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23.01.2006

14:15 Uhr

Musikgenie nur Namenspatron

Mozart aß keine Mozartkugeln

Mozartkugeln werden in Österreich und Deutschland millionenfach produziert, das Musikgenie war dabei allerdings nur Namenspatron. Gegessen hat Wolfgang Amadeus Mozart die Süßigkeit nie.

Original Mirabell Mozartkugeln werden in Grödig bei Salzburg verpackt. Foto: Kraft Foods

Original Mirabell Mozartkugeln werden in Grödig bei Salzburg verpackt. Foto: Kraft Foods

HB BAD REICHENHALL/SALZBURG. Erst 1890, knapp 100 Jahre nach dem Tod des Komponisten, erfand der Salzburger Konditor Paul Fürst die Praline. Er benannte sie nach Mozart, um dem damals in seiner Heimatstadt noch nicht so populären Musiker die Referenz zu erweisen. Die Spezialität wurde schnell beliebt - und nachgemacht. Heute produzieren mehrere Hersteller in Österreich und Deutschland Mozartkugeln. Doch welche sind die wahren?

So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten. Die „Original Salzburger Mozartkugeln“ kommen aus der Café-Konditorei Fürst, die „Echten Salzburger Mozartkugeln“ stellt die österreichische Süßwarenfabrik Mirabell her, eine Tochter des Kraft-Konzerns. Und die „Echten Reber Mozart-Kugeln“ werden in Bad Reichenhall, unweit von Salzburg, produziert.

Außer im Namen unterscheiden sich die mit Schokolade überzogenen Süßigkeiten in der Verpackung: Während Fürst auf silbernes Stanniol-Papier mit blauem Aufdruck setzt, wickeln Reber und Mirabell ihre Pralinen in goldene Folie mit roten Akzenten. Auf allen Mozartkugeln prangt das Konterfei des Komponisten.

Die Hauptzutaten sind gleich: Marzipan, Pistazien, Nougat und Schokolade. Doch in Rezeptur und Verarbeitung und damit auch im Geschmack gibt es Unterschiede, wie die Hersteller versichern. Die Fürst-Kugeln haben einen Kern aus Marzipan mit Pistazien, drumherum ist Nougat. Bei den Reber-Kugeln sitzt der Nougat in der Mitte und wird halb von weißem, halb von grünem Marzipan umhüllt. Und bei den Mirabell-Kugeln liegen um den Kern aus grünem Marzipan Ringe aus dunkler und heller Nougatcreme.

Höchste Qualität betonen alle drei Hersteller. „Wir verwenden keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoffe, keine künstlichen Aromen“, sagt Peter Botzleiner-Reber. Ganz ähnlich klingen die Schilderungen von Konditormeister Norbert Fürst, dessen Urgroßvater die Spezialität erfunden hat. „Es ist vielleicht besser, dass unsere Kugeln handwerklich erzeugt werden“, meint der Firmeninhaber.

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