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22.10.2012

20:10 Uhr

Mehr Aufträge

TV-Produzenten appellieren an ARD und ZDF

Unabhängige Produzenten verlangen mehr Aufträge von öffentlich-rechtlichen Sendern. Zu oft würden diese an Tochterfirmen vergeben. Die Verbände wollen gleiche Chancen. Doch ARD und ZDF sehen ihre Pflicht als erfüllt an.

Thüringer Tatort: Von unabhängigen Produzenten. Foto: MDR/Prosch MDR

Thüringer Tatort: Von unabhängigen Produzenten. Foto: MDR/Prosch

BerlinARD und ZDF vergeben in den Augen unabhängiger Produzenten zu viele Aufträge an Tochterfirmen. „Öffentlich-rechtliche Sender sollten nicht einfach ein Tochterunternehmen anrufen und dort zum Beispiel einen neuen „Tatort“ ordern, sondern mit Ausschreibungen über die Auftragsvergabe entscheiden“, sagte der Chef des Film & Fernsehproduzentenverbandes Nordrhein-Westfalen, Gerhard Schmidt, der Nachrichtenagentur dpa.

Das ZDF betonte, es pflege mit den Verbänden einen „partnerschaftlichen Umgang“. Auch von der ARD hieß es, man binde die Produzenten bereits umfangreich ein: Der WDR vergebe zum Beispiel rund 90 Prozent seiner Aufträge an unabhängige Produzenten, teilte eine ARD-Sprecherin mit.

Nach den Berechnungen der vier unabhängigen Produzentenverbände, der AG Dokumentarfilm, des Film & Fernsehproduzentenverbandes NRW, des Verbandes Deutscher Filmproduzenten und des VFFVmedia/Verband der Fernseh-, Film-, Multimedia- und Videowirtschaft vergeben ARD und ZDF jährlich ungefähr 2,5 Milliarden Euro für TV-Auftragsproduktionen, ob es nun der „Tatort“, die große Show oder Vorabendserien sind. Dabei bevorzugten sie ihre eigenen Tochterunternehmen wie die Bavaria Film oder das Studio Hamburg und deren Töchter.

Die machen nach Darstellung Schmidts nur einen Marktanteil von 15 Prozent aller Produktionsunternehmen aus, erhielten aber beispielsweise 2010 über 37 Prozent des Produktionsvolumens der öffentlich-rechtlichen Sender. Die vier Produzentenverbände bewerten das als einen ungerechten Verdrängungswettbewerb und fordern nun Chancengleichheit, mehr Transparenz und einen Kodex, der die Vergabe von Aufträgen gerechter macht.

Kommentare (2)

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Osterwelle

22.10.2012, 20:46 Uhr

Die Zeit ist reif die sog. ÖR abzuschaffen. Ähnlich wie so viele schlechte Gewohnheiten sind auch die ÖR ein Relikt der längst abgelaufener Ära. Die ÖR könnte man verkaufen und das Geld den GEZ-Zahleren anteilsmäßig erstatten. Dann hätten wir die ganzen Skandale, Korruption und auch die zweifelhafte Volksempfänger-Propaganda nicht. Statt dessen gilt ab dem 1.1.13 ein neues Gesetz, das aus den GEZ-gebühren eine regelrechte Zwangsabgabe oder auch Kopfsteuer, besser Wochnungssteuer, macht. Unabhängig ob wir uns mit Dummheit und Propaganda berieseln lassen oder auch nicht, sind wir verpflichtet ein nicht kleines Geld abzugeben. Ich sehe es wie ein schlechter Traum. Und das bitte erfolgt mit einer CDU-FDP Regierung! Unglaublich1

whisky

22.10.2012, 23:11 Uhr

Jawoll. Keine störenden Sendungen mehr über Konsumenten-Verarsche. Propaganda nur noch a la BLÖD - für Sie erläutert: gemeint ist BILD. Kann man sich doch darauf einstellen. Wie Sie. Wir brauchen nur noch Springer mit BILD und anderen Verdummungszeitungen und die so unabhängige Bertelsmann-Stiftung (Erbschaftssteuer-Sparmodell - wäre so in den USA nicht möglich!) - mit RTL und Co.

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