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22.04.2016

18:03 Uhr

Musikwelt trauert um Prince

„Unsere Herzen sind gebrochen“

Gerade hatte er noch zwei Konzerte gegeben, jetzt ist Prince unerwartet gestorben. Die Musikwelt trauert um die Pop-Ikone. Auf der ganzen Welt beweinen Fans seinen Tod – besonders in seiner Heimatstadt Minneapolis.

Prince ist tot

Weltweite Trauer: Das sagen Fans und Weggefährten

Prince ist tot: Weltweite Trauer: Das sagen Fans und Weggefährten

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ChanhassenVor dem Eingangstor des Anwesens Paisley Park in Chanhassen bei Minneapolis wehen lilafarbene Ballons im Wind, und es türmen sich die Blumen. Vor dem „First Avenue“-Musikclub in der Innenstadt, wo der US-Sänger Prince oft auftrat oder Konzerte besuchte, stehen Fans, weinen und umarmen sich. In New York wird die U-Bahn-Station Prince Street kurzerhand zur Gedenkstätte umgewandelt, und bei einem Strandfestival in Florida entsteht ein Prince aus Sand. Das Empire State Building und der Pariser Eiffelturm leuchten lilafarben. Die Welt trauert um eine Musik-Ikone.

„Wir brauchen sofort einen Krankenwagen“, hatte ein Mann gesagt, der am Donnerstag um 9.43 Uhr Ortszeit den Sheriff von Carver County im US-Bundesstaat Minnesota anrief. „Wir haben jemanden, der bewusstlos ist.“ - „Was ist die Adresse?“ - „Wir sind im Haus von Prince.“

Wenige Stunden später bestätigen der Sheriff und das Management die traurige Nachricht: Prince, die sagenumwobene und legendäre Pop-Ikone, ist im Alter von 57 Jahren in seinem Anwesen Paisley Park gestorben. Die Todesursache wurde zunächst noch untersucht, eine Obduktion am Freitag sollte Gewissheit bringen.

Die Musikwelt steht unter Schock. Vor rund vier Monaten erst war Popstar David Bowie an Krebs gestorben, jetzt ist die nächste Musikgröße tot. Dabei hatte Prince doch gerade erst zwei Konzerte gegeben und seine Autobiografie für nächstes Jahr angekündigt. Zwar musste er sich vor ein paar Tagen, angeblich wegen einer schweren Grippe, im Krankenhaus behandeln lassen, aber bei einer Party in Paisley Park am Wochenende hatte der 1958 in Minneapolis geborene Sänger seine Fans schon wieder zu beruhigen versucht. „Wartet noch ein paar Tage, bevor ihr eure Gebete verschwendet.“

Promi-Reaktionen auf den Tod von Prince

Rolling-Stones-Mitglied Ronnie Wood

„Ich werde einen guten Freund vermissen, der so talentiert war. Er war so ein großartiger Performer / Gitarrenspieler. Schlaf' gut Prince.“

Quelle: AP

Musiker Boy George

„Heute ist der schlimmste Tag aller Zeiten. Prince R.I.P. (Ruhe in Frieden) Ich weine!“

Musiker und Schauspieler Justin Timberlake

„Fassungslos. Dies kann nicht echt sein.“

Sängerin Katy Perry

„Und einfach so...hat die Welt viel Magie verloren (...) Ruhe in Frieden Prince! Danke, dass du uns so viel gegeben hast...“

Songwriterin La Toya Jackson

„Was für ein trauriger Tag heute! Furchtbar traurig zu hören, dass #Prince gestorben ist! Was für ein unglaubliches Talent.“

Schauspielerin Kathy Bates

„Der Prince ist tot. Lang lebe der Prince.“

Sänger Robbie Williams

„Jetzt Prince? Nein nein nein.. RIP Du Genie x.“

Regisseur Spike Lee

„Ich vermisse meinen Bruder. (...) Großartiger Sinn für Humor.“

Komikerin Ellen DeGeneres

„Prince war brillant und legendär. Was für ein trauriger Tag.“

Nachdem die Nachricht vom Tod der Musik-Ikone sich verbreitet hat, strömen die Beileidsbekundungen ein, von US-Präsident Barack Obama bis hin zu Popstar Madonna. Die „New York Times“ feiert Prince als „akribischen Meister des Pop“. „Er war ein Provokateur und hat die Musikwelt komplett verändert“, schreibt „USAToday“.

Am meisten aber trauert wohl Minneapolis, die Stadt, der Prince immer die Treue hielt. Ein lokaler Radiosender spielt nach der Todesnachricht nur noch Musik des Sängers. Brücken und zahlreiche andere Gebäude werden in Gedenken an seinen Erfolgssong „Purple Rain“ (auf Deutsch etwa: Lilafarbener Regen) lila angestrahlt, und am Sonntag sollen die Glocken des Stadtturms eine halbe Stunde lang Prince-Lieder spielen.

Der Musikclub „First Avenue“ organisiert eine spontane Gedenkfeier. „Unsere Herzen sind gebrochen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Clubs. „Prince ist auf dieser Bühne aufgewachsen, dann hat er sie übernommen und unsere Stadt vereint.“

Die Metropole mit rund 400.000 Einwohnern im Norden der USA gilt nicht gerade als Musik-Mekka - wäre da nicht Prince. „Für die Einwohner von Minneapolis ist der Verlust von Prince zu schwer, um es zu beschreiben“, sagt Bürgermeisterin Betsy Hodges. „Prince hat uns nie verlassen, und wir haben ihn nie verlassen.“ Der Sänger habe sich aus schwierigen Familienbedingungen hochgearbeitet und sei ein Vorbild gewesen, sagte der lokale Musikjournalist Martin Keller der „StarTribune“. „Minnesota hat vorher nie jemanden wie ihn hervorgebracht und wird es wahrscheinlich auch nie wieder.“

Von

dpa

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