Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.10.2012

14:15 Uhr

Nach Tod von Dirk Bach

Schlosspark Theater bangt um Fortbestand

Der Tod von Dirk Bach hat die deutsche Kultur- und Unterhaltungslandschaft schockiert. Für Dieter Hallervorden und sein Schlosspark Theater ist es aber nicht nur ein emotionaler Verlust: Dem Haus droht die Existenzkrise.

Ungewisser Blick in die Zukunft: Dieter Hallervorden und sein Schlosspark Theater. dapd

Ungewisser Blick in die Zukunft: Dieter Hallervorden und sein Schlosspark Theater.

Durch den Tod des Komikers und Schauspielers Dirk Bach sieht Dieter Hallervorden die Zukunft seines Schlosspark Theaters in Berlin gefährdet. Bach sollte in dem Stück „Der kleine König Dezember“ die Hauptrolle spielen. Das private Theater sagte die Premiere an diesem Samstag und sechs weitere Aufführungstermine ab.

Nun soll das Stück ab dem 27. Oktober aufgeführt werden. Einen Nachfolger für Bach, der am Montag im Alter von 51 Jahren in Berlin gestorben war, gab es am Donnerstag noch nicht. Das moderne Märchen „Der kleine König Dezember“ des Autors Axel Hacke beschäftigt sich auf humoristische Weise mit den grundlegenden Fragen des Lebens.

„Die Existenz des Theaters steht wirklich auf der Kippe“, sagte Theaterintendant Hallervorden, der bedrückt wirkte, am Donnerstag in Berlin. Der Tod Bachs stelle manches auf den Kopf. Das Haus sei nun sehr auf die Treue der Theaterfreunde angewiesen.

Betrauert Dirk Bach: Dieter Hallervorden. dpa

Betrauert Dirk Bach: Dieter Hallervorden.

Hallervorden hofft nun, dass ein professioneller Schauspieler aus Bachs Freundeskreis die Rolle übernimmt und es schafft, sich in den drei verbleibenden Wochen vorzubereiten. Betroffen sagte er: „Am Sonntag noch hat Dirk Bach anlässlich einer Matinée vergnügt, lebenslustig, redegewandt über seinen "Kleinen König Dezember" gesprochen.“ Man habe seine Verbundenheit mit dem Theaterstück intensiv gespürt.

Der Regisseur Lorenz Christian Köhler sagte, es sei schwierig, einen Nachfolger zu finden. „Den kleinen König Dezember haben wir genau in Dirk gesehen.“ Dennoch wolle man das Projekt an dieser Stelle nicht abbrechen.

Köhler betonte, Bach habe vor seinem Tod keine Anzeichen von gesundheitlichen Problemen gezeigt. Der Komiker habe nur manchmal über „kleine Wehwehchen“ geklagt, was für einen 51-Jährigen aber keine Seltenheit sei. Der Schauspieler Matthias Freihof, der in dem Zwei-Personen-Stück neben Bach auf der Bühne stehen sollte, meinte: „Es wird für mich schwer sein, seinen Text aus einem anderen Mund zu hören.“

Pressekonferenz zu Dirk Bachs Tod

Video: Pressekonferenz zu Dirk Bachs Tod

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×