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29.05.2012

08:26 Uhr

Monumenta

Spiele mit farbigem Licht

VonOlga Grimm-Weissert

Daniel Buren ist der Altmeister einer sinnenfrohen Konzeptkunst. Das zeigt der Beitrag des französischen Künstlers zur „Monumenta“. Den Grand Palais verwandelte er in einen Wald aus gläsernen farbigen Scheiben.

Daniel Buren: «Excentrique(s), travail in situ», Paris, Grand Palais 2012. Foto: Didier Plowy (Detail). dpa

Daniel Buren: «Excentrique(s), travail in situ», Paris, Grand Palais 2012. Foto: Didier Plowy (Detail).

Am Kunstmarkt sind die Künstler der „Grande Nation“ zwar schwach präsent. Doch einmal im Jahr wird einer der Arrivierten eingeladen, sechs Wochen lang die monumentale Glaskuppelhalle des Pariser Grand Palais zu bespielen. „Monumenta“ heißt das von der französischen Regierung zur Förderung der französischen bzw. der in Frankreich lebenden Künstler erdachte Event. Abwechselnd kommt ein Franzose und ein Ausländer zum Zuge.

Mit 13.500 Quadratmetern Bodenfläche, 35 Metern Höhe und seiner architektonischen Eigenständigkeit ist der Grand Palais für jeden geladenen Künstler ein hohes Risiko. Der diesjährige Gastkünstler Daniel Buren weist ausdrücklich darauf hin, dass man nirgendwo einem einzigen Künstler derartige Dimensionen zur Verfügung stellen könne. Selbst das New Yorker Guggenheim-Museum, das Daniel Buren im Jahr 2005 gänzlich zur Verfügung stand, sei zehn Mal kleiner.

Daniel Buren konzipierte ein völlig neues, spezifisch auf diesen monumentalen Raum abgestimmtes Werk. Das taten auch seine „Monumenta“-Vorgänger Anselm Kiefer (2007), Richard Serra (2008), Christian Boltanski (2010) und Anish Kapoor (2011). Wie alle sogenannten „Arbeiten in situ“ des 74-jährigen Franzosen wird die gesamte Konstruktion nach Beendigung der Schau am 21. Juni zerstört. Von der Destruktion ausgenommen sind nur die Auftragsarbeiten, die Daniel Buren als permanente Raumskulpturen aufstellt; zum Beispiel seine schwarzweißen „Säulen“ im Pariser Palais-Royal, die 1986 eine heftige, von Buren gewollte Polemik auslösten. Zum ersten Mal fand damals eine öffentliche Diskussion um zeitgenössische Kunst auf breiter Ebene statt.

Mathematisch präzise

Burens „Monumenta-Werk „Excentrique(s), Arbeit in situ“ präsentiert sich als ein relativ niedriger, bunter Plafond aus transparenten gelben, blauen, grünen, orangefarbenen Plastikkreisen, die sich jeweils auf schwarzweiße, 8,7 Zentimeter breite Stäbe stützen. Ein farbiges Meer von flachen Sonnenschirmen und leichten Stützen entsteht so, das bei Sonnenlicht  zu einem Farbteppich aus 400 bunten Kreisen wird. Jeder Farbkreis reflektiert eine identisch große Farbfläche auf den grauen Betonboden des Grand Palais. Jeder Farbkreis ist von einem schmalen, schwarzen, konzentrischen Kreis umringt. Buren arbeitet mit mathematischer Präzision und spielt mit den materiellen und immateriellen Komponenten seines Werks.

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