert den Zustand unserer Gesellschaft und entwirft am Ende einen Traum, wie die Kiste noch zu retten ist. Absolut lesenswert.

Das Klischee ist so einfach wie bekannt: Wo in Europa stets die Schuldfrage gestellt wird, versucht man im Silicon Valley umgehend, aus einem Malheur zu lernen. Da es ja nun ein wenig komplexer ist, stellt sich die Frage: Was ist wirklich dran an der “Schönheit des Scheiterns” (Hanser Verlag)? Das hat der Philosoph Charles Pépin in einem kleinen, anregenden Buch wunderbar aufgeschrieben. 200 Seiten, die dem Leser die Angst vor dem Scheitern nehmen. Prädikat lesenswert! AP

Großgeist Nr. 2: Über das Scheitern

Das Klischee ist so einfach wie bekannt: Wo in Europa stets die Schuldfrage gestellt wird, versucht man im Silicon Valley umgehend, aus einem Malheur zu lernen. Da es ja nun ein wenig komplexer ist, stellt sich die Frage: Was ist wirklich dran an der “Schönheit des Scheiterns” (Hanser Verlag)? Das hat der Philosoph Charles Pépin in einem kleinen, anregenden Buch wunderbar aufgeschrieben. 200 Seiten, die dem Leser die Angst vor dem Scheitern nehmen. Prädikat lesenswert!

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Eigenlob stinkt nicht immer: Tatsächlich darf Frank Trentmann für sich in Anspruch nehmen, als erster eine wirklich umfassende Geschichte des Konsums geschrieben zu haben. Sein über 1000 Seiten starkes Werk “Herrschaft der Dinge” (DVA Verlag) bespricht die moralische Frage rund um das Konsumieren ausgewogen. Natürlich kauft der Käufer zu viel Kram, aber der britische Historiker zeigt auch die positiven Seiten des Konsums. Man könnte ihm allerdings vorwerfen, nicht noch weitere 1000 Seiten auf die Produktion der Dinge verwendet zu haben - aber ganz klar eines der besten Bücher dieses Herbstes. dpa

Die Geschichte des Konsums

Eigenlob stinkt nicht immer: Tatsächlich darf Frank Trentmann für sich in Anspruch nehmen, als erster eine wirklich umfassende Geschichte des Konsums geschrieben zu haben. Sein über 1000 Seiten starkes Werk “Herrschaft der Dinge” (DVA Verlag) bespricht die moralische Frage rund um das Konsumieren ausgewogen. Natürlich kauft der Käufer zu viel Kram, aber der britische Historiker zeigt auch die positiven Seiten des Konsums. Man könnte ihm allerdings vorwerfen, nicht noch weitere 1000 Seiten auf die Produktion der Dinge verwendet zu haben - aber ganz klar eines der besten Bücher dieses Herbstes.

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Ob man dieses Buch richtig gut oder eher mittelmäßig findet, hängt stark mit der Erwartungshaltung zusammen: Markus Albers hat mit “Digitale Erschöpfung” (Hanser Verlag) keinen Ratgeber für das Büro der Zukunft geschrieben. Wer den möchte, mag gern zur Neuauflage von Anitra Egglers “Mail halten!” (Campus Verlag) greifen. Der Unternehmer Albers hat sich bei zig Fachleuten informiert, wie die Digitalisierung wirklich mit uns macht und wie ein Mittelweg aussehen könnte. Pflichtlektüre vor allem für Personaler.

Wie wir die Kontrolle über unser Leben wiedergewinnen können

Ob man dieses Buch richtig gut oder eher mittelmäßig findet, hängt stark mit der Erwartungshaltung zusammen: Markus Albers hat mit “Digitale Erschöpfung” (Hanser Verlag) keinen Ratgeber für das Büro der Zukunft geschrieben. Wer den möchte, mag gern zur Neuauflage von Anitra Egglers “Mail halten!” (Campus Verlag) greifen. Der Unternehmer Albers hat sich bei zig Fachleuten informiert, wie die Digitalisierung wirklich mit uns macht und wie ein Mittelweg aussehen könnte. Pflichtlektüre vor allem für Personaler.

