Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.11.2014

20:29 Uhr

Moderne und Zeitgenossen

Kuh im wohnzimmertauglichen Format

VonChristiane Fricke

Mindestens 7,1 Millionen Euro will Van Ham mit moderner und zeitgenössischer Kunst einnehmen. Die Schätzpreissumme ist so hoch wie noch nie.

Anselm Kiefers Kuh "Europa" liegt dösig in einer Blumenwiese und hat Stroh statt Fleisch auf den Rippen. Quelle: Van Ham

Anselm Kiefers Kuh "Europa" liegt dösig in einer Blumenwiese und hat Stroh statt Fleisch auf den Rippen. Quelle: Van Ham

KölnAm 26. und 27. November 2014 kommen bei Van Ham 887 Lose mit moderner und zeitgenössischer Kunst unter den Hammer. Die höchsten Erwartungen heften sich an einen wohnzimmertauglichen Anselm Kiefer mit politischer Botschaft: eine Kuh namens „Europa“, die Stroh statt Fleisch auf den Rippen hat und es sich auf einer über drei Meter breiten Leinwand mitten in einer Blumenwiese gemütlich gemacht hat (Taxe 600.000 bis 800.000 Euro). Ein Nachtbild zum Träumen ist Gotthard Graubners Kissenbild „Lapilli“ von 1995, das zum Schätzpreis von 280.000 bis 360.000 Euro aufgerufen wird. Tiefe, stellenweise in schwärzliches Lila spielende Blautöne und interessante Binnenstrukturen sind auf der über Synthetikwatte gespannten Leinwand zu entdecken.

Frühes "Scheibenbild"

Gelb weckt die Lebensgeister, insbesondere an grauen Novembertagen. Kein Wunder, dass Ernst Wilhelm Nays zwei Meter breites Ölgemälde sofort ins Auge springt. Seine Protagonisten sind vier quer aufwärts strebende Kreisformen in sattem Dunkelgelb, die Vorausboten der berühmten „Scheibenbilder“, mit denen Nay in den späten 1950er-Jahren berühmt wurde. 28 Jahre hing „Mit gelben Scheiben und blauen Spitzen“ in jener Nürnberger Privatsammlung, aus der Van Ham bereits einen ersten Teil im Frühjahr versteigern konnte. Nun kommt das Bild am 27. November 2014 zum wohl nicht zu hoch gegriffenen Schätzpreis von 200.000 bis 300.000 Euro zur Auktion. Hans Maulberger hat auf der Cologne Fine Art das im selben Jahr entstandene Bild „Golden Gate“ für 478.000 Euro im Angebot.

Aus der Nürnberger Sammlung kommen am Vormittag des 27. Novembers auch das thüringische Dorfbild von Lyonel Feininger (120.000 bis 180.000 Euro) sowie nachmittags ein minimalistischer roter Rupprecht Geiger (40.000 bis 60.000 Euro) und ein goldschwarzes „Rasterbild“ von Otto Piene zum Aufruf, das die Piene-Tranche krönt. Für das 1957, kurz vor der Gründung der Künstlergruppe Zero entstandene Werk werden 40.000 bis 60.000 Euro erwartet. Ein ähnlich interessantes Objekt mit Goldton ist das erst 2011 geschaffene, glasierte Tonrelief „Munchkins“ (18.000 bis 24.000 Euro).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×