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04.11.2012

15:55 Uhr

Mehrwertsteuer

Das Schlimmste verhindern

Die Würfel sind gefallen: Ab 2014 gilt die Margenbesteuerung für Kunst. Den Galeristen bleiben nur 34,2 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises. Trotzdem sagen sie: Der volle Mehrwertsteuersatz wäre das größere Übel.

Die Debatte um die Mehrwertsteuer auf Kunstwerke ist vom Tisch. dpa

Die Debatte um die Mehrwertsteuer auf Kunstwerke ist vom Tisch.

DüsseldorfDie von der EU geforderte Erhöhung der Mehrwertsteuer für Kunstwerke von sieben auf 19 Prozent ist vom Tisch (vgl. HB vom 4.5.2012). Nach monatelangem Nachdenken und Verhandeln präsentierte der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) eine Lösung, die zum Greifen nahe lag: Seit 1994 praktiziert Frankreich eine von der EU akzeptierte Margenbesteuerung, die nur 30 Prozent des Verkaufspreises mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegt. Auf die rettende Idee kamen Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Hans-Joachim Otto, Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium.

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Gerade erst hat der deutsche Kunstmarkt seine alte Ausstrahlung zurückgewonnen, da droht ihm das Aus. Eine erhöhte Mehrwertsteuer der EU übt Druck auf Galeristen und Kunsthändler aus.

2014 soll die neue Regelung, die der Bundestag in seinem Jahressteuergesetz 2013 schon verabschiedet hat, in Kraft treten. Für 2013 ist eine Übergangsfrist geplant, in der es bei dem ermäßigten Satz von sieben Prozent bleiben soll. Allerdings entfällt der Vorsteuerabzug. "So bleiben namentlich die meistens mit schmalen Margen arbeitenden Galerien konkurrenzfähig", sagt Birgit Maria Sturm, Geschäftsführerin des BVDG.

Außerdem braucht der Handel seine Buchhaltung nicht im Hauruck-Verfahren umzustellen. "So können wir weitermachen", erklärt der Galerist und BVDG-Vorsitzende Klaus Gerrit Friese. Nur 34,2 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises würden dem Galeristen nach Abzug der Umsatzsteuer von 19 Prozent und Abzug des 50-prozentigen Künstleranteils bleiben. Mit einer 30-prozentigen Margenbesteuerung blieben 44,3 Prozent, während die bislang geltende 7-Prozent-Besteuerung 46,7 Prozent Erlös im Portemonnaie lassen würde. "Sie sehen insgesamt eine Erlösschmälerung von 2,5 Prozent gegenüber der bisherigen Regelung", erläutert Friese. "Das ist nicht ideal, aber vertretbar und hart erkämpft gegen so große Widerstände."

Kommentare (1)

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Standortnachteile

05.11.2012, 13:22 Uhr

Die Autorin hat leider die Zusammenhänge nicht richtig verstanden oder der Presseerklärung der Galeristen zu sehr geglaubt. Die Lösung ist schlecht.Die 1/3 Regelung soll gelten,wenn der Einstandspreis nicht klar zu ermitteln ist.Welchem seriösen Kaufmann passiert denn so etwas? Und der Import von Drittländern für Kunst-und Antiquitätenhändler ist doch in Zukunft prohibitiv.Wer zahlt dann 19% Eínfuhrumsatzsteuer aus der Schweiz nach hier- nicht mehr vorsteuerabzugsfähig? Und in Holland ist die MWST bei 6% ebenso wie in Belgien.Wir haben wieder Standortnachteile.Das soll ein gute Lösung sein?

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