Einfach mal die Perspektive wechseln: Bücher über Chefs gibt es zuhauf; über die, die den Laden am Laufen halten, aber kaum. Katharina Münk hat in ihrem Buch “Mal eben kurz den Chef retten” (Campus Verlag) Assistentinnen in den Fokus gerückt. Klug und kenntnisreich skizziert die Bestsellerautorin (mit 25 Jahren Erfahrung als Sekretärin), warum dieser Job zu Unrecht ganz oben steht auf der Liste der von Automatisierung bedrohten Berufe. Das Buch ist ein Ratgeber für Assistentinnen, aber auch lesenswert für deren Chefs. dpa

Für die heimlichen Führungskräfte im Vorzimmer

Einfach mal die Perspektive wechseln: Bücher über Chefs gibt es zuhauf; über die, die den Laden am Laufen halten, aber kaum. Katharina Münk hat in ihrem Buch “Mal eben kurz den Chef retten” (Campus Verlag) Assistentinnen in den Fokus gerückt. Klug und kenntnisreich skizziert die Bestsellerautorin (mit 25 Jahren Erfahrung als Sekretärin), warum dieser Job zu Unrecht ganz oben steht auf der Liste der von Automatisierung bedrohten Berufe. Das Buch ist ein Ratgeber für Assistentinnen, aber auch lesenswert für deren Chefs.

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Auf den ersten Blick ist das Thema des Buches klar: “Gegen Trump” (S. Fischer Verlag) ist eine Streitschrift gegen den US-Präsidenten. Doch tatsächlich erklärt Naomi Klein auf 366 Seiten: Ich habe euch immer gesagt, dass es eines Tages so weit kommen wird. Die Autorin ist und bleibt eine große Intellektuelle und ihr Schreibstil ist stets lesenswert. Doch dieses Buch wurde trotz vieler kluger Argumente zu schnell geschrieben und fällt deutlich hinter ihren anderen ab. AP

Naomi Klein wettert gegen Trump

Auf den ersten Blick ist das Thema des Buches klar: “Gegen Trump” (S. Fischer Verlag) ist eine Streitschrift gegen den US-Präsidenten. Doch tatsächlich erklärt Naomi Klein auf 366 Seiten: Ich habe euch immer gesagt, dass es eines Tages so weit kommen wird. Die Autorin ist und bleibt eine große Intellektuelle und ihr Schreibstil ist stets lesenswert. Doch dieses Buch wurde trotz vieler kluger Argumente zu schnell geschrieben und fällt deutlich hinter ihren anderen ab.

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Streitbar wie Naomi Klein, aber als Intellektueller noch ein wenig anerkannter ist Noam Chomsky. Nun ist sein “Requiem für den amerikanischen Traum” (Kunstmann Verlag) auf Deutsch erschienen. Viele US-Rezensenten feierten das Buch bei Erscheinen in den USA und das durchaus zurecht. Chomsky sieht die Welt ganzheitlich: Wirtschaft, Soziologie, Philosophie - er beleuchtet alle Aspekte und wirft so auf knapp 200 Seiten einen erleuchtenden Blick auf die USA. AP

Das Ende des amerikanischen Traums

Streitbar wie Naomi Klein, aber als Intellektueller noch ein wenig anerkannter ist Noam Chomsky. Nun ist sein “Requiem für den amerikanischen Traum” (Kunstmann Verlag) auf Deutsch erschienen. Viele US-Rezensenten feierten das Buch bei Erscheinen in den USA und das durchaus zurecht. Chomsky sieht die Welt ganzheitlich: Wirtschaft, Soziologie, Philosophie - er beleuchtet alle Aspekte und wirft so auf knapp 200 Seiten einen erleuchtenden Blick auf die USA.

