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01.12.2012

12:55 Uhr

Moderne Kunst bei Ketterer

Probefahrt für Dodo

VonSabine Spindler

Die 400. Auktion mit moderner Kunst und Kunst nach 1945 bei Ketterer präsentiert ein Art-déco-Debüt. Doch viel mehr erhofft sich die Galerie von der Versteigerung eines Pechsteins und eines Werks von Campendonk.

Dodo: „Wedding auf dem Dachgarten" Quelle: VG BILD-KUNST/Dodo/Ketterer Kunst VG BILD-KUNST / Dodo / Ketterer Kunst

Dodo: „Wedding auf dem Dachgarten"

Quelle: VG BILD-KUNST/Dodo/Ketterer Kunst

MünchenDer Münchener Versteigerer Ketterer kann auf seiner 400. Auktion am 8. Dezember mit einem Debüt aufwarten. Zum ersten Mal kommt in einem deutschen Auktionshaus eine Arbeit der vergessenen Künstlerin Dodo zum Aufruf. In England entdeckte die Hamburger Galeristin Renate Krümmer ein Zeichnungskonvolut. Berlin, zwanziger Jahre, war ihr Urteil. Sie kaufte, recherchierte und realisierte eine Museumsausstellung.

Die Gouache "Wedding auf dem Dachgarten" von 1929 im typischen satirisch-mondänen Art-déco-Stil Dodos ist nun die Testfahrt für ihren Marktwert in Deutschland. Nach einem Schnupperpreis sieht die untere Schätzung jedoch nicht aus: 40.000 Euro.

Etwa 120 Lose umfasst die Moderne-Offerte. Zu hochfliegenden Taxen wie vor einem Jahr, als man das Rekord-Gemälde "Weib mit Inder auf Teppich" von Hermann Max Pechstein mit 800.000 Euro ins Rennen schickte (Erlös: 3,4 Millionen Euro), animierte das Angebot diesmal nicht. Dennoch: Wieder eine Pechstein-Arbeit weist die höchste Taxe auf. 300.000 bis 500.000 Euro lautet die Schätzung für sein symbolisches Gemälde "Die Quelle" (1906) aus süddeutschem Privatbesitz. Das Bild im Sezessionsstil ist Pechsteins erster Frauenakt und zugleich ein Werk am Scheideweg des Künstlers. 1906 wurde er Mitglied der Künstlergruppe "Die Brücke".

Zur Jubiläumsauktion fährt Ketterer einiges auf, was marktfrisch ist und aus der Aufbruchszeit der deutschen Avantgarde stammt. 200.000 bis 300.000 Euro erwartet man von Alexej von Jawlenskys Gemälde "Wasserburg" von 1906, das seine Loslösung von impressionistischen Vorbildern markiert. Bei 120.000 bis 150.000 Euro liegt die Taxe für Franz Radziwills metaphysisch überhöhtem Bild "Zwei Männer und eine Frau in einer Loge" von 1923/24.

Unverkennbar aus seiner Zeit als Mitglied der Gruppe "Der Blaue Reiter" stammt das scheinbar schwebende Gemälde "Zwei Pferde" von Heinrich Campendonk. Das Werk von 1913 soll 200.000 bis 300.000 Euro einspielen. Es gehörte einst dem Malerkollegen Georg Tappert. Dessen expressiv, fast schon veristisch dargestellte Chansonette auf dem Gemälde "Hinter dem Vorhang" von 1917 ist auf 60.000 bis 80.000 Euro geschätzt.

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