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19.04.2011

09:59 Uhr

Matthias Arndt

Die Galerie als Auslaufmodell

VonDaghild Bartels

Matthias Arndt macht Schluss mit seiner Arbeit als Programm-Galerist. Stattdessen kümmert er sich künftig um südostasiatische Künstler und Sammler. So reagiert Arndt auf einen immer globaler werdenden Markt.

Der Berliner Galerist Matthias Arndt mit Werken von Thomas Hirschhorn ("High Subjecter", 2010) und Eric Bulatov ("O" , 2008, li. außen). Courtesy: Matthias Arndt Quelle: Matthias Arndt

Der Berliner Galerist Matthias Arndt mit Werken von Thomas Hirschhorn ("High Subjecter", 2010) und Eric Bulatov ("O" , 2008, li. außen). Courtesy: Matthias Arndt

Berlin „Das traditionelle Modell der Programmgalerie ist passé“, sagte sich der Berliner Galerist Matthias Arndt und entschloss sich zu einem rigorosen Strategiewechsel. Ende des Jahres ist Schluss mit der Galeriearbeit in der bisherigen Form. Arndt widmet sich fortan der globalen Kunstvermittlung. Seinen Kompass richtet er auf Südostasien. Seine Künstler hat er informiert. Die Zusammenarbeit erfolgt künftig auf anderer Ebene. Zugleich wird der Galerist mit Künstlern arbeiten, die bisher nicht zu seiner Mannschaft zählten.

Messebeteiligungen stehen weiter auf dem Programm. Die Galerie in der Potsdamer Straße, die er erst vor einem Jahr bezog, wird weiterhin bespielt, zum Gallery Weekend mit Gilbert & George. Im September folgt eine Gruppenschau mit Künstlern aus Südostasien, 2012 eine Solo-Schau mit dem Thailänder Natee Utarit. Arndt betont, der Neubeginn sei nicht der Finanzkrise geschuldet, sondern den Bedürfnissen des fortschreitend globaler werdenden Marktes.

Schnelle Reaktion auf die Krise

Die Finanzkrise hatte freilich schon zuvor zu einer Umorganisation und einem Umzug geführt. Denn Matthias Arndt, der seine Galerie 1994 gründete, drehte in den Boom-Zeiten ein wirklich großes Rad. Mit zwei Nobel-Etagen in der Zimmerstrasse, einem großen Showroom in der Halle am Wasser und einer Galerie in Zürich war er zu einem der erfolgreichsten Galeristen an der Spree geworden; seine aufwändig inszenierten Ausstellungen mit Künstler-Stars wie Sophie Calle, Jonas Burgert, Thomas Hirschhorn, Anton Henning, Josephine Meckseper oder Eric Bulatov und Jitish Kallat hatten jeweils Kunsthallen-Charakter. Sammler auf allen Kontinenten gehörten bald zu seinen Kunden. Aus Leidenschaft für die Kunst habe er agiert, wurde zu einem der Pioniere des Berliner Kunstbooms, sagt er. Dass seine Aktivitäten von wirtschaftlichem Erfolg belohnt wurden, habe ihn überrascht. Das freilich nimmt man ihm kaum ab.

Auf die Krise 2008 reagierte Arndt sofort, reduzierte das Programm, schloss die Zürcher Galerie und die Räume in der Halle am Wasser ebenfalls. Er verließ die Zimmerstrasse und bezog Räume in der Potsdamer Straße, die er als erster entdeckt hatte. Jetzt sind dort bereits mehrere Kollegen zugezogen, so dass ein neuer Galeriedistrikt entsteht. Mit 350 Quadratmetern sind seine Räume immer noch repräsentativ. Arndt wollte jedoch nicht nur neue Räume, sondern einen Strategiewechsel. „Es gibt noch keinen Namen für die Art von Aktivität, die ich jetzt starte, Agent oder Experte trifft es nicht ganz“.

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