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“Die Ungleichheit gehört zu den Bedingungen des Menschen, sie lässt sich jedoch beeinflussen.” So lautet die zentrale These von Per Molanders “Die Anatomie der Ungleichheit” (Westend Verlag). Der gelernte Mathematiker berät zahlreiche Institutionen von Weltrang, aber auch ein Autor, dem der Leser gut folgen kann. Er macht Vorschläge, wie es gelingen könnte, “ein angemessenes Maß an Gleichheit beizubehalten”.

Was wir gegen Ungleichheit tun können

“Die Ungleichheit gehört zu den Bedingungen des Menschen, sie lässt sich jedoch beeinflussen.” So lautet die zentrale These von Per Molanders “Die Anatomie der Ungleichheit” (Westend Verlag). Der gelernte Mathematiker berät zahlreiche Institutionen von Weltrang, aber auch ein Autor, dem der Leser gut folgen kann. Er macht Vorschläge, wie es gelingen könnte, “ein angemessenes Maß an Gleichheit beizubehalten”.

Wenn Journalisten Bücher über sehr komplizierte Themen schreiben, mag dem Fachmann hier und da ein wenig die Tiefe fehlen. Aber der “normale” Leser versteht so bisweilen mehr. Das ist bei Stefan Meys “Darknet” (C.H. Beck Verlag) eindeutig der Fall. Er hat sich intensiv mit der Materie beschäftigt und erklärt effektiv, wo das Darknet eine positive Wirkung entfacht und wo nicht. dpa

Wie das Darknet funktioniert

Wenn Journalisten Bücher über sehr komplizierte Themen schreiben, mag dem Fachmann hier und da ein wenig die Tiefe fehlen. Aber der “normale” Leser versteht so bisweilen mehr. Das ist bei Stefan Meys “Darknet” (C.H. Beck Verlag) eindeutig der Fall. Er hat sich intensiv mit der Materie beschäftigt und erklärt effektiv, wo das Darknet eine positive Wirkung entfacht und wo nicht.

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In Zeitungsartikeln haben wir oft von denen gelesen, die den Menschen in Zukunft mit der künstlichen Intelligenz von Maschinen verschmelzen sehen. Was 400 Zeilen nicht im Detail beschreiben können, hat Mark O`Connell auf 300 Seiten versucht. Für “Unsterblich sein” (Hanser Verlag) bereiste der renommierte Journalist die ganze Welt auf der Suche nach denen, die beim Erforschen der Kryonik schon ganz weit sind. Der Autor bemüht sich intensiv um Distanz und eine kritische Haltung, was die Lektüre lohnend macht - erstrecht für die, die Hararis “Homo Deus” schon gelesen haben. dpa

Reise in die Zukunft des Menschen

In Zeitungsartikeln haben wir oft von denen gelesen, die den Menschen in Zukunft mit der künstlichen Intelligenz von Maschinen verschmelzen sehen. Was 400 Zeilen nicht im Detail beschreiben können, hat Mark O`Connell auf 300 Seiten versucht. Für “Unsterblich sein” (Hanser Verlag) bereiste der renommierte Journalist die ganze Welt auf der Suche nach denen, die beim Erforschen der Kryonik schon ganz weit sind. Der Autor bemüht sich intensiv um Distanz und eine kritische Haltung, was die Lektüre lohnend macht - erstrecht für die, die Hararis “Homo Deus” schon gelesen haben.

