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08.01.2006

15:30 Uhr

Music Academy

Talentladen für junge Musiker

VonThomas Winkler

Sie stammen aus Belgien oder Finnland, aus den Niederlanden oder Singapur, aus Polen oder Mexiko. Sie heißen Glen oder Kaspar, Emma oder Debbie, Wojciech oder Cesar. Sie sind DJs und Produzenten, Musiker, Sänger und Rapper und nennen sich Akron oder King Nosmo, Monica Electronica oder Second Mouse, Mim oder V Rama.

Die nächste Music Academy findet Ende 2006 in Australien statt.

Die nächste Music Academy findet Ende 2006 in Australien statt.

HB SEATTLE. An diesem Dezember-Nachmittag in Seattle lümmeln sich die Nachwuchskünstler, im Gesicht noch Spuren der letzten langen Nacht, auf tiefen braunen Couchs und hören gebannt, wie ein bereits etablierter Kollege aus seinem Berufsleben erzählt.

Deodato stammt aus Brasilien und hat durch die Zusammenarbeit mit Frank Sinatra, Aretha Franklin oder Astrud Gilberto und ein gesegnetes Alter von 63 Jahren das Recht erworben, eine Anekdote nach der anderen zu erzählen.

Manche seiner berühmten Songs entstanden „im Taxi auf dem Weg ins Studio“ oder gar „auf einer Serviette“. Schöne Geschichten aus einer anderen Zeit. Denn die Nachwuchskünstler sind zusammengekommen, um die Grundlagen ihres Gewerbes weiter auszubauen. Die „Music Academy“ genannte Veranstaltung, finanziert von Red Bull, soll den Teilnehmern neues Wissen und Kontakte vermitteln sowie Geschichtsbewusstsein verschaffen.

Erfunden wurde ihr Beruf vor ungefähr drei Jahrzehnten, als in der New Yorker Bronx Hip-Hop entstand und aus schnödem Plattenauflegen eine Kunstform wurde. Nur wenig später mutierte der DJ zum Produzenten, zu einer neuen Form des Musikers, dessen Instrumente Plattenspieler und Mischpulte, später Sampler und Computer wurden.

Sosehr sich die technischen Voraussetzungen verändert haben, die Aufgabe des DJ/Produzenten bleibt doch weitgehend dieselbe: Menschen zum Tanzen zu bringen.

Wer das erlernen möchte, ist längst nicht mehr auf die Autodidaktik angewiesen: Auf der ganzen Welt gibt es mittlerweile mannigfaltige Möglichkeiten, sich dem Berufsbild zu nähern: Wochen-Workshops sowie Seminare, Kongresse und Jahre währende Ausbildungsgänge.

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