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08.04.2014

16:32 Uhr

Nach Einigung

Was passiert mit Gurlitts Kunstschatz?

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wägt ab, wie es nach der Einigung mit dem Kunsterben Cornelius Gurlitt mit dem Kunstfundus weitergeht. Details nennt sie nicht. Vieles ist in dem spektakulären Fall noch offen.

Nur eines von vielen Bildern, die bei Cornelius Gurlitt gefunden wurden: Henri Matisses „Sitzende Frau“. Es gibt sogar mehrere Leute, die Anspruch darauf stellen. AFP

Nur eines von vielen Bildern, die bei Cornelius Gurlitt gefunden wurden: Henri Matisses „Sitzende Frau“. Es gibt sogar mehrere Leute, die Anspruch darauf stellen.

MünchenIm Ermittlungsverfahren gegen den Münchner Kunstsammler Cornelius Gurlitt will die Staatsanwaltschaft Augsburg am Mittwoch eine Entscheidung treffen. Das sagte ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa, ohne Details zu nennen. Die Behörde hatte vor zwei Jahren 1280 Bilder aus Gurlitts Münchner Wohnung unter Berufung auf den Verdacht auf ein Steuerdelikt beschlagnahmt.

Etwa fünf Monate nach Bekanntwerden des Falles schlossen der 81 Jahre alte Kunstsammler und seine Anwälte nun am Montag einen Vertrag mit der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern. Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, erklärte sich darin bereit, seine Sammlung auch nach dem Ende der Beschlagnahme von Experten untersuchen zu lassen und unter Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Spätestens innerhalb eines Jahres soll er seine Sammlung zurückbekommen.

Während der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, die Einigung als „hoffnungsvollen Präzedenzfall“ begrüßte, kritisierten die Grünen im Bundestag, dass sie viel zu spät komme. „Die Bundesregierung hat wertvolle Zeit sinnlos verstreichen lassen“, sagte die kulturpolitische Sprecherin Ulle Schauws. „Dass die Bundesregierung die Entwicklung im Fall Gurlitt jetzt als ihren Erfolg verbuchen will ist zynisch.“

Ähnlich äußerten sich auch die Grünen im bayerischen Landtag: Bayerns Justizministerium sei mit der Einigung „nur haarscharf an einer handfesten Blamage vorbeigeschlittert“. Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Isabell Zacharias, warf Bayerns Regierung vor, „sich leise aus der Verantwortung zu stehlen“. „Die Staatsregierung versucht sich jetzt in Schadensbegrenzung.“

Kommentare (1)

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08.04.2014, 17:44 Uhr

meine Meinung dazu das meiste war doch gestohlen oder zu einem sehr niedrigen Preis gekauft die die Juden verkaufen mussten. Warum war das Ganze so verheimlicht? Haette man ncht jahrzehnte lang "verstecken"muessen. Wer "beschuetzt" hier ?

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