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Ein weiteres tolles Buch aus den USA hat nun den Weg in die deutschen Buchhandlungen gefunden: In “Angriff der Algorithmen” (Hanser Verlag) beschreibt Cathy O`Neil, wie Codes immer mehr Macht von Menschen übernehmen. Starautor Harari urteilt: “Faszinierend und zutiefst verstörend”. Die Financial Times rezensiert: “Ein Handbuch für den Bürger des 21. Jahrhunderts”.  Nach der Lektüre ist dem nichts hinzuzufügen. Reuters, Sascha Rheker

Wie uns Codes manipulieren

Ein weiteres tolles Buch aus den USA hat nun den Weg in die deutschen Buchhandlungen gefunden: In “Angriff der Algorithmen” (Hanser Verlag) beschreibt Cathy O`Neil, wie Codes immer mehr Macht von Menschen übernehmen. Starautor Harari urteilt: “Faszinierend und zutiefst verstörend”. Die Financial Times rezensiert: “Ein Handbuch für den Bürger des 21. Jahrhunderts”.  Nach der Lektüre ist dem nichts hinzuzufügen.

Bild: Reuters, Sascha Rheker

Holger Balodis und Dagmar Hühne kennen sich beim Thema Altersvorsorge bestens aus. Das haben sie mit ihren Büchern “Die Vorsorgelüge” (2012) und “Garantiert beschissen” (2015) bewiesen. Aber da wie auch im neuen Buch “Die große Rentenlüge” (Westend-Verlag) geht es einfach zu einseitig zu. Aus Sicht der Forscher wäre eine auskömmliche Alterssicherung vor allem dann möglich, wenn Beamte und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen und die private Vorsorge verschwinden würde. Objektivität und eine ausgewogene Aufzählung aller Argumente darf der Leser nicht erwarten. Erkenntnisse und gute Ansätze hingegen schon. dpa

Die vermeintliche Lösung für das Rentenproblem

Holger Balodis und Dagmar Hühne kennen sich beim Thema Altersvorsorge bestens aus. Das haben sie mit ihren Büchern “Die Vorsorgelüge” (2012) und “Garantiert beschissen” (2015) bewiesen. Aber da wie auch im neuen Buch “Die große Rentenlüge” (Westend-Verlag) geht es einfach zu einseitig zu. Aus Sicht der Forscher wäre eine auskömmliche Alterssicherung vor allem dann möglich, wenn Beamte und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen und die private Vorsorge verschwinden würde. Objektivität und eine ausgewogene Aufzählung aller Argumente darf der Leser nicht erwarten. Erkenntnisse und gute Ansätze hingegen schon.

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Jeder gute Coach kennt die Geschichte von Ernest Shackleton. Der Abenteurer schaffte es im Jahr 1916, dem endlosen Eis der Arktis zu trotzen und seine Crew heile nach Hause zu bringen. Reinhold Messner erzählt diese Story in “Wild” (S. Fischer Verlag) nun neu. Und legt dabei den Fokus auf den Mann hinter Shackleton neu: Auch Frank Wild spielte eine bedeutende Rolle, seine Leute durch diese existenzielle Krise zu führen. Ein Lehrbuch für gutes Führungsverhalten. dpa

Die größte Leadership-Geschichte aller Zeiten

Jeder gute Coach kennt die Geschichte von Ernest Shackleton. Der Abenteurer schaffte es im Jahr 1916, dem endlosen Eis der Arktis zu trotzen und seine Crew heile nach Hause zu bringen. Reinhold Messner erzählt diese Story in “Wild” (S. Fischer Verlag) nun neu. Und legt dabei den Fokus auf den Mann hinter Shackleton neu: Auch Frank Wild spielte eine bedeutende Rolle, seine Leute durch diese existenzielle Krise zu führen. Ein Lehrbuch für gutes Führungsverhalten.

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Wer braucht einen (weiteren) Ratgeber mit einem Titel wie “Die zehn größten Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden” (Campus Verlag)? Streng genommen: keiner. Realistisch betrachtet: jeder. Denn Autorin Maren Lehky liefert kein Buch, dass man durchliest und dann mit vorher nie gekanntem Wissen gesegnet ist - sondern eine nützliche Erinnerungsstütze zum schnellen Nachschlagen.

