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04.05.2015

15:36 Uhr

Matthias Erntges

Galerieeröffnung gegen den Trend

VonSusanne Schreiber

Galerien für zeitgenössische Kunst werden andernorts eher dichtgemacht. Nicht aber in Düsseldorf. Die Stadt hat viele Künstler und gute Galerien. In dieser Woche macht Matthias Erntges seine eigenen Räume auf.

Blick in die neu eröffnete Galerie von Matthias Erntges in Düsseldorf mit Werken von Christoph Bucher (li.), Hans Schulte (Mi.), Lilla von Puttkamer (re.) und die Bildhauerin Maren Maurer (Boden). Quelle: Matthias Erntges Galerie

Harmonie der Gegensätze

Blick in die neu eröffnete Galerie von Matthias Erntges in Düsseldorf mit Werken von Christoph Bucher (li.), Hans Schulte (Mi.), Lilla von Puttkamer (re.) und die Bildhauerin Maren Maurer (Boden). Quelle: Matthias Erntges Galerie

DüsseldorfWährend in Berlin und Köln immer wieder gute Galerien schließen müssen, ist in Düsseldorf gerade eine neue Galerie dabei, zu eröffnen. Matthias Erntges weiß, auf was er sich einlässt. Der Galerist und Salonbetreiber ist in der Szene verwurzelt und hat sich mit sorgsam kuratierten Ausstellungen in Off-Räumen einen Namen gemacht.

Erntges kennt Gott und die Welt, sowohl unter den zahlreichen Künstlern in der Akademiestadt, als auch andernorts, dazu viele Sammler und Kunstfreunde, die einen eigenen Geschmack pflegen und nicht den „Must-Haves“ der Contemporary-Auktionen hinterherhecheln wollen.

Am 9.und 10.Mai 2015 wird ein gut dimensionierter Raum in einem Hinterhof in Düsseldorf-Bilk unweit der zum Flanieren und Essengehen einladenden Lorettostraße eröffnet. „Der erste Blick“ heißt das Opening zwar bescheiden, doch das Debüt versteht zu überraschen. Denn die zwei Künstlerinnen und ihre zwei Kollegen vertreten höchst unterschiedliche Richtungen. Gleichwohl ist es dem Kurator gelungen, einen Raum der Kunst zu inszenieren, der als ganzer besteht und zum Schauen verführt.

"Cut, Structure" c hangiert zwischen Bild und Relief (4.700 Euro). Hans Schulte arbeitet mit einer speziellen, elastischen Farbe und tiefen, geradezu plastischen Schnitten im Bildgeviert. Quelle: Matthias Erntges Galerie

Hans Schulte

"Cut, Structure" changiert zwischen Bild und Relief (4.700 Euro). Hans Schulte arbeitet mit einer speziellen, elastischen Farbe und tiefen, geradezu plastischen Schnitten im Bildgeviert. Quelle: Matthias Erntges Galerie

Walfisch in Farbwolken

Eher figurativ ausgerichtet arbeiten die Malerin Lilla von Puttkamer und die Bildhauerin Maren Maurer. Ganz der Abstraktion haben sich Christoph Bucher und Hans Schulte verschrieben. Doch so wie die vier den Raum im ersten Stock bespielen, werden auch Gemeinsamkeiten sichtbar.

Puttkamers Großformat „Walfisch“ besteht zwar aus dynamischen lila-braunen Farbwolken, doch sind ganz fein Menschen und ihre Verbindungslinien eingezeichnet - surreal wie in einem Traum geschaut (Acryl auf Nessel, 7.800 Euro). Das Kolorit des „Walfisch“-Bildes findet sein Echo in der Suite von ruhigen Bildern ohne Narration von Hans Schulte, in denen die Purpurfarbe "Caput mortum" wieder vorkommt (1.200 Euro).

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