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09.10.2012

12:35 Uhr

Michael Werner

"Ich zeig Dir, was Strategie ist"

VonOlga Grimm-Weissert

Der Galerist Michael Werner hat dem städtischen Museum für Moderne Kunst in Paris 127 Werke geschenkt. Im Gegenzug räumte es 20 Säle, um die Privatsammlung Werners in ihrer ganzen Breite auszustellen. Annähernd 900 Arbeiten sind zu sehen.

Porträt des Galeristen Michael Werner. (Ausschnitt) Musée d'art moderne de la ville de Paris

Porträt des Galeristen Michael Werner. (Ausschnitt)

ParisDem deutschen Kunsthändler Michael Werner gelang ein publikums- und medienwirksamer Coup. Als Folge seiner umfangreichen Schenkung von 127 Werken aus seiner Sammlung an das Musée d'art moderne de la Ville de Paris kann er im Gegenzug seine Bestände im Museum ausstellen. Hätte der 73-Jährige, wie er bereits wiederholt praktizierte, einem deutschen Museum einige Kunstwerke oder sogar ein umfangreiches Konvolut geschenkt, wäre diese Geste vielleicht kaum wahrgenommen worden.

In Paris blickt die Öffentlichkeit auf den deutschen Händler, der die bedeutendste Schenkung seit der Gründung dieses Museums im Jahre 1951 machte. Anerkennung gibt es auch für den 51-jährigen Museumsdirektor Fabrice Hergott, der allein 20 Säle für die opulente Privatsammlung des Händlers öffnete. „Noch nie zeigte ein Privater, noch dazu ein Händler, seine Sammlung in diesem Maßstab, und noch weniger mit diesem kreativen Willen“, erklärte Hergott.

Disproportional viele Zeichnungen

Von den zirka 900 Exponaten stammen rund 60 aus der Schenkung. Die monumentale Schau zeigt meterhohe oder kleinere Bronzen, Gemälde und Zeichnungen. Werner besteht darauf, dass Kunst sich für ihn auf „Leinwand, Bronze und Papier“ beschränkt.

Die Kuratorin Julia Garimorth hängte die Mammut-Ausstellung im Dialog mit dem Galeristen ästhetisch perfekt, mit Sinn für Pädagogik und mit kunsthistorischem Feingefühl. Konstant demonstrieren sie die Gleichwertigkeit von Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen. Besonders auffallend ist dies etwa im Riesensaal von Markus Lüpertz. Werner weist auf die in Blöcken präsentierten Zeichnungen hin: „Es gibt disproportional viele Zeichnungen in meiner Sammlung, das ist eigentlich mein Kern, wegen des haptischen Vergnügens“.

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