Erinnerungs-Management für Leader

Wer braucht einen (weiteren) Ratgeber mit einem Titel wie “Die zehn größten Führungsfehler und wie Sie sie vermeiden” (Campus Verlag)? Streng genommen: keiner. Realistisch betrachtet: jeder. Denn Autorin Maren Lehky liefert kein Buch, dass man durchliest und dann mit vorher nie gekanntem Wissen gesegnet ist - sondern eine nützliche Erinnerungsstütze zum schnellen Nachschlagen.

In Stefan Wachtels komplett überarbeitetem Buch „Executive Modus: 12 Taktiken für mehr Führungswirkung“ (Hanser Verlag) geht es um wirkungsvolle Kommunikation. Der Management-Coach liefert hier viele gute Praxistipps für erfahrene Führungskräfte. Mit seiner These („Es gibt keine gute Führung ohne guten Auftritt“) wendet sich Wachtel gezielt gegen die verbreitete Meinung, es reiche, „fachlich gut“ zu managen. Wer diesen Schritt nach oben geht, braucht vielmehr ein verändertes Mindset und neue Kompetenzen. Er muss den Schritt vom Expertenmodus in den „Executive Modus“ gehen, der weit über das tägliche Managen hinausgeht und nach mehr Effekt strebt. Ein wirkungsvoller Auftritt sowie eine wirkungsvolle Kommunikation sind für Wachtel Voraussetzung, um beruflich Karriere zu machen, um „Flughöhe“ (eine zentrale Metapher des Buches) erreichen zu können und diese auch zu halten. (Carina Kontio)

Mit der richtigen Kommunikation an die Spitze

In Stefan Wachtels komplett überarbeitetem Buch „Executive Modus: 12 Taktiken für mehr Führungswirkung“ (Hanser Verlag) geht es um wirkungsvolle Kommunikation. Der Management-Coach liefert hier viele gute Praxistipps für erfahrene Führungskräfte. Mit seiner These („Es gibt keine gute Führung ohne guten Auftritt“) wendet sich Wachtel gezielt gegen die verbreitete Meinung, es reiche, „fachlich gut“ zu managen. Wer diesen Schritt nach oben geht, braucht vielmehr ein verändertes Mindset und neue Kompetenzen. Er muss den Schritt vom Expertenmodus in den „Executive Modus“ gehen, der weit über das tägliche Managen hinausgeht und nach mehr Effekt strebt. Ein wirkungsvoller Auftritt sowie eine wirkungsvolle Kommunikation sind für Wachtel Voraussetzung, um beruflich Karriere zu machen, um „Flughöhe“ (eine zentrale Metapher des Buches) erreichen zu können und diese auch zu halten.
(Carina Kontio)

Medienschelte war vermutlich nie so einfach wie derzeit, aber Christian Wernicke hat es sich nicht einfach gemacht. Für das von ihm herausgegebene Buch “Lügen die Medien” (Westend Verlag) hat der Kulturwissenschaftler zahlreiche Fachleute zusammengetrommelt, die mit Klischees aufräumen. Idealisten stockt bei der Lektüre der Atem, Anhänger der “Lügenpresse-Theorie” werden aber auch zum Nachdenken angeregt. dpa

Wie seriös sind Zeitungen und Co wirklich?

Medienschelte war vermutlich nie so einfach wie derzeit, aber Christian Wernicke hat es sich nicht einfach gemacht. Für das von ihm herausgegebene Buch “Lügen die Medien” (Westend Verlag) hat der Kulturwissenschaftler zahlreiche Fachleute zusammengetrommelt, die mit Klischees aufräumen. Idealisten stockt bei der Lektüre der Atem, Anhänger der “Lügenpresse-Theorie” werden aber auch zum Nachdenken angeregt.

