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14.03.2012

18:00 Uhr

MiArt

Lifting für die Mailänder Kunstmesse

VonEva Clausen

Die Mailänder Kunstmesse MiArt hatte zuletzt wenig Anziehungskraft. Das soll sich nun mit dem in Sachen zeitgenössischer Kunst bewanderten Architekten Frank Boehm an der Spitze nun ändern.

Frank Boehm, der neue Direktor der MiArt in Mailand. Messe MiArt

Frank Boehm, der neue Direktor der MiArt in Mailand.

RomDie Mailänder Messe für moderne und zeitgenössische Kunst MiArt (13. – 15. April 2012) hat sich in den letzten Jahren schwer getan. Mühsam hinkte sie, Jahrgang ´96,  ihr nur zwei Jahr älteren großen Schwester, der Turiner Artissima, hinter her, die sich jung und ungestüm gab. Was die etablierte Kunst stand sie hinter der „alten Dame“, der Arte Fiera von Bologna, zurück. Die MiArt-Messe war weder Fisch noch Fleisch, keine wirklich Trend- Messe, aber auch keine gediegene Verkaufsmesse. So versuchte auch die MiArt es mit der Zauberformel „Verschmelzung“ und ihre Wahl fiel auf Design. Doch auch das funktionierte nicht, denn bei guter Design-Kost ist das Mailänder Publikum wählerisch und braucht dafür in der Stadt des Salone del Mobile nicht die MiArt.

Neue Spitze

Jahr für Jahr ging die Zahl der Aussteller zurück, 2010 waren es noch 135, 2011 nur mehr 94. Vor allem die ausländischen Galerien blieben fern, weshalb die Organisatoren Hände ringend einen Kurator suchten, der internationale Verbindungen ins Spiel bringen kann. Die Wahl fiel auf Professor Frank Boehm. Der aus Bremen gebürtige Architekt, der an der Universität IUAV in Venedig und in Eindhoven lehrte, soll der Messe nun ein neues Outfit geben. Boehm kennt sich in Mailand aus. Seit 2007 betreut er hier die „Collection Italy“ der Deutschen Bank und hat sich insbesondere um raumspezifischen Auftragsinstallationen im Rahmen von „Kunst am Arbeitsplatz“ gekümmert. Dass er auch über gute Verbindungen nach Deutschland verfügt, lässt sich schon allein daraus schließen, dass nach langer Zeit wieder deutsche Galerien an der MiArt teilnehmen und zwar gleich sieben an der Zahl. Was bei insgesamt 12 ausländischen Ausstellern ins Auge fällt. Die Gesamtteilnehmerzahl anzuheben ist Boehm allerdings noch nicht geglückt, sie beläuft sich auf magere 92.

Angesagte Kunst

Doch ohne Zweifel hat er der Messe eine Verjüngungskur verabreicht. Durch die moderne und zeitgenössische Kunst läuft keine Trennlinie mehr, sie sind zusammen im Sektor „Established“ angesiedelt. Dieser distanziert sich hingegen von dem neuen Bereich „Emerge“, in dem brandneue Tendenzen von sogenannten „cutting edge“-Künstlern gezeigt werden. Der Nachwuchskunst soll aber auch finanziell unter die Arme gegriffen werden.

Der Rotary Club Milano Brera wird Werke von Künstlern unter 35 erwerben, die den Bestand des im Werden begriffene Mailänder Museums der zeitgenössischen Kunst bestücken sollen. Dieser Neubau ist immerhin nach jahrelangem Zögern und Zaudern der Stadtverwaltung bewilligt worden. Erst im April 2011 erhielt das 2008 präsentierte Projekt von Stararchitekt Daniel Libeskind grünes Licht, samt der Zusage die Kosten in Höhe von 43,5 Millionen Euro zu finanzieren. Dem Versprechen, das Museum werde 2013 seine Pforten öffnen, sollte man allerdings weiterhin skeptisch gegenüberstehen.

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