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26.03.2014

12:45 Uhr

Nach Kneipentour

Obama suspendiert betrunkene Leibwächter

Betrunken und schlafend im Hotel: Obamas Leibwächter haben kurz vor Ankunft ihres Chefs in Amsterdam offenbar über die Strenge geschlagen. Der Fall erinnert an einen Skandal um Alkohol und Prostituierte vor zwei Jahren.

Kennt keinen Spaß: Obama schickte die drei Mitarbeiter nach Hause. dpa

Kennt keinen Spaß: Obama schickte die drei Mitarbeiter nach Hause.

DüsseldorfSie waren um die Häuser gezogen, hatten getrunken und gefeiert. Dafür schickte ihr Arbeitgeber – kein Geringerer als US-Präsident Barack Obama – sie heim: Die drei dem Personenschutzteam für den Präsidenten angehörigen Agenten hatten laut der „Washington Post“ einen Tag vor Ankunft des Präsidenten eine Kneipentour unternommen. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag.

Alle drei Agenten mussten abreisen und wurden bis zum Abschluss einer internen Untersuchung suspendiert. Das bestätigte später der Sprecher der Behörde, Ed Donovan. Weiter äußerte er sich nicht. Einer der Personenschützer, die zu einer Elite-Einheit namens „Counter Assault Team“ (CAT) gehören, sei nach Angaben von Personen aus dem Umfeld der Agenten betrunken und schlafend auf dem Hotel-Korridor gefunden worden.

Der Vorfall ist besonders pikant, da er an den sogenannten „Cartagena-Skandal“ aus dem Jahr 2012 erinnert. Damals veranstalteten ein Dutzend Agenten und Beamte des Secret Service in ihrem Hotel in Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste ein ausschweifendes Trinkgelage und luden Prostituierte auf ihre Zimmer ein.

Die Themen des G-20-Gipfels

Mehr Mittel für den IWF

Der Internationale Währungsfonds soll mit Krediten der Mitgliedstaaten gestärkt, der Schutzschirm zur Abwehr internationaler Krisen auf eine Billion Dollar erweitert werden.

Wachstum

Mexiko plant einen „Los-Cabos-Aktionsplan“, um stetiges Wachstum und mehr Beschäftigung weltweit zu fördern. Zur Sprache kommen dürften die bisherigen Ziele zur Haushaltssanierung und die Ungleichgewichte zwischen Wirtschaftsblöcken.

Mexikos Ideen

Mexiko will sich für umweltfreundliches Wachstum sowie den Ausbau öffentlicher Nahverkehrssysteme in Mega-Städten stark machen. Es geht auch um Maßnahmen gegen Preisspekulationen auf den Märkten für Agrarprodukte und Lebensmittel. Zudem steht ein besserer Zugang der Menschen zu Finanzdienstleistungen in Entwicklungsländern auf der Agenda.

Handel

Export-Vizeweltmeister Deutschland ist besorgt über eine zunehmende Abschottung von Märkten. Berlin will erreichen, dass die sogenannte Stillhalteklausel bis 2013 schon jetzt für ein oder zwei Jahre verlängert wird.

Großbanken

Nach wie vor streiten die G20 über einheitliche Regeln für den Umgang mit großen, sogenannten systemrelevanten Finanzinstituten im Krisenfall.

Schattenbanken

Gefahren drohen durch den Boom bei völlig unkontrollierten Finanzgeschäften, die verstärkt sogenannte Schattenbanken abwickeln. Nach groben Schätzungen machen Schattenbanken schon etwa 25 bis 30 Prozent des globalen Finanzsystems aus.

Derivate

Kontrolllücken gibt es auch auf dem bisher weitgehend unregulierten Markt für außerbörslich gehandelte Wertpapiere wie Kreditderivate (OTC/„Over the Counter“). Das sind komplexe und risikoreiche Finanzprodukte. Der Derivatemarkt soll zehn Mal größer sein als die gesamte globale Wirtschaftsleistung.

Die „Feierlichkeiten“ waren aufgeflogen, nachdem eine der käuflichen Damen in der Hotelhalle mit mehreren Agenten eine laute Diskussion über ausbleibende Bezahlung begonnen hatte. Die kolumbianische Polizei informierte im Anschluss die US-Botschaft über den Vorfall. Das ist im aktuellen Fall auch so: Auch diesmal informierten Hotelangestellte wohl die Botschaft.

Der Secret Service, eine Strafverfolgungsbehörde die primär Finanzkriminalität bekämpft, international aber vor allem für ihre Bereitstellung von Personenschutz bekannt ist, hatte nach dem Skandal von Cartagena seine Disziplinarbestimmungen verschärft.

Da auch die Feier damals kurz vor einer Ankunft Obamas stattgefunden hatte, ist es Agenten nun innerhalb von zehn Stunden vor einem Einsatz untersagt, Alkohol zu sich zu nehmen – da für den Sonntag ein Briefing für die Agenten zu erwarten war, ist diese Regel wohl verletzt worden. Obamas Ankunft in Amsterdam fand wie geplant am Montag statt, der US-Präsident reist von dort aus weiter zum G7 Gipfel nach Den Haag.

Für Julia Pierson, erste weibliche Leiterin des Secret Service und angetreten um „aufzuräumen", könnte der Fall einen empfindlichen Rückschlag bedeuten.

Von

lfu

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.03.2014, 13:38 Uhr

Da hat der Leibwächter wohl noch glück gehabt, sonst werden sofort die Drohnen losgeschickt, wenn jemand in die Quere kommt oder "schöne Ferien auf Quantanamo" werden auch oft praktiziert.

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