Bild: dpa

Deutschland betreibt Jahr für Jahr Handel im Wert von 58 Milliarden Euro mit Staaten, deren Rechtssystem wesentlich auf der Scharia beruht. Und in “Scharia-Kapitalismus” (Econ Verlag) beschreibt Sascha Adamek detailliert, was das bedeutet. dpa

Wie der Westen den Islamisten finanziell fördert

Deutschland betreibt Jahr für Jahr Handel im Wert von 58 Milliarden Euro mit Staaten, deren Rechtssystem wesentlich auf der Scharia beruht. Und in “Scharia-Kapitalismus” (Econ Verlag) beschreibt Sascha Adamek detailliert, was das bedeutet.

Bild: dpa

Remo H. Largo ist Entwicklungsforscher und sein aktuelles Werk “Das passende Leben” (S. Fischer Verlag) kein Wirtschaftsbuch im strengen Sinn. Aber wer die Veränderungen der modernen Arbeitswelt verstehen will, sollte sich diese 470 Seiten nicht entgegen lassen. Largo erklärt verständlich und doch mit tiefgehendem Neuigkeitswert, wie sich unser Leben verändert hat und was es braucht, damit wir all den gewachsenen Ansprüchen gerecht werden können. dpa

Was unsere Individualität ausmacht

Remo H. Largo ist Entwicklungsforscher und sein aktuelles Werk “Das passende Leben” (S. Fischer Verlag) kein Wirtschaftsbuch im strengen Sinn. Aber wer die Veränderungen der modernen Arbeitswelt verstehen will, sollte sich diese 470 Seiten nicht entgegen lassen. Largo erklärt verständlich und doch mit tiefgehendem Neuigkeitswert, wie sich unser Leben verändert hat und was es braucht, damit wir all den gewachsenen Ansprüchen gerecht werden können.

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Bücher sind vor allem dann stark, wenn wir Missstände nicht mit unseren eigenen Augen sehen können. Dann braucht es mutige Reporter - und Eskil Engdal sowie Kjetil Saeter sind solche. In ihrem Buch “Die Fisch-Mafia” berichten sie von der Jagd nach skrupellosen Geschäftemachern und illegalen Trawlern, die mitunter neunstellige Beträge mit dem illegalen Töten von geschützten Meeresbewohnern machen. Ein Milliardenmarkt, über den viele wenig wissen - spannender kann man es kaum aufschreiben. dpa

Die spannende Jagd auf unseren Weltmeeren

Bücher sind vor allem dann stark, wenn wir Missstände nicht mit unseren eigenen Augen sehen können. Dann braucht es mutige Reporter - und Eskil Engdal sowie Kjetil Saeter sind solche. In ihrem Buch “Die Fisch-Mafia” berichten sie von der Jagd nach skrupellosen Geschäftemachern und illegalen Trawlern, die mitunter neunstellige Beträge mit dem illegalen Töten von geschützten Meeresbewohnern machen. Ein Milliardenmarkt, über den viele wenig wissen - spannender kann man es kaum aufschreiben.

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Ingo Vogel ist nicht der erste, der auf die Idee kam, einen Ratgeber über die optimale Kommunikation zu schreiben. Entsprechend ist sein Buch “Sag es einfach emotional” (Econ Verlag) nicht einzigartig, und es hat auch ein paar Schwächen - wie zum Beispiel seine Weigerung, für Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien keine Quellen zu nennen. Unterm Strich trifft der Coach aber mit sehr vielen Ratschlägen ins Schwarze. Und an die Kernelemente guter Kommunikation erinnert zu werden, tut jedem Manager gut.

Stimme und Sprache richtig benutzen

Ingo Vogel ist nicht der erste, der auf die Idee kam, einen Ratgeber über die optimale Kommunikation zu schreiben. Entsprechend ist sein Buch “Sag es einfach emotional” (Econ Verlag) nicht einzigartig, und es hat auch ein paar Schwächen - wie zum Beispiel seine Weigerung, für Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien keine Quellen zu nennen. Unterm Strich trifft der Coach aber mit sehr vielen Ratschlägen ins Schwarze. Und an die Kernelemente guter Kommunikation erinnert zu werden, tut jedem Manager gut.

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